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Farfetch – warum ich an dem Corona-Highflyer im Crash festhalte

E-Commerce und mobile Banking
E-Commerce und mobile Banking

Die Aktionäre von Farfetch (WKN: A2N6CB) waren im vergangenen Jahr nicht von Erfolg verwöhnt. Wie viele andere Lockdown-Gewinner wurde die Aktie an der Börse zuletzt abgestraft. Das Unternehmen war als E-Commerce Plattform für Luxusartikel alles andere als immun gegen diese Entwicklung. Die Lockdowns in China und der Einmarsch Russlands in die Ukraine waren auch alles andere als förderlich. In Russland erzielte das Unternehmen 2021 6 % der Umsätze und wuchs überdurchschnittlich.

Auf Jahressicht summierte sich das Minus bei der Aktie auf mehr als 80 %. Besonders zum Verhängnis wurde Farfetch, dass das Unternehmen operativ nicht profitabel ist. Dadurch ist Farfetch ein Opfer der Zinserhöhungen, die zu höheren Abzinsungsfaktoren führen. Im laufenden Jahr strebt das Management um CEO José Neves an, auf Ebene des bereinigten EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) den Break-even zu erreichen.

Es erscheint immer noch vieles richtig

Rückenwind könnte Farfetch dadurch erhalten, dass das Unternehmen nur als Plattform auftritt. Das Unternehmen agiert nicht wie andere klassische Onlinehändler, sondern stellt nur den Kontakt zwischen Kunde und Marke her. Dadurch entfällt das Risiko, zu viel Ware auf Lager zu halten und diese möglicherweise nur mit Rabatt verkaufen zu können.

Wie andere Plattform-Unternehmen profitiert Farfetch von steigenden Preisen der verkauften Waren. Das Unternehmen erhält eine feste Provision bei jedem getätigten Verkauf. Der Anteil von Farfetch liegt konstant über 30 % und ist damit sehr hoch. Steigen die Preise, steigt automatisch der Umsatz von Farfetch. Die Luxusindustrie bringt dafür nicht die schlechtesten Voraussetzungen mit. Die Käufer sind in der Regel eher wenig preissensibel. Vergangene Krisen haben gezeigt, dass sich die Branche auch in schwierigen Zeiten gut schlägt.

Die Analysten von Morningstar erwarten ein strukturelles Wachstum bei den Online-Verkäufen in der Luxusbranche. Im Jahr 2021 wurden 22 % der Einkäufe online getätigt, und dieser Anteil wird bis 2031 voraussichtlich auf 35 % steigen. Mit 1.400 Verkäufern hat Farfetch dabei ein führendes Angebot und könnte in den nächsten Jahren von einem wachsenden Netzwerkeffekt profitieren. Die Bruttomarge von 44,7 % im ersten Quartal 2022 deutet bereits an, wohin sich das Unternehmen perspektivisch bewegen könnte.

Farfetch wächst weiter

Im ersten Quartal 2022 hat Farfetch angesichts der allgemeinen Enttäuschungen im E-Commerce durchaus solide Zahlen vorlegen können. Die Umsätze wuchsen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,1 %. Die Zahl der aktiven Kunden ist im ersten Quartal gleichzeitig um 17 % gestiegen. Für das Gesamtjahr ist das Management weiterhin noch optimistisch, den Wert der umgesetzten Waren weiter steigern zu können.

Meine Position in Farfetch ist nicht groß. Als riskantere Beimischung mit langfristig hohen Chancen halte ich das Unternehmen trotzdem für spannend. Kurzfristig könnte es aber stark volatil weitergehen.

Der Artikel Farfetch – warum ich an dem Corona-Highflyer im Crash festhalte ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Florian Hainzl besitzt Aktien von Farfetch. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2022

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