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„Zu früh, über eine Senkung der Leitzinsen auch nur nachzudenken“: Bundesbank-Chef schließt sogar eine Zinserhöhung nicht aus

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht Risiken, dass die Inflation wieder anzieht. Für Zinssenkungen sei es viel zu früh - Copyright: Picture Alliance
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht Risiken, dass die Inflation wieder anzieht. Für Zinssenkungen sei es viel zu früh - Copyright: Picture Alliance

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht in dem überraschend starken Rückgang der Inflation im November keinen Grund zur Entwarnung bei Preisen und Zinsen. Erwartungen, die EZB könne auf die sinkende Inflation in absehbarer Zeit mit einer Senkung der Leitzinsen reagieren, erteilte er eine strikte Absage. Im Gegenteil: „Die Inflationsrisiken sind meines Erachtens aufwärts gerichtet“, sagte Nagel am Donnerstag in Frankfurt laut einem vorab verbreiteten Redemanuskript. „Deshalb schließe ich eine weitere Zinserhöhung nicht aus“, sagte Nagel. „Es erscheint mir zugleich deutlich zu früh, über eine mögliche Senkung der Leitzinsen auch nur nachzudenken.“

Die Entwicklung bei der Inflation sei „ermutigend“, heißt es in dem Text der Rede für den Jahresempfang des Verbands deutscher Pfandbriefbanken. In der Euro-Zone ging die Inflationsrate im November auf 2,4 Prozent zurück, in Deutschland sogar auf 2,3 Prozent (in europäisch harmonisierter Rechnung). Die Teuerung liegt damit wieder nahe dem mittelfristigen Inflationsziel der EZB von zwei Prozent. Auf dem Höhepunkt der Inflationswelle waren die Preise noch mit Jahresraten von rund elf Prozent gestiegen.

Auch die Inflationserwartungen seien zurückgegangen, sagte Nagel. Dies sei ein Erfolg der EZB. „Die Geldpolitik kann jedoch mit dem Erreichten noch nicht zufrieden sein.“ Die Europäische Zentralbank könne das Tempo beim Bilanzabbau noch verstärken. Dadurch verringert die EZB die Geldmenge.

Die EZB berät in diesem Jahr noch ein Mal, am 14. Dezember, über die Leitzinsen. Eine Änderung der Zinsen wird dabei an den Märkten nicht erwartet. Ökonomen rechnen mit Zinssenkungen frühestens Mitte 2024. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass die EZB die Leitzinsen ab Juni bis Ende 2024 um einen Prozentpunkt senkt. Andere Ökonomen wie der Chefvolkswirt der Berenberg-Bank, Holger Schmieding, sind zurückhaltender.

In Deutschland dürfte die Inflationsrate im Dezember und Januar wieder über vier Prozent steigen, sagte Schmieding in seinem Podcast. Grund ist ein Basiseffekt, weil die Bundesregierung vor einem Jahr die Energiepreise mit der Dezember-Soforthilfe gesenkt hatte. Im Januar endet zudem die Senkung der Mehrwertsteuer für Gas, Fernwärme und in der Gastronomie. Auch der CO2-Preis steigt.

Die Frage, ob und wann die EZB die Zinswende einleitet, ist wichtig für die angeschlagene Konjunktur und auch für Anleger, Sparer und Bauwillige. „Es wird darauf ankommen, ob und wann die Notenbanken den Sieg über die Inflation verkünden“, sagte Stefan Schneider, Chefvolkswirt Deutschland bei Deutsche Bank Research.

Nagel machte nun deutlich, dass er diesen Sieg noch nicht sieht. „Für das kommende Jahr versichere ich ihnen: Wir werden im Kampf gegen die Inflation hartnäckig bleiben.“