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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- UBS geht mit Schwung ins neue Jahr, EU versagt bei der Verimpfung, europäische Aktien gewinnen, Conte plant Rücktritt und Comeback, und die BaFin prüft Wirecard-Geschäfte eines Deutsche-Bank-Aufsichtsrats. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

UBS geht mit Schwung ins neue Jahr

Die UBS will in den nächsten drei Jahren Aktien im Wert von bis zu 4 Milliarden Franken zurückzukaufen, nachdem die Erträge aus der Verwaltung von Kundengeldern und dem Investmentbanking die Gewinne in die Höhe getrieben haben. Der weltgrößte Vermögensverwalter verdoppelt den Umfang eines früheren Rückkaufprogramms. Das Jahr endete stark für die Schweizer Bank, mit einem Nettogewinn von 1,7 Milliarden Dollar im vierten Quartal, der die Schätzungen der Analysten übertraf. Das gesunde Momentum zu Beginn des Jahres zeige sich in den Zuflüssen im Wealth Management, dem Aktienhandel, Gebühreneinnahmen und einer über dem Plan liegenden Kostenkontrolle, heißt es bei Bloomberg Intelligence. Die UBS-Aktien legten in Zürich bis zu 4,5% zu.

EU versagt bei der Verimpfung

Gerade einmal rund 8,9 Millionen Dosen wurden in der EU im Rahmen der Covid-Impfkampagne bisher verabreicht, also etwa zwei je 100 Bürger. Die USA und Großbritannien liegen bei sieben bzw. 10,5, Israel bei 43. Das von der EU gesetzte Impfziel für 2021 ist in Gefahr und mit ihm ihr Ruf: Wie kann die EU sich ihres “Sozialmodells” rühmen, wenn sie nicht einmal ihre schwächsten Bürger schützen kann, fragt Bloomberg-Kolumnist Ferdinando Giugliano. Im Schwarze-Peter-Spiel wirft die EU-Kommission AstraZeneca vor, sich nicht an Vereinbarungen zu halten. “Uns ist das Ding entglitten”, soll Bundeskanzlerin Angela Merkel laut Bild-Zeitung bei einer Videoschalte am Sonntagabend gesagt haben. In Deutschland wurden jüngst 6.887 Neuinfektionen und 831 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Europäische Aktien gewinnen

Europäische Aktien sind am Dienstag gestiegen, da Aktienrückkäufe und Unternehmenszahlen die Sorgen über die Pandemie und die italienische Politik überdeckten. Der Stoxx 600 Index lag gegen Mittag rund 0,7% im Plus, wobei der Finanzdienstleistungssektor die Gewinne im Index anführte. Der Anstieg der Märkte wurde durch Corona-Sorgen etwas gebremst. Die Weltgesundheitsorganisation warnte, dass die Impfstoffabdeckung auf absehbare Zeit den Punkt nicht erreichen wird, der die Übertragung des Virus stoppen würde. In Deutschland stiegen Indus Holding aufgrund verbesserter Erwartungen seitens des Unternehmens. Linde stiegen nach Ankündigung eines Aktienrückkaufs und einer Erhöhung der Dividende.

Conte plant Rücktritt und Comeback

Der italienische Premierminister Giuseppe Conte wird in einem gewagten Manöver am heutigen Dienstag zuerst zurücktreten, um dann mit einem Regierungsauftrag von Präsident Sergio Mattarella an der Spitze einer neuen Regierung in das Amt zurückzukehren. Die Fünf-Sterne-Bewegung, die größte Parlamentsfraktion, und die Demokratische Partei hatten den Premier zum Rücktritt aufgefordert, nachdem der kleinere Koalitionspartner Italia Viva das Regierungsbündnis verlassen hatte. Neuwahlen wollen die Parteien seiner Koalition angesichts drohender Verluste vermeiden. Jüngste Umfragen zeigen einen deutlichen Vorsprung für die Lega von Matteo Salvini. Die Entwicklung der italienischen Anleiherenditen legt nahe, dass der Markt dem Vorhaben große Erfolgschancen beimisst.

BaFin püft Wirecard-Geschäfte

Die Bafin analysiert Wertpapier-Transaktionen im Zusammenhang mit Wirecard, die Alexander Schütz, einem Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank, zugerechnet werden. Vom Ergebnis hängt unterrichteten Kreisen zufolge ab, ob ein formelles Verfahren eröffnet wird. Die fraglichen Geschäfte betreffen Optionen auf Wirecard-Aktien und fanden in zeitlicher Nähe zum April 2019 statt, als SoftBank bekanntgab, in das Unternehmen investieren zu wollen. Sprecher von Bafin und Schütz wollten sich nicht äußern. Österreichische Dokumente zeigen, wie Jan Marsalek, der ehemalige Wirecard-COO und rechte Hand seines Chefs Markus Braun, mit Hilfe eines Geheimdienstagenten und eines FPÖ-Politikers mit einem Privatflugzeug nach Belarus floh, kurz bevor Wirecard Insolvenz anmeldete. Der aktuelle Aufenthaltsort des 40-Jährigen ist unbekannt - Medienspekulationen reichen von einem Anwesen außerhalb Moskaus über ein Geheimversteck in der Türkei bis zu einer tropischen Insel.

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