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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Alexander Kell
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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

(Bloomberg) -- China lässt Firmenpleiten zu, Streichkonzert im Bankensektor, Qiagens Eigenwille, weihnachtsträge Börsen, Reichtum nach Maß. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Neue Rekord-Zahlungsausfälle in China

Die Bondemittenten unter den chinesischen Unternehmen haben in diesem Jahr ein so hohes Volumen an Zahlungsausfällen angekündigt wie noch nie. Die Pleitewelle impliziert jedoch keine Krise, wie Rebecca Choong Wilkins in ihrer Kolumne zu Chinas Kreditmarkt schreibt. Vielmehr verdeutliche dies einen Strategieumschwung der Regierung. Hatte Peking vor zehn Jahren schwache Unternehmen noch gestützt, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden und den sozialen Frieden zu wahren, lasse China Zahlungsausfälle nun zu. Dies solle die Unternehmen zu mehr Disziplin bei der Finanzplanung erziehen. Anleger allerdings sollten sich nicht länger darauf verlassen, dass zur Not der Staat in die Bresche springen wird.

Streichkonzert im Bankensektor

Die wichtigsten Werkzeugen im Bank-Management waren 2019 wahrscheinlich Rotstift und Kostenschere. Weltweit planen mehr als 50 Banken den Abbau von insgesamt 77.780 Stellen, wie Ankündigungen von Unternehmens- und Gewerkschaftsseite zeigen. Besonders drastisch fallen die Einschnitte in Europa aus, fast 82% des Personalabbaus findet hier statt. Allein die Deutsche Bank will sich bis 2022 von 18.000 Mitarbeitern trennen, womit die Frankfurter die radikalsten Maßnahmen im europäischen Sektor vorhaben.

Qiagen wird wieder zur heißen Kartoffel

Vom soliden Börsenperformer der letzten Jahre zum Anlegerschreck, zum Spekulantenliebling und zurück zur heißen Kartoffel. So ließe sich die Marktentwicklung des Biotech-Unternehmens Qiagen beschreiben. Vom Jahr 2012 bis zu diesem Sommer kannte die Aktie des Diagnostik-Spezialisten mehr oder weniger nur eine Richtung: langsam aber stetig aufwärts. Dann kappte der Vorstand zwei Mal innerhalb von drei Monaten die Finanzziele und kündigte eine umfangreiche Umstrukturierung an. Auf die resultierende Börsentalfahrt folgten Übernahmespekulationen - und die Aktie schnellte auf Rekordniveau hoch. An Heiligabend folgte auf die zuvor von Qiagen angekündigte Suche nach strategischen Optionen der Dämpfer: Das Unternehmen will eigenständig bleiben, da die Alternativen nicht überzeugend gewesen seien. Der Xetra-Kurs brach am Freitag mehr als 20% ein. Damit ist die Aktie in etwa wieder da, wo sie Mitte November war, vor der Bekanntgabe der Interessensbekundungen potenzieller Käufer.

Börsen in satter Weihnachtsträgheit

Die europäischen Börsen haben am vorletzten Handelstag des Jahres etwas fester tendiert. Der DAX gewann zuletzt 0,4%, wobei das Handelsvolumen gegen Mittag knapp 40% unter dem Mittel der vergangenen 30 Tage lag. Im Euro Stoxx 50 (+0,4%) lag das Volumen rund 30% unter dem Durchschnitt. Anleger können mit diesem Jahr zufrieden sein: Beide Indizes haben 2019 bislang rund 26% zugelegt und bewegen sich auf oder nahe beispiellosen Hochs. Ob die Rally weitergeht, dürfte neben dem weiteren Geschehen im amerikanischen Handelsstreit mit Peking nicht zuletzt davon abhängen, welchen Kurs die Notenbanken einschlagen werden. Positiv stimmt indessen der chinesische Kalender. Hier folgt auf das gegenwärtige Jahr des Erdschweins demnächst das Jahr der Metallratte, das neue Möglichkeiten, Liebe und Geld verheißt.

Wem gegeben ist, soll gegeben werden

Die Börsenentwicklung fand ein recht genaues Abbild bei den Reichen der Welt. Die 500 wollhabendsten Personen konnten ihr gesammeltes Vermögen in diesem Jahr um bisher 1,2 Billionen Dollar vermehren. Wie der Bloomberg Billionaires Index zeigt, kamen sie am 26. Dezember auf insgesamt 5,9 Billionen Dollar und damit ein Viertel mehr als zum Anfang des Jahres. Dies dürfte die Debatte über die Ungleichverteilung des Wohlstands weiter anfachen. In den USA kontrollieren die reichsten 0,1% einen so großen Anteil am Wohlstand der Nation wie noch nie seit dem Krisenjahr 1929. Zu den einfachsten Wegen zum Vermögensabbau gehört indessen nicht nur ebenfalls die Börse, sondern auch die Scheidung.

Kontakt Reporter: Alexander Kell in Frankfurt akell@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Katrin Haertel

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