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Für viele Kreative und Werbetreibende, die sich auf Facebook und Instagram verlassen, war der Ausfall der Plattformen ein Weckruf

·Lesedauer: 3 Min.

Etwa sechs Stunden lang waren Teile des Internet dunkel.

Betroffen waren zwar nur Facebook und seine zahlreichen Apps, darunter Instagram und WhatsApp. Aber erstens haben diese Dienste erhebliche Anteile an der jeweiligen Internetnutzung. Und zweitens gingen die Auswirkungen weit über Facebook, WhatsApp und Instagram hinaus.

Nun ist Facebook zurück, bei vielen Nutzern ist die Erleichterung groß, die Erschütterung aber nicht minder. Das gilt vor allem für viele, deren Geschäftsmodell auf Facebook aufbaut. Wie zum Beispiel die Influencer, die ihren Followern gesponserte Inhalte zeigen und dafür bezahlt werden.

"Oh, mein Gott", sagte Bethany Everett-Ratcliffe am Telefon, als sie ihre Instagram-App aktualisierte. "It's working! Juhu!"

"Was ist, wenn es nicht rechtzeitig für meine gesponserten Beiträge zurück ist?", hatte sie sich gefragt. "Wenn ich das nicht poste, werde ich nicht bezahlt."

Andere Autoren gesponserter Beiträge, die hätten online gehen sollen, mussten ihre Inhalte verschieben, sagt Maggie Barragan, Gründerin von Madrid Management. Barragans Unternehmen für Influencer-Management mit Sitz im kalifornischen San Diego habe heute drei Sponsorships verschieben müssen, sagte sie.

Jessica Henig, Gründerin der Talentmanagement-Firma Unlocked Branding, sagte Insider wiederum, dass ihr Unternehmen heute inmitten des Facebook-Ausfalls drei neue Sponsoring-Verträge unterzeichnet habe.

Für viele Kreative und Werbetreibende, die sich auf Plattformen wie Facebook und Instagram verlassen, war der stundenlange Ausfall jedoch ein Weckruf.

"Heute wurde die Branche daran erinnert, dass Social-Media-Plattformen nicht als Business-Plattformen konzipiert sind, sondern als Marketingkanäle", sagte Amber Venz Box, Mitbegründerin der Affiliate-Marketing-Plattform LTK. "Soziale Plattformen sind eine Ergänzung zum Geschäftsmodell, aber sie sind letztlich nicht die Zukunft des Geschäfts."

"Es ist eine Mahnung, nicht alles auf eine Karte zu setzen", sagte die Influencerin Lissette Calveiro (61.000 Follower) zu Insider. "Kreative, die nur auf Instagram präsent sind, sind jetzt in einer schwierigen Lage. Für andere, die auf mehreren Plattformen vertreten sind und ein eigenes Publikum haben, läuft das Geschäft wie gewohnt."

"Newsletter sind definitiv im Kommen", sagte Everett-Ratcliffe. Ihre primäre Plattform war bisher Instagram, und sie hat schon eine Weile mit der Idee eines Newsletters gespielt, um ihre Nutzer direkt erreichen zu können, sagte sie. Zudem wolle sie auch häufiger auf TikTok posten.

Inhalteanbieter, die bereits eine starke Präsenz auf TikTok haben, wie Justina Sharp (114.000 Follower), berichteten von einem sprunghaften Anstieg der Aufrufe auf dieser Plattform, die derzeit der größte Konkurrent von Facebook ist.

Andere Akteure der teilweise überhitzten Influencer-Szene nutzten den Facebook-Zusammenbruch als einen unverhofften, aber dringend benötigten freien Tag. Sogar bei den Facebook-Firmen selbst.

Ein leitender Angestellte von Instagram, Adam Mosseri, twitterte, dass sich der Tag des Facebook-Ausfalls wie ein "Schneetag" anfühle. Ein Tag, an dem in den USA wegen zu starken Schneefalls die Schule ausfällt ähnlich wie beim Hitzefrei in Deutschland.

"Um ehrlich zu sein, fühlt es sich irgendwie gut an! Es fühlt sich gut an, nicht an das Telefon gefesselt zu sein", sagte Dan Shaba, ein Facebook-Video-Ersteller mit Millionen Followern. "Wir nehmen es als eine nette kleine Pause, um etwas Perspektive zu gewinnen, und wir werden bereit sein zu rocken, sobald es zurück ist", sagte Shaba. "Solange es zurückkommt."

Nach sechs Stunden war es soweit.

"An die riesige Gemeinschaft von Menschen und Unternehmen auf der ganzen Welt, die sich auf uns verlassen: Es tut uns leid", twitterte Facebook am Montag gegen 18:30 Uhr Ostküstenzeit der USA. "Wir haben hart daran gearbeitet, den Zugang zu unseren Apps und Diensten wiederherzustellen und freuen uns, dass sie jetzt wieder online sind."

"Entschuldigung für den heutigen Ausfall, so wollten wir die Woche nicht beginnen", sagte Mosseri in einem Tweet etwa 45 Minuten später. "Instagram sollte jetzt langsam wieder online gehen."

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