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Fünf Themen des Tages: Impfpass dauert, Baumwolldilemma in China

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Commerzbank verliert Aufseher, Impfpass zieht sich hin, europäische Aktien fallen, China-Geschäft hat seinen Preis, und im Suez-Kanal müssen jetzt die Profis ran. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Commerzbank verliert Aufseher

Andreas Schmitz, der als neuer Chef-Aufseher im Gespräch gewesen war, hat den Aufsichtsrat der Commerzbank am späten Mittwoch bei einer Sitzung verlassen, wie zu hören ist. Er war ein potenzieller Kandidat für die Nachfolge von Hans-Jörg Vetter, der Anfang des Monats aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war. Vor einer kostspieligen Umstrukturierung hat das Aufsichtsgremium nun gleich zwei vakante Posten. Mit Vetters Weggang übernahm Vize Uwe Tschäge, der Betriebsratschef der Bank, die Leitung des Gremiums. Als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat kontrolliert er damit nicht nur den Vorstand, sondern spielt auch eine entscheidende Rolle bei den Verhandlungen mit dem Management über Stellenabbau. Die Commerzbank, die auf einen erneuten Verlust zusteuert, will die Belegschaft in Deutschland um ein Drittel reduzieren.

Impfpass zieht sich

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angesichts der Kritik an der schleppenden Impfkampagne in Deutschland vor Miesmacherei gewarnt und die Bevölkerung aufgefordert, das Glas doch bitte als halb voll zu erkennen. Schließlich gebe es “Licht am Ende des Tunnels”. Gleichzeitig musste sie einräumen, dass ein EU-Impfpass, der eine Rückkehr zu geschäftlicher Normalität erleichtern würde, noch auf sich warten lassen wird. Auf dem beginnenden EU-Gipfel werde über die nächsten Schritte für die Entwicklung des sogenannten grünen Zertifikats gesprochen, das “bis zum Sommer” fertig sein soll, sagte Merkel. Bei 27 Mitgliedsstaaten sei dies keine leichte Aufgabe und werde noch ein paar Wochen dauern. Strittig sind offensichtlich die Rechte, die ein Impfpass verleihen soll.

Europäische Aktien fallen

Die europäischen Aktien haben am Donnerstag nachgegeben, angeführt von Energietiteln, da Zweifel andauern, ob die Pandemie auf absehbare Zeit unter Kontrolle gebracht werden können. Der Stoxx 600 Index lag gegen Mittag rund 0,2% im Minus. Gewinne bei Versorgern und Telekommunikation glichen Rückgänge im Immobilien- und Bergbausektor aus. Die Benchmark hat in dieser Woche wenig Fortschritte gemacht. “Die Dinge werden mit der Pandemie kompliziert und da einige Märkte zu Beginn des Jahres zu stark gestiegen waren, ist es normal, dass wir eine gewisse Risk-Off-Stimmung sehen”, sagte Alfonso Benito von Dunas Capital. Dieses Jahr werde ein “verkaufe im Mai”-Jahr sein. In Deutschland fielen Aktien von Aroundtown, die laut Jefferies ein “schwaches” Ergebnis vorgelegt hatten. Evotec fielen nach Veröffentlichung einer Prognose, die laut Analysten unter den Erwartungen lag.

China-Geschäft hat seinen Preis

Westliche Bekleidungshersteller stehen in China vor einem Dilemma: Entweder sie akzeptieren Baumwolle aus der Region Xinjiang und werden dafür in ihren Heimatmärkten kritisiert, oder sie lehnen diese ab und riskieren einen Boykott in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Hennes & Mauritz wurde am Mittwoch von der Kommunistischen Jugendliga und der Volksbefreiungsarmee Chinas attackiert, nachdem in sozialen Medien eine Erklärung des Unternehmens zu Vorwürfen von Zwangsarbeit in Xinjiang kursierte. Aufrufe zum Boykott des schwedischen Modehändlers, der 5,2% seines weltweiten Umsatzes in China erzielt, verbreiteten sich schnell und schlossen auch Nike mit ein. Die US-Firma hatte angekündigt, wegen der Arbeitsbedingungen keine Produkte aus der Region mehr zu beziehen. Die kommunistische Regierung versucht augenscheinlich, westliche Kritik an Chinas Menschenrechtsbilanz mit einem realen Preis zu bestrafen.

Im Suez-Kanal müssen jetzt Profis ran

Ein Eliteteam nimmt jetzt der monumentale Herausforderung an, den im Suezkanal feststeckenden Container-Giganten zu befreien. Derweil wird der Rückstau an Schiffen in der wohl wichtigsten Wasserstraße der Welt immer länger und hält Öl und Konsumgüter im Wert von fast 10 Milliarden Dollar auf. Schlepper und Bagger haben es bisher nicht geschafft, die “Ever Given” zu bewegen. Nun muss SMIT Salvage ran, eine legendäre niederländische Firma, deren Mitarbeiter auch schon einmal mit Fallschirmen auf havarierten Schiffen landen und Schiffe oft während heftiger Stürme retten. Die japanische Nippon Salvage Co. wurde ebenfalls angeheuert, um zu helfen. Das Schiff ist so schwer, dass die Bergungsprofis möglicherweise Ballastwasser und Treibstoff abpumpen müssen. Sonntag oder Montag, wenn die Flut ihren Höhepunkt erreicht, könnte die Chance am größten sein.

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