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Facebook löscht nach Aufruf zu Gewalt bei Protesten Konten rechtsextremer Gruppen

Facebook hat in den USA dutzende Konten rechtsextremer Gruppen gelöscht, die nach Angaben des Online-Netzwerks zu Gewalt bei den Anti-Rassismus-Protesten aufgerufen haben. Die Gruppen hätten ihre Mitglieder und Unterstützer dazu aufgefordert, zu den Protestaktionen gegen den Tod des Afroamerikaners George Floyd zu gehen, erklärte der Facebook-Manager Brian Fishman am Freitag. In einigen Fällen hätten sie sogar vorgehabt, bewaffnet zu den Protesten zu gehen.

Die gelöschten Konten standen nach Angaben von Facebook mit den rechtsextremen Gruppen Proud Boys und American Guard in Verbindung, die von Facebook und dem zugehörigen Instagram schon zuvor gesperrt worden waren. Sie hatten demnach aber versucht, auf die Plattformen zurückzukehren. Facebook versuchte daraufhin, auch ihre neuen Konten zu identifizieren.

Nach den Gewaltaufrufen habe das Netzwerk die Löschaktion nun beschleunigt, erklärte Fishman, der bei Facebook für das Vorgehen gegen als gefährlich eingestufte Organisationen verantwortlich ist. Bislang hat das Netzwerk demnach rund 80 Facebook- und 50 Instagram-Konten von American Guard und je rund 30 Konten der Proud Boys gelöscht.

Facebook stand zuletzt in der Kritik, weil es anderes als der Onlinedienst Twitter nicht gegen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu den Protesten vorgegangen ist, die von Twitter als gewaltverherrlichend eingestuft wurden.

Der Tod des Afroamerikaners Floyds bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hat in den USA zu landesweiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt geführt. Trump setzt im Umgang mit Ausschreitungen am Rande der Proteste auf eine harte Linie und hat sogar einen Militäreinsatz angedroht.