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„Flugbegleiter kaufen vor lauter Angst Produkte aus dem Bordverkauf“: Wie Ryanair-Tochter Lauda seine Belegschaft unter Verkaufsdruck setzt

·Lesedauer: 2 Min.
Der Flughafen Wien ist die größte Basis der Flotte von "Lauda Europe".
Der Flughafen Wien ist die größte Basis der Flotte von "Lauda Europe".

Flugbegleiter sind in erster Linie für eure Sicherheit an Bord zuständig. Die Flugbegleiter der Ryanair-Tochter Lauda Europe haben vor wenigen Tagen eine Nachricht per Whatsapp bekommen, die daran zweifeln lässt, ob die Sicherheit oder doch eher der Verkauf von Waren und Lebensmitteln an Bord Vorrang hat. Man sei unzufrieden mit dem Umsatz, heißt es in dem Text, der Business Insider vorliegt. Zuerst hatte darüber das Branchenmagazin „Aerotelegraph“ berichtet.

Die Airline mit Sitz in Malta betreibt unter anderem Basen in Palma de Mallorca und Zadar (Kroatien). Das Schreiben haben die Flugbegleiter der größten Lauda-Basis auf dem Flughafen Wien-Schwechat bekommen. Unterschrieben ist der Text vom „Base Supervisor“ aus Wien. Das Ziel, pro Passagier und Flug im Schnitt 1,70 Euro einzunehmen, sei verfehlt – im Moment liege der Umsatz bei durchschnittlich 1,07 Euro.

Der Tonfall wird dominiert von Vorwürfen und Drohungen

Aufhorchen lässt der Tonfall des Schreibens. Die Zielverfehlung sei inakzeptabel angesichts der derzeitigen Menge der Flüge und Passagiere. Der Supervisor sagt, das zeige „mangelndes Engagement und schlechte Führung der Kabinenbesatzungen“ und es zeige ihm, dass die Flugbegleiter die bestehenden Bordverkaufsverfahren nicht einhielten.

In dem Schreiben heißt es, dass die Erwartung sei, dass künftig am Ende der Flüge kein Essen mehr unverkauft bleiben darf. Besonderen Fokus sollen die Flugbegleiter auf den Verkauf von Parfüm legen, da das am meisten Umsatz bringe. Wenn während des Fluges mehr als 15 Minuten lang kein Verkauf stattgefunden hat, werde der Supervisor das näher untersuchen. Außerdem müssten sich die Kabinenbesatzungen nach dem Dienst telefonisch bei ihm melden, um zu berichten, wie viel sie verkauft haben und sich bei geringen Umsätzen rechtfertigen. Ausreden, wie zum Beispiel „Passagiere haben geschlafen“ oder „Die Gäste hatten ihr eigenes Essen dabei“, werde der Supervisor dabei nicht akzeptieren.

https://www.instagram.com/p/CQwZpxtK2n0/

Gewerkschaft: „Ist bei Ryanair System!“

Daniel Liebhart ist von dem rauen Ton nicht überrascht. Er ist Fachbereichsleiter für die Luftfahrt bei der österreichischen Gewerkschaft Vida und hatte schon öfter mit Ryanair zu tun. „Ein Ausrutscher ist das definitiv nicht, das ist bei Ryanair System, dazu stehen sie“, sagt er zu Business Insider. Er beklagt, dass Ryanair bei der Auswahl der Kabinencrews die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Süd- und Osteuropa ausnutze und bevorzugt Menschen aus Griechenland, Spanien, Bulgarien und Rumänien zu Dumping-Bedingungen einstelle.

„Die Flugbegleiter kaufen jetzt vor lauter Angst von ihren Hungerlöhnen Produkte aus dem Bordverkauf“, erzählt Liebhart. Denn die unverhohlene Drohung am Ende des Briefs zeigt Wirkung: Wenn die Crews die gewünschten Ergebnisse nicht erzielen, werde das „untersucht und entsprechend behandelt.“

Dem „Spiegel“ sagte Ryanair auf Nachfrage: „Es handelte sich um eine interne Whatsapp-Nachricht eines Vorgesetzten von Lauda an seine Mitarbeiter, deswegen möchte sich Ryanair nicht weiter äußern.“

Flugbegleiterinnen in einem Flugzeug der "Lauda Europe" beim Bordverkauf.
Flugbegleiterinnen in einem Flugzeug der "Lauda Europe" beim Bordverkauf.
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