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Falls das „Orakel von Omaha“ abtritt: So tickt Greg Abel, der offizielle Nachfolger von Warren Buffett

Will Daniel
·Lesedauer: 4 Min.

Berkshire Hathaway hielt am Samstag seine jährliche Hauptversammlung ab. Dabei verkündete Warren Buffett, dass Greg Abel, der 58-jährige Leiter der nicht versicherungsbezogenen Geschäftsbereiche von Berkshire, als Nachfolger ernannt wird, falls das "Orakel von Omaha" zurücktritt. "Die Direktoren haben vereinbart, dass Greg morgen früh die Nachfolge antreten würde, wenn mir heute Abend etwas zustoßen würde", sagte Buffett am Montag.

Die Spekulationen über einen Nachfolger für den milliardenschweren Investor begannen im Jahr 2006, als der damals 75-jährige Buffett in einem jährlichen Aktionärsbrief erstmals über die Nachfolgeplanung sprach. Damals erklärte Buffett, dass er sich gewünscht hätte, dass Charlie Munger, seine langjährige rechte Hand, das Unternehmen übernehmen würde. Jedoch bräuchte es jemand Jüngeren für diese Aufgabe. Buffett fügte hinzu, dass Berkshire "jemanden braucht, der genetisch darauf programmiert ist, ernsthafte Risiken zu erkennen und zu vermeiden, auch solche, denen man noch nie begegnet ist."

Abels Äußerungen auf der diesjährigen Hauptversammlung deuten darauf hin, dass er genau jener "genetisch programmierte" Risikomanager sein könnte, den sich der heute 90-jährige Buffett im Jahr 2006 vorgestellt hatte. "Ich versuche zu verstehen, was unsere Konkurrenten tun, was die fundamentalen Risiken in diesen Geschäften sind und wie sie durchbrochen werden können", sagte Abel. "Es geht immer darum, ob wir unser Kapital in diesen Geschäftsbereichen im Verhältnis zum Risiko richtig einsetzen."

Hintergrund und Lebenslauf

Abel begann seine Karriere bei PricewaterhouseCoopers, bevor er 1992 zu CalEnergy, einem Hersteller von geothermischem Strom, kam. Im Jahr 1999 erwarb CalEnergy das Unternehmen MidAmerican Energy und übernahm dessen Namen, bevor Berkshire Hathaway im selben Jahr eine Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen erwarb. Im Jahr 2008 wurde Abel zum Geschäftsführer von MidAmerican ernannt, das im Jahr 2014 in Berkshire Hathaway Energy umbenannt wurde.

Der in Kanada geborene Wirtschaftsprüfer war von 2008 bis 2018 Vorstandsvorsitzender von Berkshire Hathaway Energy und von 1998 bis 2018 Präsident. Abel ist gegenwärtig Vorsitzender von Berkshire Hathaway Energy und ist seit 2000 Mitglied des Verwaltungsrats. Im Januar 2018 wurde Abel zum stellvertretenden Vorsitzenden für das versicherungsfremde Geschäft von Berkshire Hathaway ernannt und in den Vorstand des Konglomerats berufen. Außerdem ist Abel Direktor und stellvertretender Vorsitzender der Associated Electric & Gas Insurance Services Limited und sitzt im Aufsichtsrat der Kraft Heinz Company und der AEGIS Insurance Services.

Die Nachfolge des Orakels von Omaha

An der Wall Street gilt Abel schon seit Jahren als wahrscheinlicher Nachfolger von Buffett. Im Jahr 2017 nahm Sarah DeWitt, Analystin bei JPMorgan, die Berichterstattung über Berkshire auf und bezeichnete den Energiemanager als den "wohl wahrscheinlichsten" Kandidaten für die Nachfolge Buffetts. Das Konglomerat bestätigte den Verdacht jedoch nicht — bis Samstag. Auf der jährlichen Hauptversammlung von Berkshire wurde Abel nun offiziell zum Nachfolger von Buffett ernannt.

Munger, Berkshires stellvertretender Vorsitzender, sagte, er glaube, dass Abel "die Kultur" beibehalten werde, die Berkshire seit Jahrzehnten so erfolgreich gemacht hat. Während seiner Regentschaft hat Buffett Berkshire Hathaway in ein Unternehmen mit einem Wert von mehr als 630 Milliarden Dollar verwandelt. Das Konglomerat besitzt Anteile an nahezu allem, von Apple und Coca-Cola bis hin zur Bank of America und UPS. Seit er 1942 mit dem Investieren begann, ist Buffett ein leidenschaftlicher Befürworter der amerikanischen Wirtschaft gewesen— und der Aktien, die sie abbilden.

Basierend auf dem, was Buffett und Munger über Abel gesagt haben, können die Investoren viel von dem langjährigen Berkshire-Treuen erwarten, wenn er die Zügel in die Hand nimmt.

Meinungen aus der Öffentlichkeit

Analysten, Marktkommentatoren und Professoren äußerten sich überwiegend positiv über Abels Erfolgsaussichten als Leiter von Berkshire Hathaway. Hier sind vier Reaktionen auf die Nachricht über seine Ernennung:

  1. "Abel hat natürlich nicht das Charisma, die Persönlichkeit und den Ruf, den Buffett über Jahrzehnte hinweg aufgebaut hat. Er wird also nicht die Anziehungskraft haben, die Buffett hat. Dennoch strahlt er eine außerordentliche Kompetenz und Erfolg aus. Seine Erfolgsbilanz bei Berkshire ist sehr zufriedenstellend und ich glaube nicht, dass die Aktionäre mehr verlangen können", sagte David Kass, Professor für Finanzen an der Robert H. Smith School of Business der University of Maryland.

  2. "Greg ist der geborene Nachfolger von Warren Buffet und wurde für diesen Posten vorbereitet. Aus unternehmenskultureller Sicht ist dies eine kluge Wahl, die den Anlegern gefallen sollte. Allerdings ist es eine schwierige Aufgabe, in die Fußstapfen einer globalen Ikone und eines Investmentgenies zu treten und es wird einige Herausforderungen geben", sagte Dan Ives, Managing Director of Equity Research bei Wedbush Securities.

  3. "Die gute Nachricht bei Greg ist, dass er die entsprechenden Antworten bereits parat hatte. Es gab keine Frage oder Zweideutigkeit in seinen Antworten. Hoffen wir, dass Charlie richtig liegt, und die Unternehmenskultur repliziert werden kann", sagte Ed Walczak, ein Vermögensverwalter bei Vontobel.

  4. Jim Shanahan, ein Analyst bei Edward Jones, vermutet, dass Buffett "dies nur widerwillig offengelegt hat." Er fügte hinzu, dass "Abels Krönung nicht gerade eine Überraschung ist" und, dass er "viel Erleichterung" darüber empfindet, dass Abel das Geschäft übernimmt.

Dieser Artikel wurde von Ilona Tomić aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.