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Foodwatch begrüßt Verkaufsstopp gesüßter Kinder-Frühstücksflocken

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Mönchengladbach/Pfaffenhofen (dapd). Die Verbraucherorganisation Foodwatch begrüßt die Entscheidung der Supermarktkette Real, Kinder-Frühstücksflocken mit überdurchschnittlich hohem Zuckeranteil vom Markt zu nehmen. Dieser Schritt sei branchenweit überfällig, sagte Anne Markwardt, Expertin für Kinderlebensmittel bei Foodwatch, am Dienstag in Berlin.

Zuvor hatte die Metro (Other OTC: MTAGF.PK - Nachrichten) -Tochter, die bundesweit rund 300 Filialmärkte betreibt, auf dapd-Anfrage bestätigt, dass sie die unter dem Namen "Drachen Honeys" vertriebenen Kinder-Frühstücksflocken nicht mehr herstelle.

Derzeit befänden sich "lediglich noch Restbestände" in den Regalen, sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur dapd. Außerdem befinde sich das Unternehmen in Gesprächen mit Lieferanten weiterer Produkte, darunter der als Eigenmarke vertriebenen "Bärige Schokoflakes", um auszuloten, "wie sich möglichst zeitnah" deren Zuckergehalt senken lasse.

"Als Müsli getarnte Süßigkeiten"

Bei einem Test der Verbraucherorganisation im September hatte das Real-Produkt mit einem Zuckergehalt von 45 Gramm pro 100 Gramm schlecht abgeschnitten. Auf Basis dieser Ergebnisse erneuerte Foodwatch am Dienstag die Forderung, "unausgewogene Produkte wie überzuckerte Frühstücksflocken" nicht als für Kinder geeignet anzubieten und alle "als Müsli getarnten Süßigkeiten" aus den Regalen zu verbannen.

Der Babynahrungshersteller Hipp, von dem drei Produkten mit einem Zuckergehalt zwischen 34 und 41 Prozent in dem Test ebenfalls als bedenklich eingestuft wurden, hatte bereits Anfang Oktober angekündigt, die Produktion seiner "Knusperflakes" für Kinder einzustellen.

Hipp braucht "keine Nachhilfe von externer Stelle"

Dies sei nicht aber auf Druck von Foodwatch, sondern auf Basis von "neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen" geschehen, sagte eine Unternehmenssprecherin am Dienstag. Zugleich verwies die Sprecherin in diesem Zusammenhang auf die Arbeit der unternehmenseigenen Ernährungswissenschaftler. "Wir brauchen da keine Nachhilfe von externer Stelle", sagte sie.

Foodwatch nahm indes andere Hersteller von Kindernahrungsmitteln und die Politik in die Pflicht. "Nestlé, Kellogg (EUREX: DE000A1EZEP5.EX - Nachrichten) 's, Aldi und Co. sollten sich an Real und Hipp ein Beispiel nehmen", sagte Markwardt. "Damit sich alle Produkte verbessern, brauchen wir eine gesetzliche Zuckergrenze: Nur noch solche Frühstücksflocken, die maximal zehn Prozent Zucker enthalten, dürfen an Kinder vermarktet werden", fügte sie hinzu. Noch immer seien jedoch mehr als 90 Prozent der Frühstücksflocken für Kinder "wahre Zuckerbomben".

Als spezielle Kinderprodukte beworbene Nahrungsmittel stehen im Verdacht, für das Übergewicht vieler Kinder und Jugendlicher mitverantwortlich zu sein. Nach Angaben von Foodwatch gelten heute 15 Prozent aller Kinder in Deutschland als zu dick, 6 Prozent werden sogar als krankhaft fettleibig eingestuft.

dapd

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