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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

(Bloomberg) -- ‘Hard Brexit’ ist nicht vom Tisch, Boeing-Krise belastet US-Wirtschaft, Europäische Aktien verlieren, Macrons Reformen durch Streiks bedroht, und fünf Themen bewegen Bank-Aktien 2020. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

‘Hard Brexit’ ist nicht vom Tisch

Premierminister Boris Johnson plant eine Gesetzesänderung, die gewährleisten soll, dass die Brexit-Übergangsphase nicht über das Ende des nächsten Jahres hinaus verlängert wird. Die damit drohende Trennung Großbritanniens von der EU ohne ein Abkommen über die zukünftigen Beziehungen ließ das Pfund am Dienstag um bis zu 0,7% fallen. Der Chef der Konservativen will sein Wahlversprechen einlösen, ein Freihandelsabkommen mit der EU zu ratifizieren, bevor die - grundsätzlich verlängerbare - Übergangszeit zur Aufrechterhaltung des Status quo am 31. Dezember 2020 ausläuft, was die 27 Staats- und Regierungschefs für unrealistisch halten. Das CETA-Abkommen der EU mit Kanada, Johnsons Wunschmodell für die gegenseitigen Beziehungen, war erst nach rund sieben Jahren in trockenen Tüchern.

Boeing-Krise belastet US-Wirtschaft

Boeing will die Produktion der mit einem Flugverbot belegten 737 Max im Januar stoppen, was die Krise des gebeutelten Flugzeugbauers weiter verschärft und zu einer Belastung für die US-Wirtschaft wird. Die unbefristete Produktionspause soll dazu beitragen, Barmittel zu sparen, erschüttert aber eine Zulieferindustrie, die sich von Seattle bis Kansas erstreckt. Bei Boeing sind Entlassungen derzeit nicht geplant. Bloomberg Economics schätzt, dass die Maßnahme das US-Wirtschaftswachstum im ersten Quartal um einem Prozentpunkt mindern wird. Fast 400 neue Flugzeuge sind aufgrund eines globalen Flugverbots, das vor neun Monaten verhängt wurde, derzeit am Boden. Fragen und Antworten rund um die 737 Max finden sich hier. Airbus stiegen am Dienstag um bis zu 1,7%.

Europäische Aktien verlieren

Nach dem Zuckerrausch des Teilhandelsabkommens zwischen den USA und China kehrte am Dienstag in Europa wieder Ernüchterung ein. Rückgänge bei Banken und Konsumgüterunternehmen führten die Verluste an. Während Aktien-Benchmarks in Europa und den USA nahe an ihren Rekordständen liegen, gibt es anhaltende Bedenken hinsichtlich des Handelsabkommens, dessen vollständige Details nicht öffentlich sind. Die Aktienmärkte könnten bereits ein Höchstmaß an Optimismus erreicht haben, sagte Kristina Hooper von Invesco. “Es gibt diese allgemeine Euphorie, weil die Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschaftspolitik nachgelassen hat, aber ich denke, das könnte zu überschäumenden Märkten führen, die verwundbar sein könnten, wenn etwas schief geht.” In Deutschland fielen Aurubis nach einer Herabstufung bei der DZ Bank. Rheinmetall stiegen nach einer Kaufempfehlung bei Goldman Sachs.

Macrons Reformen durch Streiks bedroht

Die gegen die Rentenreform in Frankreich gerichteten Streiks gehen in die dritte Woche und verschärfen die Auseinandersetzung zwischen der Regierung von Emmanuel Macron und den Gewerkschaften. Durch das Chaos droht in der Vorweihnachtszeit auch weiterer wirtschaftlicher Schaden. Die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Regierung wurden zunächst ausgesetzt. Erschwerend kam hinzu, dass Macrons Spitzenmann für die Rentenreform, der den Franzosen Einschnitte schmackhaft machen sollte, am Montag zurücktrat. Er hatte es unterlassen, mehrere Nebeneinkünfte zu melden, was nach französischem Recht verboten ist. Für Dienstag ist eine dritte Runde von Demonstrationen und Protestmärschen geplant. Der Streik im öffentlichen Verkehrswesen habe bislang nur die Geschäfte in großen Stadtzentren betroffen, schreibt Bryan Garnier.

Fünf Themen bewegen Bank-Aktien 2020

Die europäischen Banken dürften - wieder einmal - das Jahr als einer der am schlechtesten abschneidenden Sektoren der Region beschließen. Und Anleger brauchen vielleicht auch bis ins Jahr 2020 hinein starke Nerven. Die Themen, die dieses Jahr die Branche dominierten, dürften weiter im Mittelpunkt stehen: niedrige Zinsen, schwache Bewertungen, ein schwieriges regulatorisches Umfeld, schlechte Makrodaten und Arbeitsplatzverluste. Analysten sind nach wie vor überwiegend negativ für den Sektor. Das Verhältnis zwischen Rating-Upgrades und Downgrades ist auf den niedrigsten Stand seit März 2016 gesunken. Um die Wirkung der Zinsstaffelung, verschwundene sichere Häfen, Regulierung, Eigenanstrengungen und Aktienrückkäufe geht es hier.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Rita Hagedorn

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