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Ferrari: Haben Bahrain-Wochenende mehr aufs Rennen ausgerichtet

Maria Reyer
·Lesedauer: 3 Min.

Knapp 1,3 Sekunden war die Scuderia Ferrari im Qualifying zum Grand Prix von Bahrain 2020 langsamer als im Vorjahr. Stand Charles Leclerc in seinem Debütjahr in Rot noch auf der Pole-Position, so muss er sich eineinhalb Jahre später mit Platz 12 - 0,016 Sekunden hinter Sebastian Vettel - begnügen.

"Wenn man ihn fragt, wird er wohl sagen, dass er sich nicht so wohlfühlt wie sonst immer", schildert Laurent Mekies. Der Sportdirektor, der das Team an der Strecke in Abwesenheit von Teamchef Mattia Binotto führt, versichert, dass die Mannschaft alles versucht, um Leclerc bestmöglich zu unterstützen.

"Wir versuchen alles, um ihm das Werkszeug und das Auto zu geben, das er braucht. Es hat ein paar kleine Fortschritte gegeben, er konnte ein wenig mehr Selbstvertrauen tanken. Aber es fehlte uns heute etwas im Qualifying. Hoffentlich sind wir im Rennen morgen zurück im Kampf."

Mit Rundenzeiten von 1:29.149 Minuten (Vettel) und 1:29.165 Minuten (Leclerc) schaffte es die Scuderia knapp nicht in das Q3 - eineinhalb Zehntel fehlten am Ende. Zum zweiten Mal in Folge konnte der Deutsche seinen jüngeren Teamkollegen auf einer schnellen Runde schlagen.

Insgesamt offenbarte die Leistung der Italiener allerdings den deutlichen Rückschritt, den das Team im Vergleich zu 2019 vollbrachte. Über eine Sekunde waren beide Fahrer langsamer als ihre 2019er-Runden. Mekies erklärt dies unter anderem damit, dass man sich sehr auf das Rennen fokussiert habe.

"Wir haben in der Vorbereitung versucht, uns auf das Rennen zu fokussieren. Wir haben zwei harte Reifensätze aufgespart. Nur wenige sind in einer solchen Ausgangslage. Wir werden sehen, ob wir sie morgen brauchen und ob es sich auszahlt."

Der übliche Reifenvorteil, den jene Piloten normalerweise genießen, die von Startplatz elf oder dahinter starten, ist in Bahrain diesmal nicht gegeben. Schließlich starten alle Piloten in den Top 10 auf dem härteren Medium-Pneu, weil der raue Asphalt für besonders hohen Verschleiß sorgt.

"Es war keine Überraschung, dass sich alle für den Medium entschieden haben. Das wurde recht schnell klar", entgegnet Mekies unbeeindruckt. "Wir haben zwar den üblichen Vorteil von P11 aus nicht am Start, aber das ist 'Part of the Game'."

Wichtiger ist aus seiner Sicht, in der großen Mittelfeldgruppe von rund zwölf Autos mithalten zu können. "Morgen wird es wohl mehr Stopps geben als sonst üblich. Und es wird wichtig sein, dass wir morgen die Pace haben, um mit der Gruppe mitzuhalten."

Sollte sich herausstellen, dass sich die auf das Rennen zentrierte Vorbereitung gelohnt hat, könne man alternative Strategien im Rennen andenken, so Mekies. "So wie wir das schon des Öfteren gemacht haben in diesem Jahr, als wir von weiter hinten gestartet sind."

Der Franzose erwartet einen sehr engen Kampf im Mittelfeld. "Wir wissen, es wird ein hartes Rennen. Ich werde nicht lügen: Wir waren extrem frustriert am Samstag in der Türkei, aber das Rennen war dann unter den Bedingungen ganz okay. Das erwarten wir hier zwar nicht, aber wir haben immer noch denselben Kampfgeist."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.