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Früher in Rente? Mit diesen drei Tipps klappt’s

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

In Deutschland liegt das Renteneintrittsalter offiziell bei 67 Jahren. Doch viele wollen natürlich nicht so lange arbeiten. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Es ist nicht so, dass die meisten Leute keine Lust haben, bis zu diesem Alter berufstätig zu sein, vielmehr ist es die Angst, dann zu alt oder auch zu krank zu sein, um das Leben noch richtig genießen zu können.

Deshalb denken viele darüber nach, früher aus dem Berufsleben auszusteigen und sich zur Ruhe zu setzen. Doch wer vorzeitig in Rente geht, muss mit hohen und auch lebenslangen Abschlägen rechnen. Möchte man also einen vorzeitigen Ruhestand realisieren, muss man dies gut vorbereiten und langfristig planen. Ich habe einmal drei Foolishe Gedanken zusammengetragen, die dabei helfen können.

Ziel definieren

Das erscheint mir besonders wichtig. Viele wissen zwar, dass sie früher in Rente möchten, haben aber kein klares Ziel vor Augen. Man sollte sich also erkundigen, wann man frühestens aus dem Arbeitsleben ausscheiden kann, und was dies an Rentenkürzung mit sich bringt.

Nun gut, junge Menschen haben natürlich jetzt noch wenig Möglichkeiten, sich darüber zu informieren. Ich rate jungen Leuten daher immer, sich so zu verhalten und zu investieren, als gäbe es überhaupt keine gesetzliche Rente. Denn es ist ja Tatsache, dass im Moment nicht klar ist, was die sogenannten Millennials im Alter an Rentenzahlungen zu erwarten haben.

Wenn man also jetzt entschieden hat, ab wann man nicht mehr arbeiten möchte, sollte man ausrechnen lassen, wie hoch der monatliche Betrag sein muss, den man dafür benötigt. Denn dieser muss mindestens so hoch sein, um sowohl die Rentenkürzung als auch die allgemeine Versorgungslücke, die durch die Rentenzahlung zustande kommen wird, später auszugleichen.

Mit diesen zwei Parametern, monatlicher Fehlbetrag und Datum des Rentenbeginns, kann man jetzt den Kapitalbedarf ermitteln und die Zeit, die man hat, um diesen Betrag anzusparen.

Dazu nimmt man jetzt die durchschnittliche Rendite seiner bevorzugten Anlageform und kann so ungefähr berechnen, wie viel Geld man ab jetzt monatlich zur Seite legen muss, um sein Ziel zu erreichen.

Auf eine private Rentenversicherung verzichten

Dieser Tipp sieht auf den ersten Blick möglicherweise etwas paradox aus. Doch jedem, der weiß, wie eine private Rentenversicherung eigentlich funktioniert, müsste dies durchaus einleuchten. Denn dieses Versicherungsprodukt bindet sehr lange Zeit das Kapital des Versicherten, kostet vergleichsweise hohe Gebühren und bringt nur kleine Renditen.

Schließt man also eine private Rentenversicherung ab, steht der dafür gezahlte Beitrag schlichtweg für einen richtigen Vermögensaufbau nicht mehr zur Verfügung. Und die wenigsten werden sich den Luxus leisten können, sowohl in eine Rentenversicherung als auch in die Vermögensbildung zu investieren.

Man sollte sich in diesem Punkt also entscheiden, was man für sich selbst für richtig hält. Eine Versicherung bedienen, die einem zwar die Sicherheit einer garantierten Rente bietet, oder selbst Vermögen zu bilden und damit jederzeit Herr über sein eigenes Geld zu sein, und höchstwahrscheinlich auch bessere Renditen als jede Versicherung einzufahren.

Auf Dividendenaktien setzen

Mit Aktien, die regelmäßig Dividenden ausschütten und diese im Idealfall auch noch regelmäßig erhöhen, ist man bestens aufgestellt, um früher die Erwerbstätigkeit zu beenden und unbesorgt in Rente zu gehen. Als Beispiele für hervorragende Aktien aus diesem Bereich seien hier einmal PepsiCo (WKN:851995), Unilever (WKN:A0JMZB) oder auch Johnson&Johnson (WKN:853260) genannt.

Das Schöne daran ist, dass, wenn man auf Dividendenaktien setzt, nicht nur ein hohes Vermögen zum geplanten Renteneintritt bereitstehen sollte, sondern man höchstwahrscheinlich auch ausreichend Dividende bekommt, um die komplette Versorgungslücke damit auszugleichen. Das bedeutet, man hat seine Rentenlücke komplett geschlossen und muss sein Vermögen nicht einmal angreifen.

Fassen wir noch mal zusammen

Ich habe in dem Artikel bewusst auf Zahlenspielereien und komplizierte Rechnungen verzichtet, um einfach und leicht verständlich einmal drei Tipps zu geben, wie es möglich wäre, früher in Rente zu gehen. Es gibt für jeden die Möglichkeit, über diverse Investmentrechner oder auf den Investor-Relations-Seiten der Aktiengesellschaften Berechnungen bezüglich Rendite oder Dividendenertrag selbst durchzuführen. Aber auch hier auf fool.de gibt es ja einige Artikel zu diesem Thema.

Hier also noch mal die mögliche Vorgehensweise für einen „Früher-in-Rente-Plan“. Als Erstes seine Ziele definieren, dann möglichst kein Geld an eine private Rentenversicherung verschwenden, sondern das Kapital zum Investieren nutzen. Und dafür bieten sich zum Beispiel, wie schon erwähnt, Dividendenaktien hervorragend an. Viele werden dann wahrscheinlich überrascht sein, wie schön sich ihr „Vorruhestand“ später gestalten lässt.

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Unilever. The Motley Fool empfiehlt Johnson & Johnson.

Motley Fool Deutschland 2019