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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

(Bloomberg) -- Ross erfreut die Märkte, Lagarde in der Höhle des Löwen, Europas Aktien zu Wochenbeginn mit Gewinnen, Buffett wegen seines Geldhortes unter Beschuss, und im Dschungel Südamerikas wächst eine Wirtschaft um 86%. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Ross erfreut die Märkte

Nach “sehr guten Gesprächen” mit Autoherstellern in der EU könnte die Trump-Administration darauf verzichten, in diesem Monat Zölle auf importierte Autos zu erheben, sagte Handelsminister Wilbur Ross am Sonntag gegenüber Bloomberg TV. “Unsere Hoffnung ist, dass die Verhandlungen, die wir mit einzelnen Unternehmen über ihre Investitionspläne geführt haben, genügend Früchte tragen werden,” dass dies nicht notwendig wird, so Ross. Im Mai hatte sich das Weiße Haus im Zusammenhang mit der Aufnahme von Verhandlungen mit der EU und Japan bereiterklärt, neue Zölle auf Fahrzeuge und Teile um sechs Monate zu verschieben. Ross zeigte sich auch optimistisch zum Abschluss eines “Phase eins”-Handelsabkommens zwischen den USA und China.

Lagarde in der Höhle des Löwen

Für Berlin beginnt die Ära Christine Lagarde bei der EZB am Montag. Die neue Zentralbankpräsidentin wird am Abend eine Laudatio auf Wolfgang Schäuble halten, die kaum ohne einen Ausflug in die deutsche Haushaltspolitik auskommen wird. Die Französin hat damit drei Tage nach Amtsübernahme ihre erste Chance, in der deutschen Hauptstadt mehr Staatsausgaben anzumahnen. Psychologisch vorbereitet wurde der Besuch durch das in Berlin ansässige Jacques-Delors-Institut, das herausgefunden haben will, dass der Wunsch vieler Deutscher nach Preisstabilität aus der Unkenntnis ihrer eigenen Geschichte herrühre. Die Wirtschaftskrise zur Zeit der Weimarer Republik werde zu sehr mit Hyperinflation und zu wenig mit Deflation - dem heutigen Schreckgespenst der EZB - in Zusammenhang gebracht, heißt es dort.

Europas Aktien zu Wochenbeginn mit Gewinnen

Die europäischen Börsen tendierten zum Wochenstart freundlich. Einen Kurssprung von zeitweise mehr als 8% machte die Aktie von Siemens Healthineers. Der Medizintechnik-Konzern übertraf die Erwartungen zum Quartalsumsatz und stellte für die nächsten drei Jahre Wachstumsraten von mindestens 5% in Aussicht. Wirecard gewannen mehr als 3%, nachdem Konzernchef Markus Braun im Interview mit dem Handelsblatt verstärkte Transparenz gelobte. Generell aufwärts ging es zudem im Automobilsektor. Schub brachte die Erklärung von US-Handelsminister Ross, Zölle auf europäische Autos seien womöglich gar nicht nötig.

Buffett wegen seines Geldhortes unter Beschuss

Für Warren Buffett war das dritte Quartal ein neuer Höhepunkt. Das Betriebsergebnis von Berkshire Hathaway Inc. stieg auf einen neuen Bestwert. Das Nettoeinkommen stieg im Jahr 2019 auf atemberaubende 52 Milliarden Dollar, was Berkshire zum profitabelsten Aktienunternehmen der Welt machte. Und der legendäre Investor hat jetzt mehr Geld in der Kasse als je zuvor: 128 Milliarden Dollar. Berkshire-Aktien profitieren davon nur bedingt, denn die Frage der Investoren lautet: Was kommt als nächstes? “Es ist klug, vorsichtig zu sein, aber irgendwann wird es fast zu einer Belastung insofern als es die Gesamtrendite sinken lässt”, so Cathy Seifert, Analystin bei CFRA Research. Berkshire-Aktien sind bis Freitag in diesem Jahr um 5,7% gestiegen, der S&P 500 22%.

Im Dschungel Südamerikas wächst eine Wirtschaft um 86%

Eines der kleinsten Länder Südamerikas steht kurz davor, das höchste Wirtschaftswachstum der Welt zu verzeichnen. Guyana, ein Land mit 780.000 Einwohnern, das im Nordosten der Region an Brasilien und Venezuela grenzt, wird im nächsten Jahr dank Offshore-Ölfunden von Exxon Mobil Corp. ein Wirtschaftswachstum von 86% verzeichnen, nach 4,4% in diesem Jahr, wie der IWF schätzt. “Wir bewegen uns von einer sehr niedrigen Basis zu einem stratosphärischen Sprung”, sagte Finanzminister Winston Jordan in einem Interview. Im Moment fördert das Land kein Öl, der Nachbar Venezuela besitzt hingegen die größten Reserven der Welt. Die Regierung will mit einem Teil der Einnahmen den Bau neuer Autobahnen finanzieren, um das dünn besiedelte Landesinnere zu erschließen, das Gold-, Diamant- und Bauxitvorkommen aufweist.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Alexander Kell

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