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Forschende aus Berlin finden die älteste befestigte Siedlung der Welt

Hier befand sich die prähistorische Siedlung Amnya. - Copyright: Nikita Golovanov
Hier befand sich die prähistorische Siedlung Amnya. - Copyright: Nikita Golovanov

Ein internationales Forscherteam unter deutscher Leitung hat in einer neuen Studie die älteste befestigte Siedlung der Welt nachgewiesen. Der Fund könnte wichtige Erkenntnisse über die ersten entwickelten Gesellschaften der Menschheit liefern.

Bahnbrechende archäologische Entdeckung

Die Studie unter der Leitung von Archäologinnen der Freien Universität Berlin wurde Anfang Dezember in der Fachzeitschrift "Antiquity" veröffentlicht. Die Wissenschaftler stellen darin die Ergebnisse ihrer Ausgrabungen und Feldforschungen in Sibirien vor. Dort haben die Forschenden eine rund 8000 Jahre alte prähistorische Befestigungsanlage freigelegt. Die Festung ist damit die bislang älteste befestigte Siedlung der Welt.

Laut der Freien Universität ist den Forschenden damit eine bahnbrechende archäologische Entdeckung gelungen. Wie Professorin Henny Piezonka betonte, verändere der Fund unser Verständnis von frühen menschlichen Gesellschaften.

Siedlung aus der Steinzeit bringt neue Erkenntnisse

Nach Angaben der Freien Universität konnte das Forscherteam bislang zehn steinzeitliche Befestigungen nachweisen, die von Erdwällen und Holzpalisaden umgeben waren. Im Zentrum der Untersuchungen stand die befestigte Siedlung Amnya. Dort führten die Wissenschaftler detaillierte archäologische Untersuchungen durch und konnten so das steinzeitliche Alter der Siedlung bestätigen.

Die Forschungsergebnisse zeigten unter anderem, dass die Bewohner Fische fingen und mit Speeren Elche und Rentiere jagten. Außerdem fertigten sie kunstvoll verzierte Tongefäße an, um Fisch- und Fleischvorräte haltbar zu machen. Die Bauten zeugten von fortschrittlichen architektonischen und defensiven Fähigkeiten der früheren Bewohner.

Wie entwickelten sich die ersten komplexen Gesellschaften?

Wie die Freie Universität in einer Pressemitteilung schreibt, herrsche in der Forschung die Auffassung vor, dass dauerhafte befestigte Siedlungen erst mit der Entstehung bäuerlicher Gesellschaften entstanden. Ackerbau und Viehzucht seien demnach die Voraussetzung für diversifizierte Gesellschaftsstrukturen.

Die Siedlungen in Sibirien widerlegen diese Vorstellungen, denn sie wurden von Jägern und Sammlern bewohnt. Und wie die Studienleiterin Piezonka ausführte, gäbe es neben Amnya noch weitere Beispiele auf der Welt, in denen Jäger- und Sammlergemeinschaften große, sesshafte Siedlungen entwickelten.

Die Studie ist hoffentlich ein Ausgangspunkt für weitere Forschungen, die den Ursprüngen unserer komplexen Gesellschaftssysteme auf den Grund gehen. Für das Wissenschaftsmagazin "Archaeology" hat es die Studie bereits in die Top 10 der wichtigsten archäologischen Entdeckungen des Jahres geschafft.

aeh