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Fünf Themen des Tages: Inflationswelle, EZB-Falken, Tesla-Absatz

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(Bloomberg) -- Nestle reitet Inflationswelle, EZBler werden falkenhafter, europäische Aktien steigen, Russland läuft auf Zahlungsunfähigkeit zu, und Tesla schlägt Erwartungen. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Nestle reitet Inflationswelle

Nestle hat für das erste Quartal ein organisches Umsatzwachstum gemeldet, das mit 7,6% die Erwartungen deutlich übertraf - auch dank Preiserhöhungen. Deren Tempo, insbesondere in den USA, sei “die Story” des Quartals, kommentierte Jefferies-Analyst Martin Deboo, der sich wundert, warum angesichts solcher Zahlen der Ausblick für das Gesamtjahr nicht angehoben wurde. “Wir gingen bei den Preisanpassungen verantwortungsvoll vor”, sagte CEO Mark Schneider, der “im Verlauf des Jahres weitere Preisanpassungen” in Aussicht stellte. Mancherorts können steigende Verbraucherpreise durch Lohnerhöhungen ausgeglichen werden. In Polen etwa stieg die Bezahlung im Jahresvergleich um 12,4% und damit stärker als erwartet. Für Großbritannien erwartet BI im April eine Inflationsrate von 9%, weniger als 8% erst 2023.

EZBler werden falkenhafter

Die EZB werde das Auftauchen von Zweitrundeneffekten - Lohninflation als Reaktion auf Preisinflation - zu einem “entscheidenden Kriterium” für ihren geldpolitischen Kurs machen, sagte Vizepräsident Luis de Guindos gegenüber Bloomberg. Die Zentralbank könnte die Ankäufe von Vermögenswerten im Juli auslaufen zu lassen und noch im selben Monat die Zinsen erhöhen. Auch der Lette Martins Kazaks und de Guindos’ belgischer Kollege Pierre Wunsch sehen den Juli als möglichen Starttermin für Zinsschritte und eine mögliche Rückführung auf über Null noch vor Jahresende. Das entspräche den Erwartungen der Geldmärkte, die mit einer Zinserhöhung um 75 Basispunkte bis zur EZB-Entscheidung im Dezember rechnen. Die Renditen zweijähriger Schätze verzeichneten heute den stärksten Anstieg seit sechs Wochen.

Europäische Aktien steigen

Die europäischen Aktien haben am Donnerstag zugelegt, unterstützt durch einen positiven Start in die Berichtssaison der Unternehmen. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag rund 0,5% höher. Die Erholung des Aktienindex ist jüngst ins Stocken geraten, nachdem der Index die durch den Krieg in der Ukraine ausgelösten Verluste wieder wettgemacht hatte. Sorgen über hohe Inflation, aggressivere Zentralbanken und ein sich verlangsamendes Wachstum haben die Risikonachfrage gedämpft. “Die Aktienmärkte werden mit viel Gegenwind konfrontiert sein: steigende Anleiherenditen, sinkende Gewinne je Aktie - all das deutet darauf hin, dass die Märkte in Zukunft sehr volatil sein werden”, so Beata Manthey von der Citigroup auf Bloomberg TV. In Deutschland stiegen Continental trotz gesenktem Ausblick. Sartorius kletterten nach Vorlage von Quartalszahlen.

Russland läuft auf Zahlungsausfall zu

Russlands ist einem Zahlungsausfall näher gekommen, nachdem JPMorgan auf Anweisung der US-Treasury in den letzten Wochen die Zinszahlungen des Landes für zwei auf Dollar lautende Anleihen gestoppt hatte. Dadurch war die russische Zentralbank gezwungen, die Transaktion in Rubel zu leisten. Gestern teilte das Credit Derivatives Determinations Committee nun mit, dass dadurch ein “potenzielles Zahlungsausfall”-Ereignis für Credit Default Swaps auf russische Staatsschulden ausgelöst worden sei. Das Datum des potenziellen Zahlungsausfalls ist der 4. April, wobei noch eine 30-tägige Nachfrist läuft. Niemand scheint Wladimir Putin von der Fortsetzung des Kriegs in der Ukraine abhalten zu können. Mariupol - mit Ausnahme des Stahlwerks Azovstal - ist nun wohl unter russischer Kontrolle.

Tesla schlägt Erwartungen

Tesla hat für das erste Quartal ein Ergebnis gemeldet, das dank starker Nachfrage die Erwartungen der Analysten deutlich übertraf. CEO Elon Musk sagte voraus, dass die Produktion dieses Jahr trotz der Herausforderungen in der Lieferkette schnell wachsen wird. Das Unternehmen sei auf dem besten Weg, die Produktion auf mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge zu steigern, so der Milliardär. 2021 waren 936.000 Teslas ausgeliefert worden. Zweifel sind angebracht, ob in Shanghai bei der Teileversorgung alles so glatt läuft, wie Musk es sich ausmalt. Citi erhöhte das Kursziel dennoch von 313 auf 375 Dollar. Die Aktien des texanischen Unternehmens stiegen am Donnerstag, ebenso wie die Titel anderer Autohersteller, die ohne Verbrenner auskommen. Unterdessen sucht Musk Finanzpartner für seine geplante Übernahme von Twitter.

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©2022 Bloomberg L.P.

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