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Frankreich und Italien sind wieder im Gesundheitsnotstand

·Lesedauer: 3 Min.

In Frankreich und Italien stößt das Gesundheitswesen an die Grenzen, die Intensivbetten werden knapp. Die Regierungen erwägen neue Verschärfungen.

In Frankreich wird es wohl vorerst keine Lockerungen des Lockdowns geben. Foto: dpa
In Frankreich wird es wohl vorerst keine Lockerungen des Lockdowns geben. Foto: dpa

Die Parallelen in den beiden Ländern sind groß: Trotz Teil-Lockdowns steigen die Corona-Zahlen in Frankreich und Italien weiter. Die französische Regierung wird am Donnerstag mitteilen, wie es mit dem seit zwei Wochen andauernden zweiten Lockdown weitergeht.

Regierungssprecher Gabriel Attal bereitet die Franzosen bereits darauf vor, dass es zumindest keine Lockerung geben dürfte: „Dafür ist es wohl noch etwas zu früh“, sagte er und begründete dies mit der anhaltend hohen Zahl an Neuinfektionen und der starken Belastung der Krankenhäuser.

Die Regierung in Rom will am Sonntag entscheiden, ob die „roten“ Zonen ausgeweitet werden oder ob es zu einem kompletten Lockdown des Landes kommt wie im Frühjahr.

Das Problem ist auch hier das Gesundheitssystem. „Wenn die Zahl der Infektionen weiter steigt, geraten wir an unsere Grenzen“, warnte am Mittwoch in Rom Filippo Anelli, Präsident der italienischen Ärztekammer. „Die Pandemie ist schneller als die medizinischen Programme.“ So seien in den vergangenen zehn Tagen 100 bis 120 Patienten pro Tag in den Intensivstationen aufgenommen worden.

35.098 neue Covid-Fälle meldete der Zivilschutz am Mittwoch, Tendenz steigend. Und 580 Tote, „die höchste Zahl in der zweiten Welle, das macht uns Angst“, so Anelli. Das italienische Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps. „In ein paar Tagen gibt es auf den Intensivstationen keine Betten mehr für Corona-Kranke”, sagt Davide Manca, Professor für Verfahrenssysteme des Mailänder Polytechnikums.

Besonders schlimm ist die Situation wie schon im Frühjahr im Norden, wo viele Ärzte und Pfleger selbst infiziert sind.

Doch Premier Giuseppe Conte zögert mit härteren Maßnahmen. Er will den kompletten Lockdown dieses Mal vermeiden – zu groß wäre der Schaden für die Wirtschaft. Zurzeit ist Italien in drei Zonen aufgeteilt. Rot sind Lombardei, Piemont, Aostatal und Kalabrien, wo Restriktionen wie im Frühjahr herrschen. Die anderen Regionen haben mehr Freiheiten. Für ganz Italien gilt die Ausgangssperre ab 22 Uhr.

Frankreich hat die meisten Geschäfte längst geschlossen

In Frankreich haben seit Anfang November alle Geschäfte geschlossen – es sei denn, sie bieten Güter des „lebensnotwendigen Bedarfs“, was für die meisten nicht zutrifft. Aus der Wohnung darf man sich nur im Ausnahmefall und für begrenzte Zeit bewegen. Telearbeit ist Pflicht, so weit möglich.

Besonders besorgniserregend ist, dass mit 4.750 Patienten, die künstlich beatmet werden müssen, der weitaus größte Teil der Intensivbetten ausgelastet ist. Deren Zahl wird mit etwas unter 6.000 angegeben, was keine Erhöhung im Vergleich zum Frühjahr ist. Der knappe Faktor ist nicht die Hardware, es sind die Ärzte und Pflegekräfte, die in vielen Regionen an der Grenze ihrer Belastbarkeit angelangt sind.

Wieder werden Patienten aus den besonders stark betroffenen Gebieten nach Deutschland ausgeflogen. Dabei handelt es sich um die Ile de France, um Paris, den Norden und den Südosten. Obwohl der Generaldirektor für Gesundheit Jérôme Salomon „den Beginn einer Abflachung der Kurve“ sehen will, sind die Kapazitäten dort nahezu völlig ausgelastet.

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ spricht von einem „Notstand“ vor allem in den Pflegeheimen im Großraum Paris. Die Organisation rief alle Ärzte, Pflegekräfte und Psychologen dazu auf, „sich für einen Einsatz in französischen Pflegeeinrichtungen zu melden“.

Frankreichs Gesundheitsministerium meldete am 10. November 466 an und mit Covid-19 Verstorbene in Krankenhäusern sowie 754 in Altersheimen und Sozialzentren. Je 100 000 Einwohner gerechnet zählt das Land zu denen, die weltweit am stärksten unter der Pandemie leiden.