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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Alexander Kell
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- EZB warnt Italien, Bankenfusion in Spanien zerschlägt sich, VW-Chef kämpft, Börse seitwärts, Chinas Weinkrieg Down Under. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Vertrauen, Geld, Gefahr

Die Europäische Zentralbank reagierte mit einer Warnung auf den italienischen Vorschlag, im Rahmen der Corona-Bekämpfung aufgenommene Staatsschulden zu erlassen oder eine ewige Laufzeitverlängerung ins Auge zu fassen. “Einen Schuldenerlass in Betracht zu ziehen, wäre ein sehr gefährlicher Weg”, sagte Francois Villeroy de Galhau, der als Chef der französischen Notenbank im EZB-Rat sitzt. Bei der Einführung des Euro habe sich Frankreich wie die anderen Staaten vertraglich verpflichtet, die Zentralbank immer zu entschädigen. In Bezug auf das Vertrauens sei dies unerlässlich. Ein Staatssekretär, der als wichtiger Vertrauter von Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte gilt, hatte gefordert, die expansive Fiskalpolitik der Euro-Staaten müsse geldpolitisch in jeder möglichen Weise unterstützt werden. Die EZB könne soviel Geld drucken wie sie wolle und so die Staaten vor dem Markt schützen.

Keine neue Bankenfusion in Spanien

Die Verhandlungen zur Übernahme des spanischen Banco de Sabadell SA durch den größeren Banco Bilbao Vizcaya Argentaria SA sind an den Preisvorstellungen gescheitert. Beide Seiten konnten sich in Bezug auf den erwogenen Aktiendeal nicht auf das Umtauschverhältnis einigen, wie Sabadell am heutigen Freitag mitteilte. Das Institut will nun mit Beratern Alternativ-Optionen für die Auslandsaktivitäten ausloten und sich auf das heimische Retailgeschäft konzentrieren. BBVA hatte durch den Verkauf des US-Geschäfts Milliardenbeträge in die Kasse geholt. Hier hat Vorstandschef Onur Genc in diesem Monat bereits erklärt, Optionen für die Bank bestünden auch in Aktien-Rückkäufen und Investitionen in Wachstumsprojekte. Im September hatte CaixaBank angekündigt, Bankia SA zu übernehmen, und wird damit zum größten Akteur im spanischen Sektor aufsteigen. Santander-Chefin Ana Botin erklärte unlängst, mit der Größe ihrer Bank zufrieden zu sein.

Druck erzeugt Gegendruck

Bei der Volkswagen AG nehmen die Spannungen im Bezug auf den Konzernumbau zu. Dies zeigt sich im Gastkommentar, den Vorstandschef Herbert Diess für die heutige Ausgabe des Handelblatts schrieb - und den Konflikt damit nach außen trug. “Bei meinem Amtsantritt in Wolfsburg hatte ich mir fest vorgenommen, das System VW zu verändern. Heißt: alte, verkrustete Strukturen aufzubrechen und das Unternehmen agiler und moderner aufzustellen”, schrieb Diess. “Das ist mir gemeinsam mit vielen Weggefährten mit gleicher Motivationslage an vielen Stellen gelungen, an einigen nicht, allen voran in unserer Konzernzentrale in Wolfsburg noch nicht.” Wie jüngst zu hören war, widersetzt sich der Betriebsrat Diess’ Vorschlägen für die Nachfolge von Finanzchef Frank Witter und die Besetzung des vakanten Posten des Einkaufschefs.

Börse kommt nicht voran

Die europäischen Börsen haben am Freitag moderate Gewinne zum Mittagshandel hin wieder abgegeben. Druck brachte die Nachricht, dass die Botschafter der EU-Staaten die Europäische Kommission aufgefordert haben, in Bezug auf einen harten Brexit Notfallpläne vorzulegen. Sollte Großbritannien sich nicht schnell zu Entscheidungen durchringen, sei ein Deal schlicht unmöglich, hieß es von einem EU-Diplomaten. Der DAX lag zuletzt 0,1% im Plus, nach einem Zuwachs von zeitweise 0,4% am Vormittag. In diesem Monat insgesamt hat der DAX bislang 15% zugelegt. Heute gesucht waren Titel von Covestro und Infineon mit Kursanstiegen von jeweils gut 1%. Fast 2% im Minus lag die Volkswagen-Aktie. Die US-Futures notierten zuletzt rund 0,2% im Plus. An der Wall Street gibt es am Brückentag nach Thanksgiving einen verkürzten Börsenhandel.

Weinkrieg über den Pazifik

Australischer Wein ist zwar auch in deutschen Supermärkten allgegenwärtig. Mit Abstand größter Abnehmer ist allerdings China. Im Reich der Mitte werden Chardonnay, Shiraz & Co. aus Down-Under-Produktion nun erheblich teurer. Die Regierung in Peking hat Anti-Dumping-Zölle von 107% bis 212% angekündigt, die schon am morgigen Samstag in Kraft treten sollen. In den zwölf Monaten bis Ende September importierte China australischen Wein im Volumen von umgerechnet rund 740 Millionen Euro. Die Weinexporte Australiens lagwineen damit fast 170% über denen in die USA, den zweitgrößten Markt. Australiens Handelsminister nannte die Zölle unfair und ungerechtfertigt, und kündigte an, bei der Welthandelsorganisation WTO zu intervenieren.

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