Deutsche Märkte schließen in 8 Stunden 13 Minuten

Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin

(Bloomberg) -- USA und China nähern sich Zollabbau, Goldman-CEO verurteilt Negativzinsen, Handelshoffnungen stützen Europas Aktienmärkte, Ubers Kundenwachstum enttäuscht, und gefeuerter McDonalds-CEO fällt weich. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

USA und China nähern sich Zollabbau

China schaut sich geeignete Orte in den USA an, an denen Präsident Xi Jinping bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump bereit wäre, den Phase-eins-Teil eines Handelsabkommens zu unterzeichnen, heißt es aus informierten Kreisen. Allerdings bleiben zunächst noch einige Hindernisse. So wünscht China vor einer Unterzeichnung die Rücknahme von US-Zöllen auf bis zu 360 Milliarden Dollar an chinesischen Importen. Die US-Seite erwägt, Zölle auf 112 Milliarden Dollar an Waren wie Kleidung, Haushaltsgeräte und Flachbildschirme aufzuheben, berichtete die FT. “China und die USA haben nun einen Weg eingeschlagen, der praktische Lösungen anstrebt”, sagte Li Yang, Mitglied der chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften.

Goldman-CEO verurteilt Negativzinsen

Die Experimente europäischer Zentralbanken mit Negativzinsen könnten die Ursache von Wachstumsschwäche sein und sich in der Retrospektive als Fehlschlag erweisen, sagte der Chef von Goldman Sachs in einem Bloomberg-Interview. In den Geschichtsbüchern würden Negativzinsen eher nicht als “großartiges Experiment” erscheinen, sagte David Solomon in Berlin. “Es steht außer Frage, dass das Wachstum in diesem Teil der Welt hinterherhinkt und die Negativzinsen meiner Meinung nach eine Beschleunigung des Wachstums nicht zulassen”, so Solomon. Er heizte damit eine Debatte über die Risiken negativer Zinsen weiter an, von denen Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sagte, dass sie das Finanzsystem auf lange Sicht ruinieren. EZB-Präsidentin Christine Lagarde ließ am Montagabend eine Chance verstreichen, sich hierzu zu äußern.

Handelshoffnungen stützen Europas Aktienmärkte

Europäische Aktien stiegen inmitten von Optimismus, dass die USA und China auf dem Weg zu einem Handelsabkommen sind. Der Stoxx Europe 600 Index legte zu, wobei Gewinne bei Bergbauaktien Rückgänge bei Immobilienunternehmen kompensierten. Anleger sind in letzter Zeit in optimistischerer Stimmung gewesen angesichts zunehmender Anzeichen für Fortschritte im Handelskrieg zwischen den beiden größten Volkswirtschaften. Hinzu kommen solide Erträge und wieder steigende Wachstumserwartungen. “Die aktuelle Debatte ist nicht, ob Sie bullisch sind, sondern ob es zu viel kurzfristige Euphorie gibt”, sagte Chris Weston von Pepperstone Group in einer Note am Dienstag. Bis auf Daimler - die bei UBS auf Neutral gesenkt wurden - zählten die deutschen Automobilwerte zu den Gewinnern im Dax. Nachbeben der Berliner Mietendeckel-Entscheidung setzten Vonovia unter Druck.

Ubers Kundenwachstum enttäuscht

Uber Technologies hat bei der Vorstellung seiner Quartalsergebnisse Investoren enttäuscht. Zuwächse bei Buchungen und monatlich aktiven Nutzern, zwei der wichtigsten Kennzahlen für die Wall Street, fielen mager aus. Quartalsumsatz und -verlust waren zwar besser als erwartet und die Verlustprognose für das Jahr wurde verbessert, aber das reichte für einen Kursgewinn nicht aus. Das in San Francisco ansässige Unternehmen möchte den Investoren versichern, dass es sich von einer Mitfahrzentrale zu einer globalen All-in-One-Transportplattform entwickeln kann. Am Mittwoch könnte es weiteren Druck auf die Uber-Papiere geben, wenn eine Aktiensperre für einen großen Teil der Aktionäre ausläuft. Das deutsche Startup HelloFresh, das sein Geld mit der Auslieferung von Kochboxen verdient, konnte nach Berenberg-Einschätzung hingegen beeindruckende Zahlen vorlegen.

Gefeuerter McDonalds-CEO fällt weich

Der gefeuerte McDonald’s-Chef Stephen Easterbrook, der wegen einer unerlaubten einvernehmlichen Beziehung innerhalb des Unternehmens entlassen wurde, darf laut Bloomberg-Berechnungen ein Aktienpaket im Wert von mehr als 37 Millionen Dollar sowie Abfindungen und Krankenversicherungsleistungen in Höhe von 675.000 Dollar behalten. Easterbrook, 52, wurde am Freitag entlassen, nachdem er mit seiner Beziehung gegen die Unternehmensrichtlinien verstoßen hatte. Die Kündigung wurde als “ohne Grund” eingestuft, was signalisierte, dass die Übertretung nicht schwerwiegend genug war, um ihm Ansprüche gegen das Unternehmen zu verweigern. Nicht alle CEOs, die unter ähnlichen Umständen ihren Arbeitsplatz verlieren, schneiden so gut ab. Brian Krzanich, der letztes Jahr seinen Job bei Intel verlor, musste Aktienansprüche im Wert von von zehn Millionen Dollar aufgeben und erhielt keine Abfindung.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Rita Hagedorn

For more articles like this, please visit us at bloomberg.com

©2019 Bloomberg L.P.