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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Alexander Kell

(Bloomberg) -- Satte Rabatte an der Börse, Boden gesucht, Risiko-Chance, wichtige Prozente, Gold gewinnt. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Börsen-Erholung weicht neuen Verlusten

Heute billig, morgen teuer - oder noch billiger, oder immer noch zu teuer. Der Euro-Stoxx-50 hat vergangene Woche mehr als 12% nachgeben. In dieser Woche hat er drei Tage in Folge zugelegt, um gestern wie heute wieder deutlich nachzugeben. Auf Wochensicht sieht es nach einem letztlich etwa 2,5-prozentigen Minus aus. Der DAX lag im Mittagshandel 3,9% im Minus. Besonders unter Druck: Die Aktie der Lufthansa, die am Donnerstag angekündigt hat, wegen des Corona-bedingten Nachfrageeinbruchs bis zum Ende des Winterflugplans ein Viertel der Flüge zu streichen. Ebenfalls mit mehr als 4% Rabatt zu haben: die Titel der Deutschen Bank. Hier hat Corona die komplette Erholung zunichte gemacht, die auf die Euphorie über den Einstieg der US-Fondsgesellschaft Capital Group gefolgt war.

Boden gesucht

Wie es mit der Börse weitergeht, dürfte natürlich von der weiteren Entwicklung des Corona-Ausbruchs abhängen. Als wirtschaftliches Fieberthermometer wird dabei die Gewinnentwicklung der Unternehmen dienen. Die Analystenschätzungen für den Gewinn je Aktie der Firmen im Stoxx-600 sind per 28. Februar von 7,9% auf 5,1% gesunken, wie Bloomberg-Daten zeigen. Seither haben Unternehmen wie EssilorLuxottica und Continental vor den Corona-Auswirkungen auf ihr Geschäft gewarnt. Und die meisten Firmen zögern bisher noch mit Prognosen.

Wo Risiken sind, sind auch Chancen

Der jüngste Ausverkauf an den Börsen hat laut Berenberg bei Aktien aus dem Haushalts- und Kosmetikbereich zu Fehl-Allokationen geführt, was zur Aussicht auf Kurskorrekturen führt. Bei der Nachfrage im Sektor könne es auf kurze Sicht in einigen Kategorien zu einem erheblichen Umschwung kommen, so die Bank. Steigende Nachfrage sehen die Bankanalysten nach rezeptfreien Medizinprodukten, Putzmitteln, Taschentüchern, allgemeinen Hygieneartikeln, Milchpulver, Tee, Kaffee und Kochzutaten. Anfällig für temporäre Nachfrage-Einbrüche seien indessen Makeup, Sonnenmilch, Parfüm, Sporternährung, Speiseeis, Süßwaren und Wasser.

Auf die Prozente kommt es an

Die Furcht vor Corona führt in Supermärkten nicht nur zu Hamsterkäufen, die in manchen Produktgruppen ins Auge stechen. Sie lässt einige auch kreativ werden und im Internet nach Hausmitteln suchen, um eine Ansteckung zu vermeiden. Der texanische Schnaps-Produzent Tito’s warnte inzwischen Kunden, den eigenen Vodka nicht zum Hände desinfizieren zu nutzen. 40% reichen zwar aus, um den Geist temporär von den tiefroten Börsenindikatoren abzuwenden. Gegen Erreger aller Art müsse es aber mindestens 60% Alkohol sein, so das Unternehmen aus Austin.

Und der Gewinner ist: Gold

Gold glänzt, nicht nur in Thomas Hoods Gedicht aus dem 19. Jahrhundert, sondern seit anderthalb Jahren auch wieder am Rohstoffmarkt. Mit der jüngsten Finanzmarktpanik hat der Preis des Edelmetalls seit Jahresbeginn rund 10% angezogen. So teuer wie derzeit war die Unze seit Januar 2013 nicht mehr. Vermögensverwalter Jeffrey Gundlach erklärte im CNBC-Interview, derzeit sei Gold das beste Investment. Er rechne mit neuen Hochs. In dieser Woche hat der Gold-Kassapreis rund 6% angezogen. Eine so gute Woche hatte der Markt seit elf Jahren nicht mehr.

Kontakt Reporter: Alexander Kell in Frankfurt akell@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Ingo Kolf

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