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Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
·Lesedauer: 4 Min.

(Bloomberg) -- Trump könnte heute das Krankenhaus verlassen, die EZB sendet dissonante Signale, europäische Aktien starten mit Gewinnen, in Frankfurt könnte der DAX 40 kommen, und bei einem Kino-Konzern stehen 45.000 Jobs auf dem Spiel. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Trump könnte heute das Krankenhaus verlassen

US-Präsident Donald Trump könnte womöglich schon im Tagesverlauf wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden, wie ein Mitglied seines Ärzteteams am Sonntag mitteilte. Am selben Tag hatte der Präsident eine Spritztour aus dem Hospital unternommen und vom Wagen aus seinen Anhängern zugewinkt. Parallel wurde durch seinen Leibarzt bekannt, dass dem Präsidenten zusätzlicher Sauerstoff und ein Medikament verabreicht wurden, das normalerweise bei schwereren Covid-19-Fällen eingesetzt wird. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geht nach Kontakt mit einer positiv auf Corona getesteten Person in Brüssel in Quarantäne. In Deutschland wurden zuletzt weniger Coronavirus-Neuinfektionen gemeldet, die 4-Tage-Ansteckungsrate stieg jedoch den dritten Tag in Folge, auf 1,23.

Die EZB sendet dissonante Signale

Es ist ein hü und hott bei EZB-Präsidentin Christine Lagarde und ihrem Chefvolkswirt Philip Lane. Die Schwierigkeiten der Zentralbank, mitten in der Pandemie-Krise den Investoren ihre Absichten deutlich zu machen, werden auch in den nationalen Zentralbanken des Euroraums zur Kenntnis genommen und haben dort hinter vorgehaltener Hand für Besorgnis gesorgt, dass die Dissonanz die Glaubwürdigkeit Lagardes untergraben könnte. Zum Beispiel stieg der Euro am 10. September, als die Präsidentin keine dringende Notwendigkeit einer geldpolitischen Reaktion auf die erstarkende Währung signalisierte. Lane, der zuvor gesagt hatte, der Wechselkurs “spielt eine Rolle”, schrieb am nächsten Tag, dass der Anstieg die Inflation “deutlich gedämpft” habe. Diese wahrgenommene Diskrepanz ist nur das markanteste Beispiel uneindeutiger Botschaften aus dem EZB-Turm. Allerdings muss Lagarde im Gegensatz zu Lane auch die manchmal widersprüchlichen Ansichten der EZB-Ratsmitglieder vermitteln.

Europäische Aktien starten mit Gewinnen

Optimismus, dass Präsident Trump das Krankenhaus bald wieder verlassen kann, verhalf den europäischen Aktien zu Gewinnen am Wochenanfang. Hoffnungen auf eine Einigung bei den Verhandlungen zu weiterem wirtschaftlichen Stimulus in den USA unterstützten ebenfalls. “Die Covid-19-Diagnose von Präsident Trump hat die Märkte am Freitag überrascht und sie haben in die Nachrichten hinein aggressiv verkauft”, sagte Hussein Sayed von FXTM. “Insgesamt scheint sein Zustand besser zu sein als bisher angenommen”. Der STOXX Europe 600 Index lag um rund 0,6% im Plus um 11:36 Uhr MESZ, angeführt von den Sektoren Reisen und Freizeit sowie Telekommunikation. In Deutschland kletterten K+S nach Nachrichten zu einem Spartenverkauf.

Der DAX 40 könnte kommen

Die Deutsche Börse plant Änderungen bei der DAX-Indexfamilie und will sich dazu mit den Marktteilnehmern beraten. Ziel seien striktere Kriterien zur Auswahl von Indexwerten sowie eine Angleichung an internationale Indexstandards. Zur Debatte steht, ob die Marktteilnehmer einen DAX mit 40 Werten und einen MDAX mit 50 Werten gegenüber der derzeitigen Situation mit dem DAX-30 und dem MDAX mit 60 Werten vorziehen würden. Weitere Diskussionspunkte umfassen den Börsenumsatz als Selektionskriterium, schnelle Sanktionen bei Verstößen gegen Veröffentlichungspflichten und die Einführung einer Profitabilitätsanforderung. Die Konsultation soll bis zum 4. November dauern. Nach dem Bilanzskandal um Wirecard hatte die Deutsche Börse eine Überprüfung des Regelwerks angekündigt.

Bei einem Kino-Konzern stehen 45.000 Jobs auf dem Spiel

Cineworld, die zweitgrößte Kinokette der Welt, wird den Betrieb in den USA und Großbritannien am Donnerstag vorübergehend einstellen. Von der Schließung der 536 Regal-Kinos in den USA und der 127 britischen Standorte sind etwa 45.000 Mitarbeiter betroffen. Wichtige Umsätze der Winter-Blockbuster - wie Beispielsweise der neue 007-Streifen - werden wegen der Pandemie ins Jahr 2021 verschoben. Es sei nun “fast sicher”, dass Cineworld zusätzliche Mittel werde aufbringen müssen, so Citigroup-Analystin Natasha Brilliant. Die Aktien der in London notierten Kette stürzten bis zu 60% ab, nachdem sie in diesem Jahr bereits 88% eingebüßt hatten. MGM hatte am Freitag die Veröffentlichung des neuen James-Bond-Films zum zweiten Mal verzögert. Bis zu 70% der kleineren US-Kinos könnten in die Insolvenz gehen.

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