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Facebook verliert 200 Milliarden Dollar Börsenwert nach Bilanz-Schock

Schockstarre in Menlo Park: Facebook-Mutter Meta hat im vierten Quartal schwächer abgeschnitten als erwartet. Der Mutterkonzern des weltgrößten Social Networks verdiente weniger als im Vorjahreszeitraum und lieferte einen schwachen Ausblick auf das erste Quartal. Die Folge: Die Aktie erlebt den größten Kurssturz ihrer Geschichte.

Facebooks Hauptquartier in Menlo Park:  Der Daumen zeigt in diesem Jahr nach unten (Foto: ©  Facebook)
Facebooks Hauptquartier in Menlo Park: Der Daumen zeigt in diesem Jahr nach unten (Foto: © Facebook)

Anleger waren gewarnt: Facebook befindet sich nach unzähligen Datenskandalen seit Jahren unter medialem Dauerdruck – es gibt wohl kaum ein großes Internetunternehmen mit einem schlechteren Image.

Auch fundamental hat der Social Media-Pionier im vergangenen Jahr mit Apples Veränderungen im mobilen Betriebssystem iOS zusätzlichen Gegenwind erfahren – Nutzergewohnheiten, die für Facebooks Anzeigengeschäft von Bedeutung sind, sind seit dem Update schwerer zu verfolgen.

Umsatz steigt um 20 Prozent

Die Folgen waren im Weihnachtsgeschäft erstmals ersichtlich. Im vierten Quartal entwickelten sich die Geschäfte teilweise unter den Wall Street-Prognosen. Statt wie erwartet 33,4 Milliarden Dollar erlöste der nach Alphabet und Amazon drittwertvollste Internetkonzern der Welt tatsächlich sogar 33,67 Milliarden Dollar, wie Meta nach Handelsschluss an der Wall Street vermeldete.

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Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von immerhin 20 Prozent. Der Löwenanteil der Umsätze stammt mit 32,63 Milliarden Dollar erwartungsgemäß aus dem Werbegeschäft. 877 Millionen Dollar erlöste der Social-Media-Pionier zudem durch „andere Umsätze“ wie etwa Verkäufe von Oculus-Headsets.

Gewinn geht zurück

Enttäuschend verlief dagegen die Gewinnentwicklung. Nach 11,22 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2021 musste CEO und Gründer Mark Zuckerberg diesmal einen Gewinnrückgang von knapp einer Milliarde Dollar bzw. 8 Prozent ausweisen. So konnte der Mutterkonzern des weltgrößten sozialen Netzwerks in den 91 Tagen zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember nunmehr nur einen Profit von 10,28 Milliarden Dollar einfahren.

Beim Gewinn je Aktie verfehlte der 17 Jahre alte Internetkonzern, der am Freitag sein 18-jähriges Bestehen feiert, die Erwartungen der Wall Street ebenfalls. Während die Analystenschätzungen noch bei 3,84 Dollar je Anteilsschein gelegen hatten, wies Facebook indes einen Gewinn von nur 3,67 Dollar je Aktie aus.

Knapp 3 Milliarden Nutzer

Ebenfalls unter den Erwartungen fiel die Nutzerentwicklung aus. Weiterhin 2,91 Milliarden Menschen nutzen das weltgrößte soziale Netzwerk mindestens einmal im Monat – ein Plus von nur noch 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Noch alarmierender jedoch: Gegenüber dem dritten Quartal konnte Facebook in der Gesamtheit lediglich zwei Millionen weitere Nutzer anlocken – das ist der geringste Zuwachs aller Zeiten.

Analysten hatten mit deutlich höheren Zuwächsen gerechnet – nämlich mit 2,95 Milliarden monatlich aktiven Facebookern. Bei der Anzahl der täglich aktiven Facebook-Mitglieder (DAU) vollzog sich gar eine Zeitwende: Erstmals wurden in einem Quartal weniger Nutzer gezählt als im vorangegangenen Dreimonatszeitraum.

Zahl der täglich aktiven Facebook-Nutzer erstmals rückläufig

Nach 1,930 Milliarden Menschen per Ende September nutzten per Ende Dezember nunmehr 1,929 Milliarden täglich die nutzerstärkste Social Media-App. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das zwar noch einem Plus von 4,5 Prozent, doch die Analystenschätzungen hatten mit 1,95 Milliarden DAUs entsprechend höher gelegen.

Die gesamte Facebook-Familie (inklusive der Apps Instagram und WhatsApp) wurde von 3,59 Milliarden Menschen im Monat bzw. 2,82 Milliarden Mitgliedern am Tag genutzt – ein Plus von 9 bzw. 11 Prozent.

Facebook-Aktie erlebt schwersten Absturz der Geschichte

An der Wall Street wurde die Momentaufnahme von Metas Geschäfts- und Nutzerentwicklung mit Schrecken aufgenommen – nicht zuletzt, weil auch nicht der Umsatzausblick auf das laufende Quartal mit einer Spanne von 27 bis 39 Milliarden Dollar deutlich unter den Analysten-Erwartungen lag.

Die Folge: Die Facebook-Aktie brach in Reaktion auf das Zahlenwerk nachbörslich dennoch um mehr als 22 Prozent auf 252 Dollar an Wert ein. Der Kurssturz radierte mehr als 200 Milliarden Dollar von Facebooks Börsenwert aus und beförderte die Meta-Aktie auf ein neues 52-Wochen-Tief.