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Folgen der Krise: N26 entlässt über 70 Mitarbeiter

Das Berliner Fintech hat angekündigt, Personal zu entlassen und seinen Fokus auf strategische Prioritäten zu schärfen. - Copyright: picture alliance / photothek | Thomas Trutschel
Das Berliner Fintech hat angekündigt, Personal zu entlassen und seinen Fokus auf strategische Prioritäten zu schärfen. - Copyright: picture alliance / photothek | Thomas Trutschel

Zunächst schien es, als würde N26 im Gegensatz zu seinen Wettbewerbern glimpflich durch die Krise kommen. Trotz steigender Zinsen und hoher Inflation musste das Fintech bislang nicht zu Sparmaßnahmen greifen – bis jetzt. Heute hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass es sich von 71 Beschäftigten trennt. Rund vier Prozent der gesamten Belegschaft, die über 1.700 Leute umfasst, sind damit von Entlassungen betroffen. „Das letzte Jahr hat signifikante und lang anhaltende Veränderungen im globalen Geschäftsumfeld mit sich gebracht,“ heißt es in der Mittteilung.

Das Fintech will sich nun auf „strategische Prioritäten“ fokussieren und müsse seine Personalstruktur entsprechend anpassen. „Als Teil dieses Prozesses haben Führungskräfte bei N26 ihren jeweiligen Personalbedarf eingehend analysiert und Teamstrukturen wo notwendig angepasst“, so das Unternehmen. Die entlassenen Mitarbeiter sollen von N26 „umfassende Abfindungspakete“ erhalten, auch sichert das Unternehmen „darüber hinausgehende Unterstützung“ zu.

Andere Fintechs haben bereits im vergangenen Jahr Entlassungen durchgeführt. Dazu gehört etwa der Neobroker Trade Republic, der im Juni 2022 Stellen strich. Kurz zuvor sammelten die Gründer in einer Erweiterung ihrer Series-C-Runde rund 250 Millionen Euro ein. Die Berliner begründeten den Schritt mit der Priorisierung von rentablen Tech-Projekten. Ein anderes Beispiel ist der Bankdienstleister Solaris, der im Oktober 2022 fast zehn Prozent der insgesamt 750 Mitarbeiter kündigte – und ebenfalls einen Strategiewechsel anvisiert.

N26-Gründer Valentin Stalf. Wenden sich Investoren von seiner Firma ab?
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N26 verspricht schwarze Zahlen bis 2024

Die jüngsten Entlassungen bei N26 deuten an, dass auch sie schneller profitabler werden müssen. Laut aktuellem Geschäftsbericht machten die Berliner im Jahr 2021 Verluste in Höhe von rund 172 Millionen Euro. Die Finanzaufsicht Bafin beschränkte zudem das Wachstum bei Neukunden auf 50.000 pro Monat, da sie von den Kontrollen zur Geldwäscheprävention nicht überzeugt war. Nun soll auch Bestandsinvestor AllianzX planen, N26-Anteile zu verkaufen und dadurch den Unternehmenswert des Fintechs auf drei Milliarden Dollar zu dezimieren. Das Fintech bleibt dennoch hartnäckig: Bis 2024 will N26 schwarze Zahlen schreiben.

Schwünde in der Belegschaft gab es bei N26 vor zwei Jahren schon einmal. Damals führte das Unternehmen allerdings keine Entlassungen durch – die Mitarbeiter kündigten selbst. Zwischen März 2020 und März 2021 sollen mindestens 300 Beschäftigte das Fintech auf eigenen Wunsch verlassen haben, darunter die frühere Personalchefin Diana Styles. Gegenüber Gründerszene erklärte das Unternehmen die Fluktuationen damals als „üblich“.