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Fünf Themen des Tages: Pandemie-Trades am Ende, China gnadenlos

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(Bloomberg) -- Pandemie-Trades ausgelutscht, Absturz der Kleinanleger, europäische Aktien fallen, China gnadenlos gegen Big Tech, und Bitcoin auf Fünfmonatstief. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Pandemie-Trades ausgelutscht

Die Corona-Pandemie ist unbewältigt, aber der Boom, den das Virus bei den Aktien der Lockdown-Profiteure ausgelöst hat, scheint vorbei zu sein. Sowohl Netflix als auch Peloton stürzten am Donnerstag ab - jüngste Anzeichen dafür, dass die Anleger dem Pandemie-Trade den Rücken kehren. Netflix erwartet im laufenden Quartal einen Zuwachs von 2,5 Millionen Nutzern, was weit unter den Schätzungen lag. Peloton senkt derweil die Kosten, um der sinkenden Nachfrage nach Trainingsfahrrädern zu begegnen. Auch Firmen wie Zoom Video Communications, Hersteller der bekannten Videokonferenzsoftware, leiden. “Wir dachten, dass es in Bezug auf die Nach-Covid-Nachfrage eine weichere Landung geben könnte”, sagte Paul Golding, Analyst bei Macquarie Capital. Eine Hoffnungen, die jetzt in gewissem Maße zunichte gemacht wurde.

Absturz der Kleinanleger

Meme-Aktien sind Segen und Fluch zugleich. Das ist die Lehre aus einem Morgan-Stanley-Bericht, der zeigt, wie Aktien-Kleinanleger über die Zyklen der Pandemie hinweg von Gewinnern zu Verlierern wurden. Ein Chart der Bank stellt die Gesamtgewinne und -verluste von Kleinanlegern auf der Grundlage ihrer Aktienströme in den letzten zwei Jahren dar. Während sie 2020, als spekulative Aktien florierten, einen komfortablen Vorsprung vor dem S&P 500 hatten, fielen ihre Ergebnisse nach einigen Monaten im Jahr 2021 unter die Benchmark und verharren seitdem dort. Nun bestehe das Risiko, dass sie sich aufgrund ihrer schlechter werdenden Resultate vom Markt verabschieden und die entsprechende Nachfrage dadurch wegfällt.

Europäische Aktien fallen

Die europäischen Aktien sind angesichts von Sorgen über die Auswirkungen einer strafferen Geldpolitik auf den niedrigsten Stand seit einem Monat gefallen. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag rund 1,3% im Minus, nachdem die wichtigsten US-Aktienbenchmarks am Donnerstag eingebrochen waren. Zyklische Sektoren wie Bergbau, Energie, Reisen und Freizeit sowie Automobilhersteller gehörten zu den größten Verlierern. “Angesichts der strafferen Zentralbankpolitik sehen wir eine Bewertungsanpassung insbesondere bei Wachstumsunternehmen”, sagte Ulrich Urbahn von Berenberg. Der Verfall von Optionen im Januar und “geopolitische Spannungen haben die Volatilität weiter erhöht”, so Urbahn. In Deutschland fielen Siemens Energy nach Kürzung der Prognose für das laufende Jahr.

China gnadenlos gegen Big Tech

Chinas Führung gelobt, den Einfluss von Technologieunternehmen einzuschränken und die Korruption auszurotten, die mit der “ungeordneten” Expansion des Kapitals zusammenhängt. Dies zeigt, dass die Behörden ihr regulatorisches Vorgehen ausweiten könnten, das im vergangenen Jahr mehr als 1 Billion Dollar an Marktwert vernichtet hat. Die Verbindungen zwischen Geld und Macht sollen zerschlagen und die Korruption in einer Reihe von Branchen bekämpft werden. Auch Fraktionen innerhalb der Partei sollen “keine Gnade” erhalten. Wie Millionäre im öffentlichen Dienst bestraft werden, zeigt ein neuer fünfteiliger Dokumentarfilm im Staatsfernsehen, der diese Woche ausgestrahlt wird. Beamte hinter Gittern sprechen dort so lebhaft und fast fröhlich über ihre Missetaten, als ob sie gerade im Café säßen.

Bitcoin auf Fünfmonatstief

Im Zuge erneut aufkommender Risikoaversion rutschten Kryptowährungen am Freitag ab, was Bitcoin auf den niedrigsten Stand seit mehr als fünf Monaten fallen ließ. Die größte Kryptowährung sackte um bis zu 7,4% ab auf $38.261. Nach Angaben von CoinMarketCap haben digitale Token seit ihrem Höchststand im November insgesamt etwa 1 Billion Dollar an Wert verloren. “Bitcoin und der breitere Kryptomarkt bleiben den Launen der Makrovariablen unterworfen”, heißt es bei Fundstrat. Virtuelle Münzen sind zu einem Symbol für den Abwärtstrend spekulativer Investitionen geworden, der durch die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik in den USA ausgelöst wurde. Und das erste Halbjahr dürfte nach Einschätzung von BI herausfordernd bleiben. Für klassische Intermediäre, die in der Kryptowelt ein neues Betätigungsfeld gefunden haben, ist die dahinter stehende Technologie ein zweischneidiges Schwert.

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