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FR Weekly: Indizes auf Rekordniveau, Hochtief profitiert und EZB läuft die Zeit davon

 

Die Indizes der Weltbörsen befinden sich auf oder nahe ihren Höchstständen. Die Niedersachsen und die Österreicher haben gewählt, der EZB läuft langsam die Zeit davon und bei Bitcoin brummt s: Ihre News für die Börsenwoche.

Indizes auf Rekordniveau

 Der (Shenzhen: 002631.SZ - Nachrichten) japanische Aktienindex Nikkei beendete den Handel am frühen Montagmorgen mit einem neuen Rekordstand von 21.255,56, nachdem er zwischenzeitlich 21.347,07 Punkte erreicht hatte. Softbank (Swiss: SOFB.SW - Nachrichten) , zweitgrößter Wert des Index, hat kurz die 10.000-Yen-Marke touchiert, beendete den Handel dann aber mit 9.983 Yen. Auch die europäischen Börsen zeigen sich in freundlicher Verfassung. Der DAX liegt aktuell bei 13.012,95 Punkten. Damit verzeichnet der Index ein Plus von 12 Prozent seit Jahresbeginn.

Auf Höchstständen notieren auch die US-Aktienindizes S&P500 (2.555), Dow Jones (22.871) und der Technologiewerte-Index Nasdaq (6.605) sowie der britische FTSE (7.550), während die Indizes in Frankreich, Spanien und Italien nur Schritte von ihren Höchstwerten entfernt sind.

Wahlen in Niedersachsen und Österreich

Während in Niedersachsen die Sozialdemokraten ihre Schlappe aus der Bundestagswahl zumindest optisch wieder gerade rücken konnten – mit 36,9 Prozent wurde auch das Ergebnis von 2013 deutlich übertroffen – so ist die Wählerschaft in Österreich deutlich nach rechts abgebogen: ÖVP-Spitzenkandidat Kurz konnte 31,6 Prozent der Stimmen abräumen, die rechte FPÖ liegt mit 26,0% der Stimmen nur knapp hinter der sozialdemokratischen SPÖ (26,9%). Der mögliche neue Regierungschef Kurz hat im Wahlkampf mit Versprechen auf großzügige Steuerentlastungen, weitreichende Einsparungen im Förderwesen sowie einer national-orientierten Wirtschaftspolitik gepunktet.

Hochtief (IOB: 0EPW.IL - Nachrichten) profitiert von Analystenempfehlung

Nachdem das Bankhaus Lampe das Kursziel von Hochtief auf über 200 EUR angehoben hat, steigen die Aktien des Essener Baukonzerns um fast vier Prozent auf 145,40 EUR. Voraussetzung ist ein erfolgreicher Abschluss der Übernahme des spanischen Mautstrecken-Betreibers Abertis. Vom All-Time (Frankfurt: A11312 - Nachrichten) -High bei 171,55 EUR ist Hochtief allerdings noch etwas entfernt.

Bayer (IOB: 0P6S.IL - Nachrichten) führt DAX-Gewinner an

Die gute Nachricht vom Freitag lässt die Bayer-Aktie auch heute die Gewinner-Liste beim DAX anführen: Konkurrent BASF das Geschäft mit Saatgut und Pestiziden übernehmen – für 5,9 Milliarden Euro in bar. Bayer notieren mit 119,50 EUR (+1,44%).

EZB läuft die Zeit davon

Offensichtlich sehen einige europäische Zentralbanken das Ende der „quantitativen Lockerung“ der EZB ins Sicht: Wie Bloomberg berichtet, steht dabei eine Obergrenze von 2,5 Billionen Euro im Raum. Zum Ende des laufenden Jahres werden Anleihen im Wert von 2,28 Billionen Euro in den Büchern der EZB verbucht sein. Derzeit kauft die EZB monatlich Bonds im Wert von 60 Mrd. EUR, nun ist die Rede davon, diese Summe zu halbieren. Dann würden die Anleihekäufe zur Mitte des kommenden Jahres enden. Der EZB läuft die Zeit davon: Ob sie bis dahin das Inflationsziel von zwei Prozent erreichen wird, gilt als eher fraglich. Im September lag sie zuletzt bei 1,5 Prozent.

Wirtschaft warnt vor Isolierung des Iran

Schon am Freitag warnte BDI-Präsident Dieter Kempf vor einer wirtschaftlichen Isolation des Iran; das werde die Sicherheitslage in der Region nicht gerade stabilisieren. Nun hat der US-Präsident am Wochenende angekündigt, das Iran-Abkommen, das sein Vorgänger mühevoll ausgehandelt hatte, nicht weiter anerkennen zu wollen – wenn nicht der Iran dauerhaft daran gehindert wird, Atomwaffen herzustellen. Im vergangenen Jahr hatte der Außenhandel deutscher Unternehmen mit dem Iran ein Volumen von immerhin drei Milliarden Euro; im Vorjahr waren es noch 1,9 Milliarden. Applaus für seine Iran-Politik bekommt Trump übrigens von Israels Präsident Netanjahu und von Irans Erzfeind Saudi Arabien.

Bei Bitcoin brummt’s

Die Kryptowährung Bitcoin steht erneut vor einer Spaltung (Fork). Am 25. Oktober wird Bitcoin-Gold als Zugabe ins Depot aller Bitcoin-Besitzer gelegt. das treibt im Vorfeld die Kurse: Am Samstag notierte ein Bitcoin zum Höchstpreis von 5.809 US$ – ein Plus von 480 Prozent auf Jahresbasis. Derzeit ist die hinter Bitcoin stehende Technologie, die sogenannte Blockchain, in der Finanzindustrie in aller Munde, da sie Abwicklung und Zertifizierung von Transaktionen in Echtzeit ermöglicht und dadurch zahlreiche Bereiche des Sektors revolutionieren könnte. Die Kryptowährungen selbst sollten Investoren hingegen noch mit der gebotenen Vorsicht behandeln: Die Marktkapitalisierung von Bitcoin beträgt derzeit 78 Milliarden Euro; das liegt in etwa zwischen der von Telekom und BASF.

 

(TG)