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Aus für Fluggesellschaft SAS vorerst abgewendet

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Kopenhagen (dapd). Eine Pleite der skandinavischen Fluggesellschaft SAS ist vorläufig abgewendet. Nach dramatischen Nachtsitzungen am Flughafen Kopenhagen stimmten alle acht Gewerkschaften harten Einschnitten bei Gehältern, Arbeitsplätzen und Renten zu. Das meldeten der dänische Fernsehsender TV2 und die norwegische Nachrichtenagentur NTB übereinstimmend am Montag.

Bezahlen müssen dies die 15.000 Mitarbeiter mit einem Gehaltsverzicht von bis zu 15 Prozent und drastischen Abstrichen bei den Renten. 6.000 von ihnen sollen mittelfristig in andere Unternehmen ausgelagert werden. Außerdem sollen Geschäftszweige wie die norwegische Regional-Fluggesellschaft Wideröe und die Bodenabfertigung verkauft werden. Zudem sieht der Sanierungsplan die Streichung von rund 800 Stellen in der Verwaltung vor, die künftig in Stockholm zusammengezogen werden soll.

Drastisches Sparpaket macht Weg zur Sanierung frei

Das Sparpaket, dem die Gewerkschaft des dänischen Kabinenpersonals CAU als letztes zustimmte, umfasst etwa drei Milliarden schwedische Kronen, das sind knapp 350 Millionen Euro. Die beteiligten Banken hatten die Annahme des Plans zur Bedingung für eine Verlängerung der Kredite gemacht. In skandinavischen Medien hatte es geheißen, andernfalls drohe die sofortige Pleite.

"Ich bin sehr glücklich, dass wir eine Einigung erzielen konnten", sagte Helge Thuesen, der Vorsitzende der dänischen Gewerkschaft CAU, die 1.400 Beschäftigte des Kabinenpersonals vertritt, in einer ersten Stellungnahme. "Allerdings mussten wir dazu SAS (Kopenhagen: SAS-DKK.CO - Nachrichten) sehr weit entgegenkommen", fügte er hinzu. Die Beschäftigten gaben demnach einen Monatslohn auf und müssen maximal 47,5 Stunden in der Woche arbeiten; zuvor waren es 44 Stunden.

Zuvor hatten bereits sieben andere Gewerkschaften zugestimmt, wie die mit der Lufthansa (Xetra: 823212 - Nachrichten) in der Star Alliance verbundene Firma am Montag vor Börseneröffnung in Stockholm mitteilte. Die SAS-Aktien reagierten auf diese Nachricht spontan mit erheblichen Kurssprüngen. Ihr Wert stieg in Kopenhagen, Oslo und Stockholm um über 20 Prozent, wie Danmarks Radio (DR) berichtete.

Zähes Ringen bis nach Mitternacht

Die ursprünglich von der Geschäftsleitung gesetzte Frist war den Berichten zufolge um Mitternacht abgelaufen. Trotzdem wurde in der Nacht weiterverhandelt. Als erstes hatte offenbar das norwegische Kabinenpersonal gegen 01.30 Uhr in der Nacht den Einschnitten zugestimmt. Es folgten die Piloten-Vereinigungen. Der Sprecher der schwedischen Piloten, Robert Gustafsson, sagte dem schwedischen Nachrichtenmagazin "Expressen", der Schnitt betrage 30 Prozent.

Die Fluggesellschaft, die zur Hälfte von den Regierungen Schwedens, Dänemarks und Norwegens, getragen wird, hat sei Jahren mit Problemen zu kämpfen. Die Zahl der Passagiere sank seit 2004 von 33 Millionen auf 27 Millionen im vergangenen Jahr, die Zahl der Flugzeuge von 297 auf 215, die Zahl der angeflogenen Flughäfen von 146 auf 128, wie DR unter Berufung auf SAS berichtete.

dapd

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