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Finanzielle Freiheit: Wie viel muss man realistisch in Dividendenaktien investiert haben?

Älteres Paar beim Strandurlaub reich
Älteres Paar beim Strandurlaub reich

Die finanzielle Freiheit kann man mit Dividendenaktien erreichen. Wobei es unterschiedliche Wege gibt. Einigen reichen in ihrer Theorie zum Beispiel 150.000 Euro investiert in High-Yield-Aktien, die im Durchschnitt auf 8 % Dividendenrendite pro Jahr kommen. Mit einem frugalistischen Lebensziel haben sie es dann, ihrer Ansicht nach, erreicht.

Meine Kalkulation sähe jedenfalls bedeutend anders aus. Deshalb wollen wir heute einmal überlegen, wie man kalkulieren kann und was man für ein Vermögen in Dividendenaktien für die finanzielle Freiheit benötigt. Verschiedene Faktoren sind für mich nötig.

Finanzielle Freiheit mit Dividendenaktien: (M)Eine Kalkulation

Im Endeffekt ist es in etwa meine Kalkulation für die Zukunft, die ich dir jetzt vorstelle. Aber es ist womöglich eine Orientierungshilfe für dich, wie man grundsätzlich vorgehen kann. Ich selbst kalkuliere für mich alleine mit einem benötigten Nettoeinkommen von 3.000 Euro pro Jahr. Eingepreist habe ich das, indem ich mit 3 % Dividendenrendite rechne, wobei ich glaube, dass 4 % im Querschnitt als passives Einkommen möglich und nachhaltig sein können. Vergiss nicht: Deine eigene Dividendenrendite zählt jedoch nicht, wenn du von deinem benötigten Vermögen ausgehst.

Alleine aufgrund dieser Basisberechnung erhalte ich einen Wert von 1,2 Mio. Euro. Das ist natürlich nicht wenig und zeigt mir direkt, dass ich wirklich eine Menge Rendite brauche. Vielleicht kann man, wenn man es anpassen möchte, mit etwas mehr Rendite kalkulieren. Netto 4 % Dividendenrendite hießen lediglich 900.000 Euro. Allerdings, bedenke: Mit höheren Renditen wackelt die finanzielle Freiheit bei Dividendenaktien etwas mehr. Das Risiko steigt für die Chance schließlich.

Allerdings ist das nicht alles. Die finanzielle Freiheit ist für mich ein fließender Prozess. Wenn ich konsequent 36.000 Euro Kaufkraft haben möchte, so muss ich eine gewisse Inflation und Teuerung betrachten. Ab dem Zeitpunkt des Ruhestands heißt das mindestens, dass das Depot etwas wachsen oder sich das passive Einkommen vergrößern muss. Das sollte man ab diesem Zeitpunkt einpreisen. Zudem haben wir jetzt netto gerechnet. Aber das ist nicht der einzige Abschlag, den ich vornehme. Nein, sondern auch einen gewissen Sicherheitspuffer von mindestens 20 % würde ich einpreisen. Das hieße: Ich würde 1,44 Mio. Euro rein rechnerisch benötigen, um dieses Ziel für mich nachhaltig zu erreichen.

Eine Orientierung!

Es gibt mehrere Dinge, die man anwenden kann. Die finanzielle Freiheit ist, wie gesagt, auch anderweitig mit Dividendenaktien möglich. Entscheidend ist für mich, die relevanten Faktoren zu kennen. Es geht um ein realistisches Einkommen, das man für sich benötigt, sowie den entsprechenden Multiplikator. Auch eine realistische, nachhaltige und konservative Dividendenrendite (netto!) zu identifizieren ist relevant. Zu guter Letzt würde ich mit einem Sicherheitspuffer kalkulieren, um Volatilität, Kürzungen oder Ausfälle abzufangen.

Weiterhin gilt natürlich, dass das eigene Einkommensdepot sehr diversifiziert sein sollte. Durchdenke daher gut, was du wirklich effektiv benötigst. Quantitativ und auch qualitativ.

Der Artikel Finanzielle Freiheit: Wie viel muss man realistisch in Dividendenaktien investiert haben? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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