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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

(Bloomberg) -- Bankaktionäre vor besseren Zeiten, Trumps geopolitische Sorgen wachsen, Jahresauftaktrally an Europas Aktienmärkten, Ghosn führt Japan vor, und in Berlin schaut man jetzt sehr genau nach Wien. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Bankaktionäre vor besseren Zeiten

Wer in Europas angeschlagene Banken investiert hat, könnte nach einer langen Durststrecke endlich eine kleine Belohnung erhalten. Die 10 größten börsennotierten Institute der Eurozone werden bei den Kapitalanforderungen nach Jahren des Anstiegs eine Stabilisierung erleben. Das könnte Spielraum für höhere Dividenden und Aktienrückkäufe schaffen und damit die Bankaktien stützen, die sich in acht der letzten zehn Jahre schlechter als der Markt entwickelt haben. Für die Branche war 2019 ein Jahr, das man in so mancher Führungsetage lieber vergessen würde, von den abgebrochenen Fusionsverhandlungen zwischen Deutscher Bank und Commerzbank bis hin zu Iqbal Khans Trennung von der Credit Suisse und dem Spionageskandal, der die Schweizer Bank erschütterte.

Trumps geopolitische Sorgen wachsen

Dutzende irakischer Milizionäre und ihre Unterstützer stürmten am letzten Tag des Jahres den Komplex der US-Botschaft in Bagdad, um gegen tödliche US-Luftangriffe auf die vom Iran unterstützte Kata’ib Hisbollah in Syrien und dem Irak zu protestieren. Präsident Donald Trump gab Teheran die Schuld an der Aktion. Irakische politische und geistliche Führer haben die Militärschläge der USA als Verletzung der Souveränität des Landes kritisiert, was neue Zweifel an der Strategie der Einhegung des Irans durch die Trump-Regierung geweckt hat. Einen Tag später erklärte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un das Moratorium für Atomversuche und Raketentests für beendet und kündigte “schockierende reale Maßnahmen” sowie eine “neue strategische Waffe” an.

Jahresauftaktrally an Europas Aktienmärkten

Die Aktien sind mit Gewinnen in das neue Jahr gegangen, unterstützt von Maßnahmen der chinesischen Zentralbank zur Stützung der Wirtschaft. Der Stoxx Europe 600 Index stieg zum ersten Mal seit drei Sitzungen, wobei alle Sektoren im grünen Bereich lagen. Die People’s Bank of China hatte entsprechend den Markterwartungen angekündigt, dass sie das Angebot an billigen Finanzierungen für Banken erhöhen werde. In Europa führten die Banken das Gewinnerfeld an, die Deutsche Bank waren führender Wert im Dax.

Ghosn führt Japan vor

Carlos Ghosn, der ehemalige Chef von Nissan und Renault, hat seine gut ein Jahr währende juristischen Odyssee in Japan mit einer spektakulären Flucht beendet. Der ehemalige Top-Manager erklärte am Dienstag, dass er “endlich frei mit den Medien kommunizieren” könne und sich darauf freue, nächste Woche damit anzufangen. Er könnte einige Geschichten zu erzählen und Rechnung zu begleichen haben. Er sei vor Unrecht und politischer Verfolgung in Japan geflohen, erklärte Ghosn. Aber wie? Der 65-Jährige könnte seine unter Bewachung stehende Tokioter Residenz unbemerkt in einem großen Musikinstrumentenkasten verlassen haben, wurde spekuliert. Dann ging es nach Medienberichten via Türkei in den Libanon, der kein Auslieferungsabkommen mit Japan hat.

In Berlin schaut man jetzt sehr genau nach Wien

Zwei Jahre nachdem Sebastian Kurz sich hinter den Widerstand gegen ungeregelte Migration stellte, schafft er nun einen Präzedenzfall für die Konservativen in Europa: er geht in eine Koalition mit den Grünen. Der 33-Jährige will “das Beste aus beiden Welten” in der Regierungskoalition mit den Umweltschützern vereinen, die bereits am 7. Januar vereidigt werden könnte. Es sei möglich, “das Klima und die Grenzen zu schützen”, sagte Kurz nach Abschluss der letzten Verhandlungsrunde. Damit könnte das unwahrscheinliche Bündnis zu einer Blaupause für Politiker in ganz Europa werden, die nach einer Formel gegen Populismus suchen. In Deutschland kämen Unionsparteien und Grüne nach einer an Heiligabend veröffentlichten INSA-Umfrage zusammen auf 49%. Die AfD erhielte 15%, die SPD 13%, die FDP 10% und die Linke 8%.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Katrin Haertel

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