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Frankfurts heimliche Transferoffensive

·Lesedauer: 3 Min.
Frankfurts heimliche Transferoffensive
Frankfurts heimliche Transferoffensive

Spieler aus der eigenen Jugend bei Eintracht Frankfurt? Unter Trainer Adi Hütter landeten diese regelmäßig in einer gesonderten Trainingsgruppe.

Mit Ausnahme von Aymen Barkok und dem ewigen Eintrachtler Timothy Chandler stehen keine Leute aus dem Nachwuchsleistungszentrum in der Nähe der Startelf. Elias Bördner ist dritter Torhüter, Jabez Makanda, Lukas Fahrnberger und Yannick Brugger üben vom Stamm getrennt.

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Zwei portugiesische Talente still und heimlich verpflichtet

In den vergangenen Jahren erhielten die Talente aus der U19 Profiverträge vor allem zur Erfüllung der Regularien von UEFA und DFB. Doch der von Nachwuchschef Andreas Möller im vergangenen Jahr angestoßene Umgestaltungsprozess nimmt peu á peu Formen an. Zunächst wurden mit Thomas Broich, Jerome Polenz, Ervin Skela, Alexander Meier und Jürgen Kramny Trainer geholt, die das neue Konzept umsetzen sollen.

"Unser Ziel ist es, eine einheitliche Handschrift erkennen zu lassen, auf und neben dem Platz", kündigte Möller zu Jahresbeginn in einem Interview mit dem kicker an.

Dafür aber benötigen die Frankfurter auch neue Qualitäten für den Rasen. Ben Manga, Direktor Profifußball, und sein Scoutingteam haben sich dafür im Ausland umgesehen und zwei portugiesische Talente für die Offensive verpflichtet. Rodrigo Cunha (15 Jahre) von Académica Coimbra und João Bernardo Costa (16) von Anadia FC kommen für jeweils drei Jahre an den Main, sie sollen den U-Bereich verstärken.

Eintracht sucht nach Toptalenten im spanischsprechenden Raum

Der Fokus geht verstärkt in Richtung spanischsprechenden Raum, mit Ignacio Ferri Julià (16) wurde bereits Ende Februar ein weiterer Deal eingetütet. Der Stürmer kommt von Unión Deportiva Alzira. Landsmann Fabio Blanco, spanisches Toptalent des FC Valencia, soll ebenfalls kommen und die Außenbahnen bespielen (SPORT1 berichte) - wenn er dafür nicht schon zu stark ist.

Es ist Eintrachts heimliche Transferoffensive in Zeiten, in denen wegen Corona Gelder weggebrochen sind, ein neuer Anstrich für das Nachwuchs-Leistungszentrum. Vor allem im Nachwuchsbereich hat der Klub viel Luft nach oben, hier muss Frankfurt neue Wege gehen und Kreativität zeigen. Die U19 ist seit Jahren im Abstiegskampf, Titelgewinne gab es im Jugendbereich nur selten (U15 2014 und U17 2010).

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Einführung der U23 derzeit keine Option

Allerdings spielt in den Planungen für die Zukunft die Wiedereinführung einer zweiten Mannschaft keine nähere Rolle. Die Eintracht-Verantwortlichen haben sich zwar intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt, doch die Hürden sind - bürokratisch und finanziell - hoch. Ein Neustart in der hessischen Kreisliga? Keine Option, da Partien auf diesem Niveau keine Talente anlockt und verbessert.

Sportvorstand Fredi Bobic bezeichnete diesen Plan bereits vor einem Jahr als "Prozess", der nicht sofort angestoßen werden könne. Nach SPORT1-Informationen hat sich an diesem Stand der Dinge auch weiterhin nichts geändert.

Durch gute Talentförderung millionenschwere Transfers vermeiden

Es gilt somit, den Jugendbereich qualitativ auszurüsten und Talente besser für den Profibereich vorzubereiten. Der große Sprung von der U19 in die A-Mannschaft gelang zu selten.

So sollen im Optimalfall Abgänge durch den eigenen Nachwuchs kompensiert und millionenschwere Transfers vermieden werden.

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