Deutsche Märkte geschlossen

Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Regierung Conte auf der Kippe, Fed hat vorerst keinen Appetit auf ‘Tapering’, europäische Aktien wenig verändert, Quantas glaubt weiter an Super-Nonstop, und im Auto-Bereich stehen IPOs vor der Tür. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Regierung Conte auf der Kippe

Die Regierung des italienischen Premierministers Giuseppe Conte könnte am Mittwoch auseinanderfallen. Ex-Premier Matteo Renzi, Chef der Partei Italia Viva, wird entscheiden, ob er nach einem lange schwelenden Konflikt mit Conte seine beiden Minister aus der Koalition abzieht. Um 17:30 Uhr in Rom will Renzi eine Pressekonferenz abhalten. Ein Rückzug würde Conte seiner parlamentarischen Mehrheit berauben. Umfragen zeigen, dass die Mitte-Rechts-Opposition im Falle von Neuwahlen wahrscheinlich gewinnen würde. Italienische Staatsanleihen wiesen Mittwochvormittag zwar eine Underperformance gegenüber ihren Peers sowie den Kernländern auf, mussten aber keinen Ausverkauf hinnehmen. Das dürfte dem Vertrauen der Anleger in die EZB geschuldet sein.

Fed hat vorerst keinen Appetit auf ‘Tapering’

Zwei Vertreter der US Federal Reserve haben der Möglichkeit einer baldigen Reduzierung der Anleihekäufe durch die Zentralbank eine Absage erteilt. James Bullard (St. Louis) und Eric Rosengren (Boston) räumten der Bewältigung der Pandemiefolgen oberste Priorität ein und beruhigten damit nervöse Investoren, die eine Wiederkehr des “Taper Tantrum” aus dem Jahr 2013 befürchten, als die Rücknahme der geldpolitischen Stimuli Volatilität auf den Finanzmärkten auslöste. Benchmark-Treasury-Renditen gaben nach, und der Dollar hielt seine Verluste. Die Schwäche der Währung und steigende Inflationserwartungen gaben Gold Unterstützung. Bitcoin hingegen fiel am Mittwoch, was die digitale Währung auf Kurs in Richtung der schlechtesten Woche seit März letzten Jahres bringt.

Europäische Aktien wenig verändert

Europäische Aktien zeigten sich zur Wochenmitte wenig verändert, nachdem sie anfängliche Gewinne nicht halten konnten. Der Stoxx Europe 600 Index lag gegen Mittag leicht im Minus. Banken führten die Verluste an, während Telekommunikation und Energie zulegten. “Nach den Höchstständen, die wir Ende letzten Jahres gesehen haben, ist es normal, dass der Markt unverändert bleibt”, sagte Ignacio Cantos von ATL Capital in Madrid. “Die Makrodaten bleiben sehr schwach, und selbst wenn die Impfnachrichten positiv sind, sind weitere Lockdowns in Europa auf dem Tisch.” Die bevorstehende Gewinnsaison sei der nächste Katalysator. In Deutschland stiegen Norma nach Anhebung des Kursziels bei Warburg auf ein Intraday-Rekordhoch. Deutsche Post gehörten nach Vorlage von Zahlen zu den Gewinnern.

Quantas glaubt weiter an Super-Nonstop

Qantas Airways wird die Pläne für den Betrieb der längsten Nonstop-Flüge der Welt - zwischen Australien und London sowie New York - überdenken, ist aber zuversichtlich, dass sie rentabel sein werden. “In der Post-Covid-Welt möchten die Menschen direkt zu ihren Zielen fliegen, was den Business Case von Project Sunrise noch besser machen dürfte, als er es vor Covid war”, sagte Qantas-CEO Alan Joyce am Mittwoch. Qantas will die Ultra-Langstreckenflüge mit Jets vom Typ Airbus A350-1000 im Jahr 2023 starten. Derzeit darben die Flughäfen angesichts der unbewältigten Coronavirus-Pandemie. Deutschland hat jüngst 27.210 Neuinfektionen und 1.090 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Die 4-Tage-Reproduktionsrate lag bei 0,99.

Im Auto-Bereich stehen IPOs vor der Tür

Bregal Investments hat JPMorgan Chase & Co. als Berater für einen potenziellen Börsengang von Novem an Bord geholt, wie aus informierten Kreisen verlautete. Der deutsche Auto-Innenraumdesigner beliefert unter anderem Marktschwergewichte wie BMW und Porsche. Novem soll nach den Plänen der Private-Equity-Gesellschaft Bregal bereits in diesem Jahr in Frankfurt notieren. Angestrebt wird eine Bewertung von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Die 1947 im bayerischen Vorbach gegründete Novem, mit fast 6.000 Mitarbeitern an zwölf Standorten, erzielte im Geschäftsjahr 2019/2020 einen Umsatz von 650 Millionen Euro. Der Internet-Autohändler AUTO1 will mit einem Börsengang im ersten Quartal einen Bruttoerlös von rund 1 Milliarde Euro erzielen. Rund 750 Millionen Euro des Nettoerlöses soll in das Geschäftswachstum investiert werden.

For more articles like this, please visit us at bloomberg.com

Subscribe now to stay ahead with the most trusted business news source.

©2021 Bloomberg L.P.