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Fünf Themen des Tages: Pleite-Oligarch, Fed, Flugzeug-Desaster

·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Flugzeug-Versicherungs-Desaster, Pleite-Oligarch, vorsichtige Börsen, Fed-Ausblick und russische Anleihezahlungen. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Flugzeug-Versicherungs-Desaster

Flugzeug-Leasingfirmen haben viele Flugzeuge in Russland und es ist angesichts der Sanktionen und Gegensanktionen mehr als ungewiss, ob sie diese jemals wiedersehen. Für die Versicherungen bedeutet das womöglich eine noch nie dagewesene Flut an Schadenersatzforderungen. Einige Versicherer kündigen wohl bereits Policen, auch solche, die explizit gegen Kriegsrisiken schützen sollen. Das Ausmaß des potenziellen Verlustes wird von Experten als “atemberaubend” eingestuft. Womöglich wird es der größte Versicherungsschaden, den die Luftfahrt je gesehen hat. Nach Angaben des Luftfahrtberaters IBA hatten ausländische Leasinggeber bis zum 10. März 523 Flugzeuge an russische Betreiber vermietet. Rechtsstreitigkeiten über Jahrzehnte könnten folgen.

Oligarch in Not

Für persönliche und teils verstörende und Einblicke in das Leben eines russischen Oligarchen, der persönlich sanktioniert wird, empfehlen wir Stephanie Bakers Stück zu Milliardär Michail Fridman. Zunächst hing er beinahe auf, als sie in anrief, um zu fragen, wie es sich als Sanktionierter lebe. Am Ende rief er an, um zu sagen, dass er nicht mehr wüsste, wie genau das gehen soll. Dazwischen liegen jede Menge unerwartete Erkenntnisse: Fridman sagt, er hätte sich nicht vorstellen können, dass Russen gegen Ukrainer kämpfen. Er kommt aus Lwiw, seine Eltern sind Ukrainer und wohnten bis vor kurzem noch dort. Jetzt würden dort 15 Flüchtlinge unterkommen. Er will die Mitarbeiter seiner Bank in der Ukraine schützen. Er veröffentlichte einen Brief, in dem er schrieb, Krieg kann niemals die Antwort sein. Direkt kritisieren tut er Putin nicht. Obwohl er als “Kremlgarch” tituliert wurde, könnte ihn eine Rückkehr nach Russland in Gefahr bringen. Durch Sanktionen könnten Oligarchen keinen Druck auf Putin ausüben - dessen Macht bedeute, er stünde meilenweit über allen anderen. Ihm gegenüber den Krieg zu kritisieren, würde Selbstmord ähneln.

Börsen vorsichtig ...

Die europäischen Börsen bewegen sich am Tag nach der Leitzinserhöhung in den USA wenig. Während der Dax im Mittagshandel 0,6% im Minus lag, stieg der Stoxx Europe 600 um 0,1%. Besonders Energiewerte sind gesucht. Deutlicher Verkaufsdruck herrscht bei Autotiteln und Bankaktien. Der Kreml teilte mit, Berichte über bedeutende Fortschritte in den Gesprächen mit der Ukraine seien falsch. Für die Wall Street signalisieren die Futures eine etwas schwächere Eröffnung, nachdem am Mittwoch die optimistische Konjunktureinschätzung von Fed-Chef Powell den S&P 500 um 2,2% hatte anziehen lassen.

... aus gutem Grund

Nachdem die Fed die Leitzinsen erhöht und weitere Straffungen der Geldpolitik angekündigt hat, sollten Anleger bei der Bewertung der diesbezüglichen Handelschancen wohl besser behutsam vorgehen. Vor großvolumigen Wetten raten Marktteilnehmer ab. “Wenn sie das durchziehen, was der Dotplot andeutet, ist das besorgniserregend”, sagt Ron Temple, Co-Chef des Bereichs Multi-Asset bei Lazard Asset Management in New York. Das Risiko eines politischen Fehlers sei nun erheblich gestiegen. Scott Minerd von Guggenheim Partners sieht die Fed nun in einer “Inflationspanik” und kritisiert, die Notenbanker konzentrierten sich zu sehr auf die Finanzmärkte - auf Kosten ihres Mandats, die Geldmenge zu kontrollieren und ihre Bilanz im Griff zu behalten. Von der althergebrachten Geldpolitik habe sich die Fed “größtenteils verabschiedet”.

Der Kupon ist in der Post!

Der Politthriller um die Zahlung von 117 Millionen Dollar Zinsen auf zwei russische Eurobonds geht weiter. Laut Moskauer Finanzministerium wurde der Betrag an die Korrespondenzbank überwiesen (welche das ist, sagte das Ministerium nicht). Man würde sich dann später noch einmal melden und mitteilen, ob der Betrag auch bei der Zahlstelle eingegangen sein, der Londoner Niederlassung der Citigroup. Bondeigentümer haben bislang noch kein Geld gesehen. Unabhängig davon sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in seinem täglichen Pressebriefing, dass Moskau “die Ressourcen und die Kapazität” habe, einen Zahlungsausfall zu vermeiden. Die Version des Kremls ist eindeutig: Wir tun alles, um Investoren zu bezahlen. Sollte das nicht klappen, war es nicht unsere Schuld. Um 16 Uhr haben Bloomberg-Kunden in einem TOPLive Blog die Chance, Experten Fragen zu dem Thema zu stellen.

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