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Fünf Themen des Tages: Maastricht-Recken, Feiertag-Schnellschuss

·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Maastricht-Recken treten auf den Plan, die vierte Covid-Welle kommt, europäische Aktien verlieren, Rohstoff-Rallye schon wieder vorbei, und Feiertags-Schnellschuss trifft Wall Street. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Maastricht-Recken treten auf den Plan

Die Eurozone und Deutschland müssen “zurückkommen zur Stabilitätspolitik, so wie sie in Maastricht vereinbart wurde”. Also sprach Armin Laschet, Unions-Kanzlerkandidat, bei einem Bloomberg-Webinar am Donnerstag. Mit der gemeinsamen Schuldenaufnahme auf EU-Ebene sei nicht “der Damm gebrochen”. Über stabilitätsorientierte Euro-Staaten hinweg regt sich Widerstand gegen Vorhaben, die Gunst der Corona-Krise zu nutzen, um die Maastricht-Fundamente auszuhöhlen. Eine etwaige Debatte über die Abschaffung der Schuldenkriterien habe “nicht die Zustimmung von Österreich” und vielen anderen Ländern, sagte der österreichische Finanzminister Gernot Blümel vor einem zweitägigen Treffen der EU-Finanzministern in Luxemburg. Er wolle eine “Allianz der Verantwortung in budgetärer Hinsicht” schmieden, “um dieser falschen Tendenz entgegen zu wirken”, zitiert APA den Minister.

Die vierte Covid-Welle kommt

Die sich von Indien aus verbreitende Delta-Variante des Corona-Virus schickt sich an, die Hoffnung auf eine Normalisierung des Lebens zunichte zu machen. In Großbritannien stiegen die Coronavirus-Fälle auf den höchsten Stand seit Mitte Februar. Und der Scheitel dieser vierten Welle könnte noch Wochen entfernt sein. Laut Englands Chief Medical Officer Chris Whitty wird es “definitiv” zu mehr Krankenhauseinweisungen und Todesfällen kommen. Aufkommende Varianten waren auch, aber nicht nur Ursache des Rückschlags, den CureVac einstecken musste. Mehrheitseigentümer Dietmar Hopp glaubt unterdessen “felsenfest” an den Erfolg des Biotech-Unternehmens, selbst nach der Halbierung des Marktwerts. “Ich bleibe auf alle Fälle als Investor erhalten“, so der SAP-Mitgründer gegenüber Merkur.de.

Europäische Aktien verlieren

Europäische Aktien lagen gegen Mittag im Minus, nachdem eine falkenhaft agierende Fed die längste Serie von Gewinnen seit 1999 gestoppt hatte. Der Stoxx Europe 600 Index verliert rund 0,5%, Öl-, Banken- und Versicherungsunternehmen verzeichnen die höchsten Verluste. Immobilienaktien können zulegen. Ein Index für Aktien des Gesundheitswesens erreichte ein Rekordhoch. “Den meisten Anlegern ist nun klar, dass wir mit dieser Änderung der Geldpolitik, ausgelöst durch die steigende Inflation, langsam in eine neue Marktphase eintreten”, sagte Pierre Veyret von ActivTrades. Marktteilnehmer bereiten sich am Freitag auf den Verfall von Optionen, Futures und Indizes in einem als “Triple Witching” bekannten Ereignis vor, das die Volatilität anheizen könnte. “Ich erwarte eine Menge Intraday-Volatilität”, sagte Ulrich Urbahn von der Berenberg Bank. In Deutschland stiegen Brenntag nach einer Anhebung der Prognose.

Rohstoff-Rally schon wieder vorbei

Trotz des Geredes über einen Rohstoffboom haben einige Warenmärkte ihre Jahresgewinne bereits wieder eingebüßt. Sojabohnen-Futures gaben ihren Anstieg von 2021 wieder ab und sind von einem im Mai erreichten Acht-Jahres-Hoch um mehr als 20% gefallen. Auch bei Mais und Weizen ging es abwärts. Zu anderen Rohstoffen, deren Rallye sich in nichts aufgelöst hat, gehört Platin, während ein früherer Aufschwung bei Nickel, Zucker und sogar Holz ins Stocken geraten ist. Dass einige Märkte fallen, während andere - einschließlich Rohöl und Zinn - Gewinne halten, zeigt eine ungleichmäßige Reaktion des Sektors auf die schrittweise Wiedereröffnung der Volkswirtschaften. Der Ölpreis ist 2021 aufgrund zunehmender Nachfrage in Verbindung mit weiter eingeschränktem Angebot der OPEC+ gestiegen, liegt in dieser Woche aber leicht im Minus.

Feiertags-Schnellschuss trifft Wall Street

US-Präsident Joe Biden hat den Amerikanern kurzfristig einen neuen Feiertag geschenkt und die Unternehmen müssen es ausbaden - auch an der Wall Street. Dort ringen Banken und Börsen damit, wie sie den gestern in Kraft gesetzten morgigen Feiertag zum Gedenken an das Ende der Sklaverei in den USA organisatorisch umsetzen sollen. Die meisten Regierungsangestellten haben heute bezahlten Urlaub, da der “Juneteenth” in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, aber das gilt nicht für die Finanzmärkte. New York Stock Exchange und Nasdaq wollen auf einen Tag Handelsumsatz nicht verzichten. Der Gesetzentwurf, den 19. Juni zu einem bundesweiten Feiertag zu machen, schmorte lange im Kongress, aber das Vorhaben gewann Unterstützung nach der Tötung von George Floyd durch einen weißen Polizisten in Minneapolis im letzten Jahr.

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©2021 Bloomberg L.P.

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