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Facebook-Bilanz: Schlechte Schlagzeilen, durchwachsene Q3-Zahlen

·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 4 Min.

Trotz anhaltender Negativberichterstattung laufen die Geschäfte bei Facebook weitgehend ungebremst weiter. Der Mutterkonzern des weltgrößten Social Networks wuchs auch im dritten Quartal zweistellig und verdiente rund neun Milliarden Dollar. Doch bei der Umsatzentwicklung enttäuschte der Internetgigant die Wall Street.

Facebooks Hauptquartier in Menlo Park: Der Daumen zeigt nach der neuen Quartalsbilanz wieder nach oben (Foto: ©  Facebook)
Facebooks Hauptquartier in Menlo Park: Der Daumen zeigt nach der neuen Quartalsbilanz wieder nach oben (Foto: © Facebook)

Der mediale Druck wird immer größer: Keine Woche vergeht mehr, in der Facebook wegen immer neuer Skandale nicht am Pranger steht. Nachdem die Whistleblowerin Frances Haugen Ende September im „Wall Street Journal“ zahlreiche Enthüllungen über Verfehlungen des weltgrößten Social Networks publik gemacht hatte, folgte gestern der zweite Teil – diesmal in gleich 17 Publikationen, die Zugang zu Haugens weiteren Quellen hatten.

Die Beschuldigungen lesen sich erschütternd – allein sie hatten bislang kaum einen Einfluss auf das Kerngeschäft. Wenn Facebook in Dollar und Cent etwas schmerzen könnte, dann wären es Apples Veränderungen im mobilen Betriebssystem iOS, d.h. die Verfolgung der Nutzergewohnheiten, die für Facebooks Anzeigengeschäft von Bedeutung ist, so der Tenor an der Wall Street.

Facebook mit Umsatz von 29 Milliarden Dollar

Bislang jedoch ist davon wenig zu sehen: Auch im dritten Quartal entwickelten sich Facebooks Geschäfte weiter zumindest solide. Im Geschäftszeitraum zwischen Anfang Juli und Ende September konnte Facebook Inc. die Konsensschätzungen der Wall Street allerdings nur teilweise erfüllen. Statt wie erwartet 29,58 Milliarden Dollar erlöste der nach Alphabet und Amazon drittwertvollste Internetkonzern der Welt tatsächlich "nur" 29 Milliarden Dollar, wie Facebook nach Handelsschluss an der Wall Street vermeldete. 

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das aber einem weiter beachtlichen Zuwachs von 35 Prozent. Der Löwenanteil der Umsätze stammt mit 28,27 Milliarden Dollar erwartungsgemäß aus dem Werbegeschäft. 734 Millionen Dollar erlöste der Social-Media-Pionier zudem durch „andere Umsätze“ wie etwa Verkäufe von Oculus-Headsets.

Gewinn toppt 9 Milliarden Dollar

Etwas weniger dynamisch verlief dagegen die Gewinnentwicklung. Nach 7,85 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2020 konnte CEO und Gründer Mark Zuckerberg diesmal nur noch einen 17 Prozent höheren Gewinn ausweisen. So konnte der Mutterkonzern des weltgrößten sozialen Netzwerks in den 91 Tagen zwischen Anfang Juli und Ende September nunmehr einen Profit von 9,19 Milliarden Dollar einfahren. Das war allerdings deutlich weniger als noch im Vorquartal, in dem Facebook über 10 Milliarden Dollar verdient hatte.

Beim Gewinn je Aktie konnte der 17 Jahre alte Internetkonzern die Erwartungen der Wall Street dennoch knapp übertreffen. Während die Analystenschätzungen noch bei 3,19 Dollar je Anteilsschein gelegen hatten, wies Facebook indes einen Gewinn von 3,22 Dollar je Aktie aus, der einem Plus von 19 Prozent entsprach.

Knapp 3 Milliarden Nutzer

Leicht unter den Erwartungen fiel dagegen die Nutzerentwicklung aus. 2,91 Milliarden Menschen nutzen das weltgrößte soziale Netzwerk mindestens einmal im Monat – ein Plus von 6 Prozent. In anderen Worten: 37 Prozent der Weltbevölkerung loggt sich zumindest einmal alle viereinhalb Wochen auf Facebook ein. Analysten hatten allerdings mit 2,93 Milliarden Facebookern gerechnet.  

Die Anzahl der täglich aktiven Facebook-Mitglieder stieg ebenfalls um 6 Prozent auf 1,97 Milliarden Nutzer. Die gesamte Facebook-Familie (inklusive der Apps Instagram und WhatsApp) wurde von 3,58 Milliarden Menschen im Monat bzw. 2,81 Milliarden Mitgliedern am Tag genutzt – ein Plus von 12 bzw. 11 Prozent. 

Dass die Facebook-Aktie in Reaktion auf das eher durchwachsene Zahlenwerk nachbörslich dennoch um drei Prozent auf 338 Dollar an Wert gewann, lag an der ungewöhnlich hohen Anhebung der Aktienrückkäufe. Weitere 50 Milliarden Dollar nimmt Facebook Inc. in die Hand, um eigene Anteilsscheine zu erwerben – ein klares Vertrauenssignal in das eigene Unternehmen in stürmischen Zeiten. 

Video: Whistleblowerin Frances Haugen kämpft gegen Facebook

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