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Fielmann beteiligt sich an Datenbrillen-Start-up Ubimax

Die Optikerkette steigt bei Ubimax ein. Das Start-up gilt als aussichtsreicher Entwickler von Datenbrillen, die nun auch bei Fielmann angepasst werden.

Marc Fielmann ist angetreten, um die von seinem Vater aufgebaute Optikerkette in das Digital-Zeitalter zu führen. Jetzt geht der 30-jährige Vorstandschef einen weiteren Schritt: Er beteiligt sich an einem Bremer Start-up für Datenbrillen. Künftig können in den 800 Fielmann-Filialen damit auch die Datenbrillen von Ubimax angepasst und mit Korrekturgläsern versehen werden.

Ubimax gilt als aussichtsreicher Entwickler von solchen Brillen für Industrieanwendungen. Das Unternehmen war im vergangenen Jahr einer der Preisträger des Start-up-Wettbewers „The Spark“ von Handelsblatt und McKinsey.

„Fielmann ist bereits heute Partner von mehr als 11.000 Arbeitgebern europaweit, versorgt mehr als 100.000 Arbeitnehmer mit Bildschirmarbeitsplatzbrillen, Arbeitsschutzbrillen und Gehörschutz“, erklärte Marc Fielmann. Durch die neue Kooperation werde Fielmann dieses Angebot ausbauen können.

Künftig wolle der börsennotierte Hamburger Konzern auch Software für diese sogenannten Smart Glasses entwickeln. Marc Fielmann hat in den vergangenen Jahren die Zukunftsabteilung Fielmann Ventures mit aufgebaut. Sie soll die Kette um digitale Fähigkeiten erweitern.

Fielmann steigt mit zehn Prozent im Rahmen einer zweiten größeren Finanzierungsrunde bei Ubimax ein. Wie viel Geld an das Start-up fließt, ließen die beiden Partner offen. Hinter dem Investment steht auch die Idee, dass in der Coronakrise Reisen vermieden werden und die Produkte von Ubimax so größere Chancen bekommen. Die Bremer bieten ihre Datenbrillen für Unternehmen an, damit diese Maschinen aus der Ferne warten können, Mitarbeiter anlernen und Produkte virtuell präsentieren.

DHL und Daimler als Kunden von Ubimax

Er wolle zusammen mit Fielmann die „führende B2B-Plattform für Smart Glasses aufbauen“, teilte Ubimax-Gründer Henrik Witt mit. Seine Vision hatte er bereits im Herbst im Berlin bei „The Spark“ präsentiert und damit die Jury überzeugt.

Die Wurzeln von Ubimax reichen zurück bis ins Jahr 2004, als sich Gründer Witt in einem EU-Projekt erstmals mit Wearables für den Unternehmenseinsatz beschäftigte – damals noch mit Rechnern im Rucksack. 2011, als erste kommerziell nutzbare Datenbrillen auf dem Markt waren, gründete er Ubimax. Für 2018 beziffert er den Umsatz auf 3,8 Millionen Euro. Zu den Kunden zählt er DHL, Daimler, Samsung und Schnellecke Logistics.

Das Start-up aus der Bremer Überseestadt ermöglicht beispielsweise Maschinenbauern, ihren Kunden aus der Ferne zu helfen – der Techniker vor Ort bekommt über eine Datenbrille Informationen und Anweisungen eingeblendet. Auch Sensoren in intelligenten Uhren ermöglichen Erleichterungen im Arbeitsalltag.

Airbus Helicopters etwa nutzt laut Ubimax die Technik, um Wartungsschritte bei den Hubschraubern effizienter zu dokumentieren. „Mit der Ubimax-Lösung auf Datenbrillen können per intuitivem Sprachbefehl Bilder aufgenommen und direkt auf den Computer hochgeladen sowie Handbücher abgerufen werden. Die Prüfzeit wurde so um 40 Prozent verkürzt“, schildert Ubimax die prestigeträchtige Anwendung.

Im September 2019 verkündete Witt bereits die Übernahme der Augmented-Reality-Sparte des IT-Unternehmens Essert in Ubstadt-Weiher. Seitdem kommt Ubimax auf mehr als 100 Mitarbeiter – inklusive Büros in Amerika.