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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

(Bloomberg) -- Noch kein weißer Rauch bei US-China-Gesprächen, Exporte überraschen positiv, Europas Aktienmärkte zum Wochenschluss leichter, Börsenhändler sollen weniger arbeiten, und Mike Bloomberg will womöglich ins Rennen um die US-Präsidentschaft gehen. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Noch kein weißer Rauch bei US-China-Gesprächen

Im Hin und Her um die Aufhebung von Strafzöllen hat die Trump-Administration Erwartungen an einen bevorstehenden Durchbruch gedämpft. “Es gibt derzeit keine Einigung darüber, irgendwelche der bestehenden Zölle als Bedingung für das Teilabkommen der ersten Phase zurückzunehmen”, sagte Handelsberater Peter Navarro gegenüber Fox Business. Zuvor hatte Wirtschaftsberater Larry Kudlow generelle Fortschritte bestätigt. “Wenn es ein Handelsabkommen der Phase eins gibt, wird es Zollvereinbarungen und Zugeständnisse geben”, sagte er. Unterdessen könnten den EU-Autoherstellern höhere US-Zölle zunächst erspart bleiben. “Trump wird ein bisschen rummäkeln, aber es wird keine Automobilzölle geben”, sagte der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker der Süddeutschen Zeitung. “Sie reden mit einem vollinformierten Mann.”

Exporte überraschen positiv in Deutschland, China

Der deutsche Außenhandel hat sich im September besser als erwartet entwickelt. Die Exporte stiegen um 1,5% gegenüber dem Vormonat, verglichen mit einer Schätzung von +0,3%. Deutschlands Handelspartner profitieren von einem Anstieg der Importe um 1,3%, erwartet worden war Stagnation. Der Leistungsbilanzüberschuss weitete sich auf 25,5 Milliarden Euro aus (Erwartung 19,1 Milliarden). In China sind die Exporte im Oktober immerhin weniger stark zurückgegangen als erwartet. In Dollar gerechnet fielen sie um 0,9% und damit deutlich weniger als gedacht (-3,9%). Chinas Handelsüberschuss mit den USA betrug im Oktober 26,42 Milliarden Dollar. Exporte in die USA sind im Jahresverlauf gegenüber dem gleichen Zeitraum 2018 um 11,3% gesunken.

Europas Aktienmärkte zum Wochenschluss leichter

Die “Risk-on”-Stimmung, die diese Woche in die globalen Finanzmärkte eingesickert ist, konnte sich zum Ende der Woche nicht halten. Bergbauwerte und Banken zogen den Stoxx Europe 600 Index nach unten. Anleger scheinen nach der jüngsten Erholung bei den Risikoaktiva, die von Handelsoptimismus getrieben war, eine Atempause einzulegen. Im Dax zählten Allianz nach Vorlage von Zahlen zu den größten Verlierern. BMW, die eine Steigerung des Absatzes um 1,7% gegenüber dem Vorjahr gemeldet hatten, stiegen gegen den Trend. Rheinmetall fielen nach einer Abstufung bei Commerzbank.

Börsenhändler sollen weniger arbeiten

Die Association for Financial Markets in Europe und die Investment Association haben die Börsenplätze in London und auf dem Kontinent gebeten, eine Reduzierung der Öffnungszeiten um 90 Minuten in Betracht zu ziehen. Zwar geht es vordergründig u.a. um die Folgen des Einsatzes von Technologie. Ein kürzerer Arbeitstag soll aber auch Bedenken hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und der Geschlechterdiversität berücksichtigen. “Der Aktienhandel läuft Gefahr, hinter einem breiteren Vorstoß der Finanzdienstleistungsbranche nach mehr Vielfalt und Integration zurückzubleiben”, sagte April Day von AFME, die Firmen wie Goldman Sachs und BlackRock vertritt. Mit sieben Arbeitsstunden wäre der europäische Handelstag immer noch länger als in den USA und Japan.

Bloomberg erwägt Kandidatur gegen Trump

Michael R. Bloomberg, Ex-Bürgermeister von New York und Eigentümer der Muttergesellschaft von Bloomberg News, erwägt, bei den Wahlen im nächsten Jahr gegen US-Präsident Donald Trump anzutreten. Hinter der Entscheidung steht einem Berater zufolge die Sorge, dass die bisherigen Bewerber der Demokraten gegen Trump scheitern könnten. Noch im Frühjahr hatte Bloomberg Überlegungen zu einer eigenen Kandidatur verworfen und sich auf eine Unterstützung der Demokraten beschränkt. Nun zeigt sich der 77-jährige offen dafür, selbst gegen Trump anzutreten. “Wir müssen die Aufgabe nun zu Ende bringen und sicherstellen, dass Trump besiegt wird - Mike treibt jedoch zunehmend die Sorge um, dass das gegenwärtige Kandidatenfeld in keiner guten Position ist, das zu schaffen”, sagte Bloomberg-Berater Howard Wolfson in einer Mitteilung.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Alexander Kell

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