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Früherer Pimco-Chef Douglas Hodge muss ins Gefängnis

Im Bestechungsskandal um US-Hochschulen soll Hodge aggressiv gewesen sein. Deshalb wird der ehemalige Chef der Allianz-Tochter besonders hart bestraft.

In den Augen der Staatsanwälte war Douglas Hodge besonders aktiv. Während andere prominente Eltern im Kollege-Skandal versucht hätten, ein oder zwei Kindern mit Bestechungsgeldern auf Elite-Unis zu schicken, sei das Hodge gleich mit vier seiner sieben Kindern gelungen und bei einem fünften hätte er es auch versucht, sagten sie.

Der frühere Chef der Allianz-Tochter Pimco wurde im Bestechungsskandal um US-Hochschulen daher besonders hart bestraft. Er muss für neun Monate ins Gefängnis, entschied der zuständige Richter am Freitag.

„In meinem Herzen bereue ich mein Handeln zu tiefst“, sagte Hodge dem Richter. Ers habe vor allem aus „tiefer elterliche Liebe gehandelt“. Es sei ihm nicht darum gegangen, einen höheren gesellschaftlichen Status zu erkaufen.

In den Skandal, der im vergangenen März bekannt wurde, sind dutzende vermögende Eltern, Sport-Trainer und Universitätsmanager verwickelt. 20 Eltern haben sich schuldig bekannt, bislang wurden 14 verurteilt, nicht alle müssen ins Gefängnis. Bislang waren sechs Monate Freiheitsstrafe das Maximum.

Schauspielerin Felicity Huffman war für zwei Wochen im Gefängnis und hat ihre Haftstrafe bereits hinter sich. Andere Eltern haben sich nicht schuldig bekannt, ihre Gerichtsverfahren stehen noch bevor.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren gefordert. Hodge und drei andere Eltern hätten sich „deutlich strafbarer gemacht“ als andere, argumentierten die Staatsanwälte. Sie hätten „unfassbare Privilegien“ genossen und aus einer Position „der Macht und des Geldes“ heraus gehandelt.

Über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren soll Hodge Bestechungsgelder in Höhe von 850.000 Dollar gezahlt haben. 325.000 Dollar davon sollen an einen Tennislehrer der Georgetown University gegangen sein, damit eine Tochter und ein Sohn über besondere sportliche Leistungen in die Uni aufgenommen werden.

Der Rest soll an Vertreter der University of Southern California gegangen sein, die im Zentrum des Skandals steht. Dort wurden zwei weitere Kinder aufgenommen, eines über die Fußball- und eines über die Football-Schiene.

Hodges Anwälte bestritten, dass er das gleiche auch bei einem weiteren Kind versucht haben soll. In dem Fall soll es sich um eine legitime Spende gehandelt haben.

Der Richter hatte für Hodge nicht viel übrig. „Ihr Verhalten in dieser ganzen schmutzigen Affäre ist erschreckend“, sagte der Richter. Er habe mit seinen Handlungen nicht nur den betroffenen Universitäten geschadet, sondern auch „dem gesamten Bildungssystem dieses Landes“. Er hätte ihm eigentlich eine Gefängnisstrafe von einem Jahr aufbrummen wollen, doch gab ihm einen „Rabatt“, weil er sich über seine Stiftung großzügig für die Gesellschaft einsetzt.
Hodge habe seinen Kindern „beigebracht, auf die innere Stimme zu hören, die einem sagt, was richtig ist und was falsch. Auf meine eigene habe ich nicht gehört“, räumte er ein.
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