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Fünf Themen des Tages: Omikrondaten, Scheidung auf Schweizerisch

·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Achterbahn für VW-Chef, Greensill-Zäsur, Omikron-Daten, Börsenverluste, Nestle & L’Oreal. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

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Buhmann Diess

VW-Chef Herbert Diess vollzieht die Kehrtwende vom Liebling der Investoren zum Buhmann daheim. Im März begeisterte er noch die Börsen mit seiner Vision, die Volkswagen AG zum Weltmarktführer für Elektroautos zu machen. Die Umsetzung hakt jedoch und viel von dem Hype ist verflogen. Diess droht derweil mit Stellenabbau. Tesla steht vor den Toren von Wolfsburg. VW ist zu langsam. Neuen Auftrieb für die Aktien gibt jetzt die mögliche Ausgliederung von Porsche: Eine separate Notierung - mit einer Bewertung näher an Ferrari als VW - könnte den Konglomeratsabschlag verringern und VW Geld für die Elektro-Wende beschaffen. VW ist durch die Kapriolen nach Infineon das volatilste Papier im DAX geworden.

Zäsur Greensill

Die einst sakrosankte Einlagensicherung der deutschen Banken muss sich der Realität stellen und wird in Zukunft Entschädigungen für Sparer deckeln. Das tiefe Loch, das die Milliardenauszahlungen wegen der Greensill-Pleite in den von den Banken befüllten Fonds gerissen hat, sei eine “Zäsur”, erklärt Bankenverbandschef Christian Sewing, im Hauptberuf Vorstandschef der Deutschen Bank und damit Hauptbetroffener des Debakels. Zu leicht war es offenbar, die Versicherung für Arbitrage-Geschäftsmodelle zu missbrauchen und die eingesammelten Spareinlagen in riskante Assets zu pumpen, wie etwa Greensills aggressive Lieferkettenfinanzierung. Nun zieht die bisher nach oben fast offene Versicherung eine Obergrenze von 1 Million Euro für Privatpersonen ein - im internationalen Vergleich, wo 100.000 Euro die Regel ist, ist das immer noch recht großzügig.

Omikron-Zahlen

Die ersten Studien zu Omikron deuten darauf hin, dass die bislang verwendeten Impfstoffe gegen die neue Corona-Variante wenig wirksam sind. Der Schutz gegen das Virus kann jedoch mit Auffrischimpfungen verstärkt werden. Neue Daten aus Südafrika zeigen derweil, dass sich der Stamm in kurzer Zeit schnell verbreitet hat. Tests am Africa Health Research Institute kamen zu dem Ergebnis, dass mit dem Vakzin von BioNTech-Pfizer Geimpfte im Fall von Omikron etwa 40-mal weniger neutralisierende Antikörper produzierten als gegenüber der China-Variante des Coronavirus vor fast zwei Jahren. Die deutsche Virologin Sandra Ciesek legte ebenfalls Daten für die Wirksamkeit von Impfstoffen bei Omikron vor, die in die selbe Richtung weisen: eine bis zu 37-fache Wirksamkeitsreduktion. “Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist”, so die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Christian Drosten unterstrich in Reaktion auf die Daten die Notwendigkeit einer dritten Impfdosis.

Börsenvorsicht

Auf die stärkste Wallstreet-Rally seit neun Monaten folgt ist Europa ein Flautetag. Im heutigen Mittagshandel lag der Dax 0,7% im Minus. An den beiden Handelstagen zuvor hatte er insgesamt über 4% zugelegt. Der Stoxx Europa 600 tendierte indessen nur etwas schwächer. Verlusten bei Reise- und Bankwerten standen angesichts der Omikron-Nachrichten Kursgewinne im Gesundheitssektor gegenüber. “In den kommenden Monaten ist es wahrscheinlich ratsam, etwas weniger Risiko in den Büchern zu haben, da die politischen Entscheidungsträger und die Märkte erst noch herausfinden müssen, was sie für eine gute Mischung für die Zukunft halten”, sagte Stratege Mikio Kumada von LGT Capital Partners Asia. Angesichts der noch immer akkommodierenden Geldpolitik gebe es für positive Renditen allerdings keine Alternative dazu, ein gewisses Maß an Risiko einzugehen.

Scheidung bei Nestle und L’Oreal?

Nestle zieht sich bei L’Oreal zurück. Die Schweizer unter Mark Schneider verringern ihren Anteil am französischen Kosmetikkonzern auf nur noch gut ein Fünftel. Nestle hat damit etliche Milliarden mehr für Zukäufe oder Ausschüttungen an die Aktionäre. Beobachter fragen sich einerseits, ob das nur der Beginn einer einvernehmlichen Trennung ist. Andererseits könnte es auch darauf hinweisen, dass nach Meinung der Entscheider in den Topetagen der Konzerne dem Höhenflug der Aktienmärkte die Luft ausgehen könnte, wenn solches Tafelsilber verkauft wird. Gleiches hatte ja bereits Novartis mit seinem Anteil an Roche gemacht. Bei Nestle kann man sich getrost auf die Schultern klopfen: Sagenhafte 20% hat die Aktie von L’Oreal gebracht inklusive Dividenden in den vergangenen zehn Jahren - Jahr für Jahr! Diese Rendite stellt von Nestle über den CAC-40 bis zum SMI alles in den Schatten.

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