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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

(Bloomberg) -- China geht gegen Ideenklau vor, Luxusehe bewertet Tiffany mit 16 Milliarden Dollar, Handelshoffnungen treiben Europas Aktienmärkte an, Italiens Infrastruktur stürzt ein, und Michael Bloomberg will US-Präsident werden. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

China geht gegen Ideenklau vor

Die chinesische Regierung hat am Sonntag zugesagt, Strafen für die Verletzung von Rechten am geistigen Eigentum zu verschärfen, und geht damit im Handelskonflikt mit den USA einen Schritt auf Washington zu. Geprüft werden soll auch eine niedrigere Schwelle für die strafrechtliche Verfolgung von Ideenklauern. Washington hat von Peking in diesem Zusammenhang feste Zusagen gefordert und will auch nicht länger akzeptieren, dass US-Unternehmen Geschäftsgeheimnisse preisgeben müssen, um im Land geschäftlich tätig zu sein. In Hongkong hat das pro-demokratische Lager bei den Bezirkswahlen einen klaren Sieg errungen. Die Wahlbeteiligung stieg von 47% auf 71%, das Peking-nahe regierungstreue Lager musste Verluste einstecken.

Luxusehe bewertet Tiffany mit 16 Milliarden Euro

Der Luxusgüter-Konzern LVMH schnappt sich den US-Edeljuwelier Tiffany & Co. für mehr als 16 Milliarden Dollar. Die Übernahme durch den Mutterkonzern von Marken wie Louis Vuitton und Givenchy ist der größte Luxusgüter-Deal aller Zeiten, stärkt das Profil des französischen Konzerns im Schmuckbereich und gibt ihm Zugang zu breiteren Käuferschichten in den USA und Asien. LVMH stimmte zu, 135 Dollar je Aktie zu zahlen, was 37% über dem Schlusskurs liegt, den die Aktie vor einer Bloomberg-Meldung vom 26. Oktober zu einer ersten Annäherung erreicht hatte. Mit seinem Vorgehen fordert LVMH-Präsident Bernard Arnault den Cartier-Inhaber Richemont und dessen Dominanz im globalen Schmuckgeschäft heraus.

Handelshoffnungen treiben Europas Aktienmärkte an

Aktien stiegen weltweit nach der Entscheidung Chinas, die Regeln für geistiges Eigentum zu verschärfen. Bergbauwerte und Automobilhersteller führten die Liste der Kursgewinner im Stoxx Europe 600 Index an. “Die Märkte haben weitestgehend eingepreist, dass ein Deal zustande kommt, und das mag der Fall sein. Aber es könnte sein, dass das auf 2020 verschoben wird”, sagte Eleanor Creagh von Saxo Capital Markets. Die am Vormittag veröffentlichten Ifo-Daten zeigten, dass die wirtschaftliche Abschwächung in Deutschland einen Tiefpunkt erreicht hat, schreiben Bloomberg-Analysten. Im Dax führten Daimler das Feld an nach einer Reuters-Meldung, wonach BAIC seinen Anteil erhöhen wolle. Infineon gewannen zusammen mit anderen handelsreagiblen Werten aufgrund der Nachrichten aus China.

Italiens Infrastruktur stürzt ein

In Ligurien ist innerhalb von 15 Monaten die zweite Straßenbrücke eingestürzt. Ein Viadukt auf einem Abschnitt der Autobahn A6 zwischen Savona und Turin brach am Sonntag während starker Regenfälle zusammen, die einen riesigen Erdrutsch verursacht hatten. Niemand wurde verletzt. Die schwache Wirtschaft Italiens und die massive Verschuldung haben den Regierungen wenig Spielraum gelassen, in die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur zu investieren. Viele Straßen des Landes werden von privaten Mautunternehmen betrieben, die Betreiber-Firmen Atlantia und SIAS gehörten am Montagmorgen gegen den Markttrend zu den Verlierern in Mailand. Der Zusammenbruch am Sonntag erinnerte an die Katastrophe in Genua, als im August 2018 eine Brücke an einem Autobahnkreuz in der Nähe der Stadt einstürzte und 43 Menschen in den Tod riss.

Michael Bloomberg will US-Präsident werden

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg hat seinen Hut in den Ring um die Nominierung zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten geworfen. Der 77-jährige Gründer und Mehrheitseigentümer von Bloomberg LP, der Muttergesellschaft von Bloomberg News, war drei Amtszeiten lang Bürgermeister von New York und finanziert nun weltweit gemeinnützige Organisationen. Bei der Ankündigung seiner Kandidatur bezeichnete er US-Präsident Donald Trump als “eine existenzielle Bedrohung für unser Land und unsere Werte”. Der Nachzügler im Rennen um das Präsidentenamt und Multimilliardär sagte, die USA könnten sich vier weitere Jahre von Trumps “rücksichtslosen und unmoralischen Handlungen nicht leisten”. Ein später Einstieg in ein überfülltes Kandidatenfeld, wie von Bloomberg praktiziert, wurde bisher nie versucht.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Katrin Haertel

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