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Fleischskandal: Nestlé wurde aus Deutschland beliefert

Im Pferdefleisch-Skandal hat der niedersächsische Fleischwarenproduzent Schypke die Verantwortung für mit Pferdefleisch vermengtes Rindfleisch an den Lebensmittelriesen Nestlé weitergereicht. Schypke sei ein ausschließlich weiterverarbeitender Produktionsbetrieb, der weder selbst schlachte noch zerlege, teilte das Unternehmen in Steinfeld-Mühlen im Münsterland mit. Nestlé hatte zuvor erklärt, in zwei Nudelprodukten sei Pferde-DNA nachgewiesen worden, das Fleisch dafür habe Schypke geliefert.

Schypke erklärte, das Unternehmen habe "zu keiner Zeit Pferdefleisch eingekauft". Es arbeite nun mit den Behörden zusammen, um zu einer raschen Aufklärung beizutragen. Künftig werde alles Rohfleisch gentechnisch untersucht werden.

Bei Tests sei Pferde-DNA in zwei Nudel-Produkten nachgewiesen worden, für die ein deutsches Unternehmen Fleisch geliefert habe, teilte der Schweizer Konzern mit. Die in Italien und Spanien verkauften Sorten Buitoni-Rindfleischravioli und Rindfleisch-Tortellini seien daraufhin sofort freiwillig vom Markt genommen worden. Der Anteil von Pferdefleisch habe über einem Prozent gelegen, führte Nestlé aus. Auch ein in Frankreich hergestelltes Tiefkühl-Fleischprodukt von Nestlé soll demnach aus dem Verkehr gezogen werden.

Der Konzern entschuldigte sich bei seinen Kunden und kündigte an, als Konsequenz höhere Standards einzuführen und die Rückverfolgbarkeit der Zutaten zu verbessern. Eine Gesundheitsgefährdung gehe von den falsch deklarierten Produkten nicht aus.

In Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern waren jüngst Spuren von Pferdefleisch in Millionen Fertiggerichten entdeckt worden. Betroffen waren hierzulande große Supermarktketten wie Edeka, Aldi Süd, Kaiser's Tengelmann, Lidl und der Tiefkühl-Heimlieferservice Eismann.

Entdeckt wurde Pferdefleisch in Tiefkühl-Lasagne-Produkten, teils aber auch in Ravioli, Tortelloni oder Dosen-Gulasch. Die Verbraucherschutzminister von Bund und Ländern einigten sich als Konsequenz aus dem Lebensmittel-Skandal am Montag auf einen Zehn-Punkte-Aktionsplan, in dem unter anderem europaweite Herkunftsbezeichnungen für Fleischprodukte gefordert werden.

In Brasilien erklärte der weltgrößte Fleischproduzent JBS, er beende jegliche Zusammenarbeit mit Schypke. Bis zur Aufklärung des Pferdefleisch-Skandals werde die europäische Tochter JBS Toledo in Belgien keinerlei Fleisch aus Europa mehr verarbeiten, betonte der Konzern. In den Produkten, die in den JBS-Werken hergestellt worden seien, sei kein Pferdefleisch untergemischt worden.

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