Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    14.541,38
    +1,82 (+0,01%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.962,41
    +0,42 (+0,01%)
     
  • Dow Jones 30

    34.347,03
    +152,97 (+0,45%)
     
  • Gold

    1.754,00
    +8,40 (+0,48%)
     
  • EUR/USD

    1,0405
    -0,0008 (-0,07%)
     
  • BTC-EUR

    15.937,77
    -18,94 (-0,12%)
     
  • CMC Crypto 200

    386,97
    +4,32 (+1,13%)
     
  • Öl (Brent)

    76,28
    -1,66 (-2,13%)
     
  • MDAX

    25.971,45
    -83,48 (-0,32%)
     
  • TecDAX

    3.118,19
    -9,18 (-0,29%)
     
  • SDAX

    12.511,05
    -71,62 (-0,57%)
     
  • Nikkei 225

    28.283,03
    -100,06 (-0,35%)
     
  • FTSE 100

    7.486,67
    +20,07 (+0,27%)
     
  • CAC 40

    6.712,48
    +5,16 (+0,08%)
     
  • Nasdaq Compositive

    11.226,36
    -58,96 (-0,52%)
     

Flammender Sparappell: Internationale Energieagentur erwartet, dass Russland alle Gas-Lieferungen nach Europa einstellt

Die Internationale Energieagentur rechnet damit, dass Russland alle Gaslieferungen nach Europa stoppt.  - Copyright: picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann / SVEN SIMON
Die Internationale Energieagentur rechnet damit, dass Russland alle Gaslieferungen nach Europa stoppt. - Copyright: picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann / SVEN SIMON

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat die Länder Europas dringend aufgefordert, den Verbrauch von Erdgas stärker einzuschränken, als mehr Gas zu sparen. Europa müsse die Vorräte in den Speichern schonen, weil Russland alle Lieferungen über Pipelines nach Europa vollständig einstellen könnte

Die in Paris ansässige Organisation mahnte in ihrem vierteljährlichen Bericht, Maßnahmen zur Einsparung von Gas könnten entscheidend, um die Lagerbestände aufrechtzuerhalten, "da Russland seine Erdgaslieferungen verstärkt als politische Waffe einsetzt".

Russland hat bereits die Lieferungen nach Deutschland über die Pipeline Nord Stream 1, sowie die Lieferungen an mehrere Länder wie Polen, Bulgarien und zuletzt Italien komplett eingestellt. Sollte Russland auch die übrigen Lieferungen einstellen, drohe eine zunehmende Konkurrenz um die weltweiten Kapazitäten an Flüssiggas (LNG).

Der Energieagentur zufolge muss Europa den Gasverbrauch um 13 Prozent unter den Fünfjahresschnitt drücken, um sicherzustellen. Das bedeutet, dass alle Haushalte ihre Thermostate um ein Grad herunterdrehen müssten, so die IEA.

In Deutschland gilt nach nationalen Rechnungen sogar eine Einsparung um 20 Prozent als nötig, um selbst bei vollen Speichern ohne Gasmangel durch den Winter zu kommen. Im kühlen September lag der Verbrauch der privaten Haushalte zuletzt aber sogar über dem Vorjahr.

In Europa insgesamt hätten die steigenden Gaspreise den Verbrauch in diesem Jahr bereits um zehn Prozent sinken lassen, so die IEA. Es seien aber weitere Anstrengungen erforderlich, um die Energieversorgung Europas zu sichern.

"Maßnahmen zur Einsparung von Gas werden entscheidend sein, um die Entnahme aus den Speichern zu minimieren und die Vorräte bis zum Ende der Heizperiode auf einem angemessenen Niveau zu halten", fügte sie hinzu. Die IEA strebt dafür einen Füllstand von 33 Prozent an. Experten warnen immer wieder, dass auch der Winter 2023/24 eine Herausforderung wird, sollten die Speicher am Ende der Heizperiode 22/23 zu leer sein.

"Die Aussichten für die Gasmärkte bleiben getrübt, nicht zuletzt wegen Russlands rücksichtslosem und unberechenbarem Verhalten, das seinen Ruf als zuverlässiger Lieferant erschüttert hat. Alles deutet darauf hin, dass die Märkte bis weit ins Jahr 2023 hinein sehr angespannt bleiben werden", so die IEA .

Die angespannte Marktlage hat die europäischen Erdgaspreise auf Höchststände getrieben. Der wichtigste Signalpreis, die niederländischen TTF-Futures, stiegen seit Jahresbeginn um 165 Prozent. Ende August erreichten sie einen Höchststand von 340 Euro pro Megawattstunde. Zuletzt lagen die Preise an der Börse bei 178 Euro.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Business Insider in den USA. Das Original lest ihr hier.