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Rätselhaftes Massen-Fischsterben an der Oder

Der Berufsfischer Henry Schneider hat sich erschüttert über das massive Fischsterben in der Oder geäußert. Die wirtschaftlichen Folgen seien noch nicht abschätzbar.

Toter Fisch
Warum sterben die Fische in Massen in der Oder? (Bild: dpa)

"Sowas haben wir noch nicht erlebt. Tote Fische sind überall zu sehen. Es sind viele", sagte der Fischermeister. Er führt in Brieskow-Finkenheerd im Kreis Oder-Spree, nicht weit entfernt von Frankfurt (Oder), einen Familienbetrieb in der fünften Generation.

Kontakt mit dem Wasser vorsorglich vermeiden

Für sein aktuelles Geschäft sieht er bislang keine direkten Folgen. "Wir kommen gut über den Sommer", sagte Schneider. Da die Oder extremes Niedrigwasser führe, habe er bereits vor drei Wochen die Fischerei in der Oder eingestellt und sei auf andere Gewässer ausgewichen. Ob Laich- und Jungfische gestorben seien, lasse sich erst in einigen Monaten sehen. "Es kann schlimm ausgehen, oder es kann sein, dass die Anrainer mit einem blauen Augen davon kommen."

Die Flussbadestelle in Schwedt an der Oder wurde derweil vorsorglich gesperrt, wie eine Sprecherin der Kreisverwaltung Uckermark am Donnerstag in Prenzlau (Brandenburg) sagte. Der Verein, der die Badestelle betreibe, habe damit auf die Empfehlung des Landkreises Uckermark reagiert, Kontakt mit dem Flusswasser zu meiden. Auch andere Landkreise riefen nach Bekanntwerden des Fischsterbens in Frankfurt (Oder) und umliegenden Regionen dazu auf, die Berührung mit dem Wasser zu vermeiden.

Mögliches Umweltdelikt?

Aktuelle Wasserproben in Polen sind nach Angaben der dortigen Umweltbehörde allerdings unbelastet. "Die aktuellen Ergebnisse bestätigen kein Vorhandensein von toxischen Substanzen, darunter auch Mesitylen, auf dem gesamten untersuchten Flussabschnitt, der sich über fünf Wojwodschaften erstreckt", teilte die Behörde am Donnerstag per Twitter mit. Das Wasser der Oder werde täglich untersucht.

Inspektoren des Gewässeramts in Niederschlesien hatten den Berichten zufolge bereits Ende Juli Wasserproben an drei Stellen entnommen. Anfang August teilte das Gewässeramt in Wroclaw mit, der hohe Sauerstoffgehalt im Wasser weiche von den typischen Sauerstoffkonzentrationen im Sommer ab. Es sei möglich, dass eine Substanz mit stark oxidierenden Eigenschaften ins Wasser gelangt sei. Zudem wurde an zwei Stellen die giftige Substanz Mesitylen nachgewiesen. Die örtliche Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines möglichen Umweltdelikts.

In Polen wächst die Kritik am Umgang der Behörden mit dem Fischsterben. "Schon seit 14 Tagen hätte der Fluss von niemandem mehr genutzt werden dürfen. Doch kein Amt hat die Öffentlichkeit vor diesem Problem gewarnt", schrieb der Abgeordnete Tomasz Anisko von den polnischen Grünen auf Facebook. Niemand habe die Bevölkerung alarmiert, dass es verboten sei, Fische zu fangen und zu essen, im Fluss zu baden oder Tiere zu tränken. Dies zeige die totale Hilflosigkeit und Verantwortungslosigkeit der staatlichen Institutionen, schrieb Anisko weiter.

Im Video: Zicksee trocknet aus, Fische verenden