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Fairtrade-Produkte in Deutschland so gefragt wie nie

Fairtrade-Produkte haben in Deutschland im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz erzielt. Erstmals gaben Verbraucher dafür gut zwei Milliarden Euro aus, wie der deutsche Mitgliedsverein Transfair am Donnerstag mitteilte. Dies entsprach einem Umsatzwachstum von 26 Prozent.

Die Verkaufsmengen stiegen demnach besonders stark bei Baumwolle (59 Prozent), Kakao (45 Prozent) und Bananen (41 Prozent). Den größten Marktanteil hat das Siegel für fairen Handel aber bei Rosen: 30 Prozent der verkauften Rosen seien Fairtrade-Blumen.

Transfair zeigte sich erfreut über die Zahlen, forderte aber gleichzeitig, die südländischen Lieferantennetzwerke des Fairtrade-Bündnisses stärker in den Blick zu nehmen - besonders in der Corona-Krise, deren Auswirkungen vor allem am Anfang der Lieferketten spürbar seien. "In den Anbauländern der Fairtrade-Produkte sind Gesundheitsversorgung und Wirtschaft fragil", erklärte der Transfair-Vorsitzende Dieter Overath. "Umso wichtiger ist es, dass der Weg aus der Krise verantwortungsvoll und nachhaltig vonstatten geht und nicht an nationalen Grenzen endet."

Gleichzeitig müssten Unternehmen, die Produzenten in den betroffenen Ländern beauftragen, dabei stärker an Menschenrechte und Umweltschutzstandards gebunden werden. "Das wird nur funktionieren, wenn die Bundesregierung mit einem Lieferkettengesetz alle Unternehmen dazu verpflichtet", erklärte der Verein.