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Fluggesellschaften in Großbritannien klagen gegen Quarantäne für Einreisende

Maschine der BA im Anflug auf Heathrow

In Großbritannien klagen die Fluggesellschaften British Airlines (BA), Easyjet und Ryanair gegen die seit Montag geltende 14-tägige Quarantäne für Passagiere, die ins Land einreisen. Diese Vorschrift der Regierung werde "verheerende Folgen für die britische Tourismusindustrie und die Wirtschaft" haben und "tausende Arbeitsplätze vernichten", erklärten die Airlines am Freitag. Sie forderten eine Eilentscheidung der Justiz.

Die britische Regierung hatte vergangenen Monat angeordnet, dass sich Flugpassagiere aus dem Ausland ab dem 8. Juni für 14 Tage in Quarantäne begeben müssen. Damit will London die Ausbreitung des Coronavirus bekämpfen. Die Regelung soll mindestens drei Wochen lang gelten. Wer dagegen verstößt, dem droht ein Bußgeld von 1000 Pfund (1125 Euro).

Der Chef der BA-Muttergesellschaft IAG, Willie Walsh, hatte die Klage bereits angekündigt. Die Regelung sei "irrational" und "unverhältnismäßig", sagte er. Die Airlines warteten allerdings zunächst in der Hoffnung ab, die Regierung werde "Luftbrücken" in bestimmte Länder einrichten. In ihrer gemeinsamen Erklärung am Freitag kritisierten die Unternehmen nun, dafür gebe es "keinerlei Anzeichen". Sie forderten die Regierung auf, eine Quarantäne nur für Passagiere aus Hochrisiko-Ländern vorzuschreiben. Dies wäre die "praktischste und effektive Lösung".

Großbritannien ist von der Pandemie schwer getroffen. Rund 50.000 Menschen starben bislang an den Folgen einer Coronavirus-Infektion. Die Wirtschaft brach wegen der massiven Einschränkungen im Kampf gegen die Pandemie massiv ein; im April stürzte das Bruttoinlandsprodukt im Vormonatsvergleich um 20,4 Prozent ab.