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Mit der „Felicity Ace“ versanken auch 85 seltene Lamborghini im Atlantik — für deren Kunden baut die VW-Tochter jedes der Luxusautos noch einmal neu

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Die Felicity Ace
Die Felicity Ace

Der italienische Luxusfahrzeugproduzent Lamborghini reagiert mit einer Kraftanstrengung auf den Untergang des Auto-Frachters „Felicity Ace“ mitsamt seiner wertvollen Ladung. „Von uns waren immerhin 85 Neuwagen an Bord“, sagte Lamborghini-CEO Stephan Ernst Winkelmann im Interview mit Business Insider. „Das ist schon eine beträchtliche Anzahl für einen kleinen Hersteller wie Automobili Lamborghini“. Zur Einordnung: 2021 hatte die VW-Tochter aus Sant’Agata Bolognese weltweit insgesamt 8405 Neuwagen ausgeliefert.

Da die Lamborghini-Produktion mit Festbestellungen derzeit auf mehr als ein Jahr ausgebucht ist, wird eine Zusatzfertigung nebst entsprechender Logistik nur mit erheblichen Mühen zu bewerkstelligen sein. „Gleichwohl haben wir den Kunden unserer nordamerikanischen Handelspartner mitgeteilt, dass alle 85 bestellten Autos nun nochmals gebaut und sogar in diesem Jahr ausgeliefert werden“, so Winkelmann.

Fast 4000 Edelmobile ein Raub der Flammen

Die „Felicity Ace“ hatte am 10. Februar im niedersächsischen Emden abgelegt und Kurs genommen auf Davisville im US-Bundesstaat Rhode Island, wo das Schiff am 23. Februar einlaufen sollte. Am 16. Februar allerdings brach im Laderaum des 200-Meter-Riesen knapp 100 Seemeilen südlich des Azoren-Eilands Faial ein Feuer aus. Alle 22 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden.

Für die verladenen 3965 Neuwagen aus dem VW-Konzern allerdings, darunter auch viele Modelle von Audi, Porsche und Bentley, kam selbst der Einsatz von Spezialisten des Bergungsunternehmens Smit zu spät. Beim Abschleppversuch versank das Schiff am 1. März im Atlantik.

Den Gesamtschaden beziffern Experten auf rund 250 Millionen Euro. Allein die 85 – nun submarinen – Lamborghini-Flundern dürften einen Wert von mindestens 30 Millionen Euro repräsentieren. Besonders kostspielig und selten sind dabei ein gutes Dutzend Lamborghini-Topmodelle. Deren Auftraggeber kann Winkelmann allerdings ebenfalls beruhigen: „Selbst Ersatz für jene 15 Exemplare der letzten Auflage vom Aventador, also aus der ‚Ultimae’-Serie, die versunken sind, gelangt noch nach Übersee“.

Nasses Grab in der Nichttaucherzone

Doch wer nun den englischen Schiffsnamen „Felicity Ace“ ins Deutsche übersetzt, sodann auf einen „Glücksbringer“ hofft und sein Dive-Pack schnürt, sei dringlich gewarnt.

Zwar befindet sich die wohl letzte Ruhestätte des Car-Carriers „Felicity Ace“ immerhin 25 Seemeilen außerhalb der sogenannten Wirtschafts- und Ausschließlichen Zone von Portugal, zu dem die Azoren als Autonome Region gehören. Hobbytaucher aber sollten sich keinesfalls tiefer als 60 Meter unter die Wasserlinie sinken lassen. Wrack wie Wagen jedoch rosten nochmals drei Kilometer weiter Richtung Erdmittelpunkt vor sich hin.

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