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Eine Frage der Identität: Ukrainisch ist wie ein Schutzmantel

In der ukrainischen Stadt Charkiw hatte lang vor dem Krieg eine Tendenz zur Entrussifizierung begonnen. Hunderte Straßen mit Namen aus der Sowjetzeit waren umbenannt, Denkmäler abgerissen worden.

Charkiws Sprache war aber immer Russisch geblieben. Bis jetzt.

Buchhändler Oleksandr Sawtschuk erklärt: "Bücher in ukrainischer Sprachen haben eine therapeutische Wirkung. Ukrainisch legt sich wie ein Schutzmantel um uns. Auf Ukrainisch zu lesen, tut gut. Es werden jetzt viel mehr Bücher in ukrainischer Sprache verlegt und auch gekauft. Auch auf Ukrainisch gibt es tolle Bücher und literarische Meisterwerke. Die Menschen kaufen ukrainische Bücher als Zeichen ihrer Identität."

Russische Bomben auf Charkiw trugen das Ihre dazu bei, dass im Atelier von Mykola zum Beispiel kein Russisch mehr gesprochen wird:

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Künstler Mykola Kolomiets meint: "Seit Kriegsbeginn habe ich ein schlechtes Gefühl, wenn ich Russisch spreche. Mir wird übel, als hätte ich etwas Verdorbenes gegessen."

Im Puppentheater von Natalya Denisova in Charkiw werden weiterhin Stücke auf Russisch aufgeführt.

Die künstlerische Leiterin des Puppentheaters Natalya Denisova sagt: "Wir haben mit dieser Sprache gelebt, mit Russisch. Manchen wurde sie aufgezwungen. Aber es war doch trotz allem unsere Sprache. Wenn wir jetzt Russisch verbieten und alle zwingen, Ukrainisch zu sprechen, dann sind wir nicht besser als sie. Mit Gewalt sollte Russisch nicht unterdrückt werden."

Den Puppen ist es egal, doch für viele in Charkiw ist es jetzt wichtig, nicht mehr die Sprache derer zu sprechen, die ihnen soviel Leid gebracht haben.