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Fünf Themen des Tages: Sinken Börsen-Stern und Glaubwürdigkeit?

·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Der Stern des Dax könnte mit dem Ende der Amtszeit von Angela Merkel sinken, genauso wie die Glaubwürdigkeit der DWS beim Thema Nachhaltigkeit. Derweil verändert hybrides Arbeiten die Welt bereits und machen Lieferketten sind zum Zerreissen gespannt. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Sinkender Börsen-Stern?

Angela Merkels Amtszeit als Kanzlerin währte fast 16 Jahre und für deutsche Aktien war sie eine goldene Ära: Der Dax-Index hat sich während Merkels Kanzlerschaft mehr als verdreifacht. Kein Wunder, dass die jüngsten Umfragen, in denen die SPD mit der Union gleich- oder sogar an ihr vorbeizieht, bei Börsianern mit Unbehagen zur Kenntnis genommen werden. Eine Koalition der drei Parteien links der politischen Mitte „könnte dem Trendwachstum im Laufe der Zeit durch Reformumkehr und Regulierungswelle schaden“, sagt Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding, was die wirtschaftlichen Aussichten Deutschlands stark verändern könnte. Analysten von Goldman Sachs erwarten, dass eine neue Bundesregierung unter Beteiligung von SPD und Grünen „eine expansivere Fiskalpolitik mit sich bringen würde als die aktuellen Regierungspläne, sowohl im Inland als auch auf EU-Ebene“. Mehr Staatsausgaben könnten sich für Aktien als zweischneidiges Schwert erweisen, da sie zu unerwartet hoher Inflation und einem Anstieg der Renditen von Staatsanleihen führen könnte.

Sinkende Glaubwürdigkeit?

Die Aktien der DWS fallen um bis zu 13% nach Berichten, das Unternehmen habe vermeintlich nachhaltige Produkte zu positiv verpackt und steht damit nun wohl im Fadenkreuz der US-Behörden. Der Verdacht lautet auf Greenwashing und fußt auf Vorwürfen der früheren Nachhaltigkeitschefin der Bank, Desiree Fixler - ein Rückschlag für DWS-Chef Asoka Wöhrmann, der ESG-Investments zu einem wichtigen Fokus des Fondsmanagers erklärt hatte. Fixler hatte vor wenigen Wochen erklärt, die DWS habe den Einsatz nachhaltiger Investmentkriterien überzogen dargestellt; Fixler hatte letzten September in dieser Funktion angefangen und war bereits im März entlassen worden. In Europa wurden grüne Labels im Zuge strengerer Regeln und Definitionen zwischen 2018 und 2020 von schätzungsweise 2.000 Milliarden Dollar an Vermögenswerten wieder heruntergekratzt. In Deutschland lag der Anteil nachhaltiger Anlagen Ende Juni bei etwa 10%, so der BVI.

Börse umsatzarm und leichter

Europas Börsen geben am heutigen Donnerstag nach. Der Dax lag im Mittagshandel 0,6% im Minus, womit die Einbußen doppelt so hoch waren wie gestern. Der Markt befinde sich im Endspurt des dünnen Handels, sagt Guillermo Hernandez Sampere, Tradingchef beim Eppsteiner Vermögensverwalter MPPM. Angesichts der Rekordbewertungen und der niedrigen Volumina am Kassamarkt sei mit Volatilität zu rechnen. Im September dürfte es dann wieder reger zugehen. Für den Auftakt an der Wall Street signalisieren die Futures in etwa die Vortagesniveaus. In Bezug auf Jackson Hole rechne der Markt nicht damit, dass Jerome Powell ein umgehendes Tapering in Aussicht stelle, sagt Stratege Sébastien Barbé von Credit Agricole CIB. Zeige sich der Fed-Chef als Falke, sei an der Börse mit einer Abwärtskorrektur zu rechnen.

Hybride Arbeit verändert Volkswirtschaften

Die geplante Rückkehr ins Büro verändert nicht nur die Arbeits-, sondern die Welt überhaupt – und vielfach zum Guten, schätzen Experten. Cafes, Kneipen und Dienstleister in Innenstädten leiden zwar, doch bringt die Arbeit von daheim Büroangestellten mehr Zeit für schönere Dinge, als zur Arbeit zu fahren. Ein Tag Heimarbeit pro Woche erhöht die Produktivität um 4,8%, so eine Studie, für die 30.000 Arbeitnehmer in den USA befragt wurden, vor allem weil die lästige Pendelei wegfällt. Andere Studien sprechen von bis zu 13%. Das dürfte vor allem Länder mit alternder Bevölkerung und kaum steigender Arbeitsproduktivität aufhorchen lassen. Menschen, die wenig oder nicht arbeiten, etwa weil sie Kinder betreuen oder weit draußen wohnen, könnten wieder Teil des Arbeitsmarktes werden. Doch auch Daheim gibt es Ablenkungen und Fallstricke, und damit Kollaboration, Unternehmenskultur und Gesundheit nicht auf der Strecke bleiben, scheinen zwei bis drei Tage Heimarbeit pro Woche ideal zu sein, legen verschiedene Umfragen nahe. Für Unternehmen geht es nun darum, die Vorteile beider Arbeitswelten dauerhaft zu vereinen.

Lieferketten zum Zerreissen gespannt

“Wir bekommen nicht genug Komponenten, wir bekommen keine Container, die Kosten sind enorm gestiegen”: Diese Worte eines asiatischen Managers aus der Elektronikproduktion sind symptomatisch für die Problem ein den Lieferketten weltweit, die wohl nicht so schnell vorübergehen wird wie zunächst erwartet. Die Delta-Variante des Virus stellt die Produktionspläne der Fabriken in Asien auf den Kopf und sorgt auch in der Logistik für Verwerfungen. Beispiel Musical Electronics Ltd; Bei dem Unternehmen aus Hongkong, das Produkte vom Bluetooth-Lautsprecher bis zum Zauberwürfel herstellt, sind die Einkaufspreise für die in dem Drehpuzzle verbauten Magnete seit März um rund 50% gestiegen. “Die Preise ändern sich ständig, deshalb weiß ich nicht, ob wir mit dem Rubik-Würfel Geld verdienen”, sagt Firmenchef Christopher Tse. Die Kosten für den Versand eines Seecontainers von Asien nach Europa sind darüber hinaus inzwischen etwa zehnmal so hoch wie im Mai 2020.

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©2021 Bloomberg L.P.

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