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Florida: Familie muss Flugzeug nach Disput über Maskenpflicht verlassen

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 5 Min.

Nach einem Disput zwischen einer US-amerikanischen Familie und der Kabinencrew musste ein Flug von Orlando nach Atlantic City verschoben werden. Wer letztlich die Schuld trägt, ist nicht eindeutig klar.

Eine Maschine der US-amerikanischen Fluglinie Spirit Airlines konnte am Montag nur mit Verzögerung abheben. Angeblich, weil sich eine Familie an Bord nicht an die Maskenpflicht gehalten hat. Foto: Reuters / Jim Young
Eine Maschine der US-amerikanischen Fluglinie Spirit Airlines konnte am Montag nur mit Verzögerung abheben. Angeblich, weil sich eine Familie an Bord nicht an die Maskenpflicht gehalten hat. Foto: Reuters / Jim Young

Der Flug 138 am Montagmorgen von Orlando nach Atlantic City hat sich um mehrere Stunden verzögert. Der Grund: ein Disput über die herrschende Maskenpflicht. Die verantwortliche US-amerikanische Fluggesellschaft Spirit Airlines hat in der Pandemie, wie alle Airlines, ihre Vorschriften angepasst. Sämtliche Menschen an Bord, die mindestens zwei Jahre oder älter sind, müssen eine Maske tragen. Es sei denn, sie essen gerade.

Angeblich hat sich an Bord von Flug 138 eine Familie, noch vor Start der Maschine, nicht an die Maskenpflicht gehalten. Deshalb mussten zuerst sie, später sämtliche Personen, das Flugzeug verlassen. Zwei Stunden später durften alle wieder, inklusive der betroffenen Familie, an Bord. Der Flug hob dann mit zweieinhalbstündiger Verzögerung ab.

Vier Videos kursieren auf Twitter

Mehrere Videos, die auf Twitter kursieren und zwischenzeitlich millionenfach geklickt wurden, zeigen ausschnittsweise den Vorfall. Geteilt wurden sie von Breaking911, einem Portal für Nachrichten, die von den sogenannten „Mainstream-Medien“ ignoriert würden. Laut den Faktencheckern von „Media Bias / Fact Check“ wird Breaking911 als unglaubwürdig eingestuft, aufgrund mangelhafter Transparenz, Clickbait und kaum faktenorientierter Berichterstattung. 

In den Videos ist zunächst eine Flugbegleiterin zu sehen, die mit den Eltern und den zwei- und siebenjährigen Kindern spricht. Das zweijährige Mädchen sitzt auf dem Schoß der schwangeren Mutter und isst einen Joghurt. Die Flugbegleiterin sagt, die Familie müsse nun das Flugzeug verlassen. Warum, fragt der Vater, der zum Sprechen immer wieder seine Maske herunterzieht. Weil sie sich nicht an die Maskenvorschriften gehalten hätten, antwortet die Flugbegleiterin. Sie würden doch alle eine Maske tragen, jetzt in diesem Augenblick, sagt der Vater. Aber nicht sie, sagt die Flugbegleiterin und deutet auf das Mädchen.

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Eine Sitznachbarin schaltet sich ein und sagt, mehrere Kinder an Bord würden sich nicht an die Maskenpflicht halten. Der Vater fragt daraufhin in Richtung des Filmenden, der einige Plätze weiter sitzt: „Sie haben mich die ganze Zeit gesehen, habe ich eine Maske getragen?“ „Ich sorge dafür, dass er von nun an eine Maske trägt“, sagt der Mann, der die Szene mit seinem Handy aufnimmt.

Maskenpflicht ab zwei: Kleinkind vor kurzem erst zwei Jahre alt geworden

Darauf sagt die Flugbegleiterin: „Ich habe keine Wahl, der Pilot will, dass sie gehen. Also müssen sie jetzt von Bord.“ Worauf die Mutter antwortet und das Mädchen auf ihrem Schoß meint: „Sie ist doch noch ein Baby, sie wurde erst vor zwei Monaten zwei Jahre alt.“ 

Dann droht die Flugbegleiterin mit der Polizei.

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In einem zweiten Video ist zu sehen, dass nicht nur die Familie, sondern alle Menschen an Bord packen und das Flugzeug verlassen. Der Familienvater sagt in Richtung der Handykamera: „Der Pilot hatte keine Einwände, alle Passagiere hatten keine Einwände, da war nur ein Afroamerikaner, der uns raushaben wollte.“ Damit meint er einen Schwarzen Flugbegleiter, der nicht in den Videos zu sehen ist.

Ein drittes Video zeigt dann die Familie, wie sie von der Polizei begleitet durch einen Flughafen-Gang geht. Eingegriffen oder Verhaftungen vorgenommen haben die Beamt*innen aber nicht, wie es laut New York Post in einem Statement der verantwortlichen Polizeibehörde aus Orlando heißt. Die Polizist*innen seien erst eingetroffen, als sämtliche Passagier*innen bereits von Bord mussten. Sie hätten daher „nur beigestanden, während Spirit Airlines das Problem löste“.

Gibt es ein Nachspiel?

Ob der Vorfall ein Nachspiel hat, ist bislang nicht klar. Ganz eindeutig ist er durch die kurzen Videosequenzen jedenfalls nicht. So beharrt Field Sutton, ein Sprecher von Spirit Airlines im Gespräch mit der New York Post darauf, dass nicht nur das Mädchen, sondern die ganze Familie keine Maske getragen habe. Das sei in den Clips jedoch nicht zu sehen. Die Familie sei deshalb verwarnt, aber nicht vom Flug ausgeschlossen worden.

Ebenfalls unstimmig: Nicht nur die Familie wurde von der Polizei begleitet, auch ein Mitarbeiter der Fluglinie. Die Daily Mail schreibt dazu, dass der „afroamerikanische Flugbegleiter“, auf den sich vermutlich auch der Vater bezogen hat, ebenfalls an dem Masken-Vorfall beteiligt gewesen sei und deshalb das Flugzeug habe verlassen müssen. 

Das stimme laut Sutton aber nicht. Er erklärte: Aufgrund der Verzögerung sei, wie üblich, ein Teil der Kabinencrew ausgetauscht worden. Es sei deshalb nicht wahr, dass der Flugbegleiter nach dem Vorfall von Bord musste.

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Demgegenüber heißt es in einem vierten Video, in dem der Familien-Vater erklärt: Alle seien wieder an Bord, mit Ausnahme des einen Flugbegleiters. 

Auf Twitter wurden die Videos und der Vorfall tausendfach kommentiert. Das reicht von: „Regeln sind Regeln. Wer sich nicht dran hält, muss gehen“ bis hin zu „Spirit Airlines ist eine Schande.“

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