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Faktenchek: Firma von Söders Ehefrau ist kein Maskenhersteller - Visiere wurden gespendet

·Lesedauer: 2 Min.
Markus Söder mit Ehefrau Karin beim Deutscher Filmball im Januar 2020 (Bild: Gisela Schober/Getty Images)
Markus Söder mit Ehefrau Karin beim Deutscher Filmball im Januar 2020 (Bild: Gisela Schober/Getty Images)

Markus Söders Ehefrau Karin Baumüller-Söder soll angeblich “die größte Firma in Deutschland zur Herstellung von Masken” betreiben - und so finanziell von den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie profitieren, die ihr Mann politisch verantwortet.

Diese und ähnliche Behauptungen wurden bereits im vergangenen Jahr in den sozialen Netzwerken verbreitet und kommen nun nach der Einführung der FFP2-Maskenpflicht in Bayern verstärkt wieder auf.

Bewertung: Die Angaben sind falsch. Karin Baumüller-Söders Unternehmen Baumüller ist im Bereich Maschinenbau tätig und hat nach eigenen Angaben lediglich rund 200 Face Shields (Gesichtsvisiere) hergestellt - die anschließend gespendet worden seien.

Fakten: Die Ehefrau des bayerischen Ministerpräsidenten, Karin Baumüller-Söder, ist Gesellschafterin der Baumüller-Gruppe mit Sitz in Nürnberg. Das Unternehmen ist laut Selbstbeschreibung “ein führender Hersteller elektrischer Antriebs- und Automatisierungssysteme”. Mund-Nasen-Bedeckungen, die in der Corona-Pandemie stark nachgefragt sind, stellt das Unternehmen nicht her.

Die Firma Baumüller stellte im Frühjahr 2020 einige Hundert Face Shields her. Mund-Nase-Bedeckungen produzierte sie nie (Symbolbild: Getty Images)
Die Firma Baumüller stellte im Frühjahr 2020 einige Hundert Face Shields her. Mund-Nase-Bedeckungen produzierte sie nie (Symbolbild: Getty Images)

Am 4. Mai 2020 teilte das Tochterunternehmen Baumüller Services mit, dass man auf die aktuellen Herausforderungen reagiere und einen Teil seiner Fertigung auf die Herstellung von Face Shields umstelle. Baumüller Services ist im Bereich Dienstleistungen für elektrische Maschinen tätig. Laut Angaben auf der Unternehmens-Webseite bietet es etwa deren Installation, Instandhaltung und Modernisierung an.

Face Shields sind Gesichtsvisiere aus Kunststoff. “Diese können als ergänzende Schutzmaßnahme gegen COVID-19 eingesetzt werden und eine direkte Tröpfcheninfektion vermeiden und sind so besonders im medizinischen Bereich aktuell sehr gefragt”, teilte das Unternehmen damals mit.

Wenn sie nicht in Verbindung mit einer Maske getragen werden, bieten Face Shields dagegen keinen ausreichenden Schutz und gelten in Bayern wie auch in anderen Bundesländern nicht als adäquate Mund-Nase-Bedeckung im Sinne der Maskenpflicht.

In der Pressemitteilung der Firma wurde zudem darauf hingewiesen: “Alle produzierten Face Shields wurden für die eigenen Mitarbeiter bzw. für Spendenzwecke hergestellt.” Die Übergabe der Visiere an das Krankenhaus Martha-Maria in Nürnberg ist auf Fotos dokumentiert.

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) teilte die Baumüller-Gruppe schon am 29. Mai 2020 mit: “Baumüller Services, eine Tochter der Nürnberger Firmengruppe Baumüller, hat insgesamt 200 Face Shields an das Martha-Maria-Krankenhaus in Nürnberg sowie die Frankenalb-Klinik Engelthal gespendet. Weitere 10 Exemplare wurden für Mitarbeiter beziehungsweise als Muster gefertigt.” Es würden keine weiteren Gesichtsvisiere produziert, so das Unternehmen.

Auch auf Nachfrage der dpa - angesichts anhaltender Falschbehauptungen - teilte die Baumüller-Gruppe im August erneut mit, keine weiteren Face Shields produziert zu haben.

Video: Darauf muss man beim Kauf von FFP2-Masken achten