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Ford erwartet jetzt Jahresgewinn statt -verlust

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Die Quartalszahlen von Ford sind deutlich stärker ausgefallen als erwartet. Für die Zukunft setzt der neue CEO Jim Harley auf E-Autos.

Gute Nachrichten von Ford: Eine starke Nachfrage nach Pickup-Trucks und SUV beschert dem Autobauer einen höheren Quartalsgewinn als vorhergesagt. Deshalb erwartet der US-Konzern für das ganze Jahr nun schwarze Zahlen erwartet statt rote. Wie Ford nach Börsenschluss stieg der Nettogewinn im dritten Quartal auf 2,4 Milliarden Dollar nach 400 Millionen im Vorjahreszeitraum. Ohne Sondereffekte lag der Gewinn je Aktie damit bei 65 Cent, mehr als dreimal so hoch wie von Analysten erwartet. Der Kurs der Ford-Aktie steigt im nachbörslichen Handel zunächst um sieben Prozent. Auch die Titel des Rivalen GM legen um drei Prozent zu.

Zum Teil ist das gute Ergebnis auch auf die Werksschließungen während der Corona-Krise zurückzuführen, wie der neue Vorstandsvorsitzende Jim Farley erklärte. Da es weniger produzierte Autos auf dem Markt gab, hat dies dem Preis geholfen.

Farley hat seinen Job am 1. Oktober angetreten, nachdem sein Vorgänger Jim Hackett zweieinhalb Jahre versucht hat, Ford zu restrukturieren. Er machte klar, dass er auf die Elektrifizierung der Modellreihen setzt. Demnächst soll der erfolgreiche F150-Pickup und der legendäre Mustang als E-Modell auf den Markt kommen.

In Europa dagegen steht erneut ein Minus unter dem Strich. Hier fiel ein Betriebsverlust in Höhe von 440 Millionen Dollar an, der Umsatz schrumpfte um zehn Prozent. Das Management führt das vor allem auf die Probleme mit der Brandgefahr beim halb-elektrischen Ford Kuga zurück. Nach Angaben des Managements machen sich die Sparmaßnahmen in Europa dagegen bereits bezahlbar. "Ohne die Probleme bei Kuga hätten wir in Europa einen Gewinn geschrieben", sagte der neue Finanzvorstand John Lawler.

Harley machte klar, dass er auch in Europa auf seine Elektro-Strategie setzte. "Wir werden mehr als 20 E-Modelle in Europa haben", sagte er.