Deutsche Märkte geschlossen

Fünf Themen des Tages: Gesprächsstoff für heute

Rainer Buergin
(Bloomberg) -- Daimler senkt den Ausblick, Notenbank-Wettlauf könnte Euro stärken, Zinshoffnungen stützen Europas Aktienmärkte, fast niemand hat Libra lieb, und Restaurant-Tipps für London Besucher. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:Daimler senkt Ausblick, VW setzt auf AIDaimler hat im zweiten Quartal auf Konzern-Ebene einen Ebit-Verlust von 1,6 Mrd. Euro verzeichnet, verglichen mit einem Gewinn von 2,6 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum, und damit ein Ergebnis “signifikant unter den Markterwartungen”, wie der Stuttgarter Autokonzern am Freitag mitteilte. Im Gesamtjahr werde das Konzern-Ebit “deutlich unter dem Vorjahreswert” liegen. Aktien im europäischen Autosektor reagierten zunächst mit Verlusten, ehe ab 10.00 Uhr Käufe einsetzten. VW vertieft die Zusammenarbeit mit Ford, beider KI-Tochter Argo AI investiert und die Wolfsburger bringen dazu auch die entsprechenden Aktivitäten der Tochter Audi ein. Aktien von VW und Audi legten je rund ein Prozent zu, Aktien von Ford rückten in Frankfurt 1,8% vor. Daimler waren im Mittagshandel 0,9% leichter. Die Reaktion der BI-Analysten zu Daimler findet sich hier, Kolumnist Chris Bryant ist schockiert über die vierte Gewinnwarnung binnen 12 Monaten.Notenbank-Wettlauf könnte Euro stärkenDie besten Währungsprognostiker gehen davon aus, dass der Dollar sich in diesem Jahr abschwächt und der Euro hiervon profitiert, da im Wettlauf der geldpolitischen Lockerung die Fed der EZB davongaloppiert. Auch ein Ende des Handelskriegs zwischen den USA und China könnte unterstützend wirken beim Anstieg der Gemeinschaftswährung auf 1,17 Dollar bis Jahresende, so Kyriakos Pavlou von der Eurobank Zypern, der Bloombergs Rangliste der Devisenprognosen im zweiten Quartal anführte. Rabobank und Julius Bär, die auf den Plätzen zwei und drei folgen, teilen die Sicht, erwarten für den Dollar aber einen nicht ganz so kräftigen Rückgang. Der Euro werde in den nächsten Monaten wegen der jüngst taubenhaften EZB auf 1,11 Dollar fallen und zum Jahresende wieder steigen, so Pavlou.Zinshoffnungen stützen Europas AktienmärkteAktien in Europa stiegen zusammen mit US-Aktienfutures, da die Anleger an ihrem vorsichtigen Optimismus bezüglich einer Lockerung der Geldpolitik in den größten Wirtschaftsräumen der Welt festhielten. Der Stoxx Europe 600 legte bei einer Erholung von Bergbau- und Automobilwerten zu. Während die Rallye der Risikoaktiva durch die taubenhaften Kommentare des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell einen neuen Schub erhielt, zeigten die starken US-Inflationsdaten vom Donnerstag mögliche Komplikationen für die Zentralbank auf. Der Dax zeigte sich kaum verändert. Siemens Healthineers verloren nach einer Abstufung bei HSBC. Krones drehten trotz einer Abstufung bei Kepler am Freitag nach zweistelligen Verlusten am Donnerstag in die Gewinnzone. Die jüngsten Prognosen von Strategen zum DAX bis Jahresende hier, zum Euro Stoxx 50 und Stoxx 600 hier.Fast niemand hat Libra liebUS-Präsident Donald Trump hat Facebook wegen seiner Pläne gewarnt, eine digitale Währung namens Libra zu schaffen. Facebook brauche eine Zulassung und müsse sich der Regulierung unterwerfen, “genau wie andere Banken auch”, twitterte Trump am Donnerstagabend. Er sei kein Freund von Bitcoins und anderer Kryptowährungen, die auf “heißer Luft” basierten, so Trump. Zuvor hatte Fed-Chef Jerome Powell mit Blick auf Libra gesagt, diese werfe “viele ernsthafte Bedenken in Bezug auf Privatsphäre, Geldwäsche, Verbraucherschutz und Finanzstabilität auf”. Für das Eurosystem hatte der Franzose Francois Villeroy de Galhau am Donnerstag von “ernsthaften Fragen und möglichen Vorbehalten” gesprochen. Libra bedroht das Monopol der Gelddrucker. Der Blockchain-Bundesverband begrüßt Facebooks Initiative.Restaurant-Tipps für London-BesucherBloomberg-Leser, die das anstehende Wochenende in London verbringen möchten, stehen womöglich vor dem Problem, dass es so viele neue Restaurants in der britischen Hauptstadt gibt, dass man gar nicht weiß, wohin man gehen soll. In der Stadt gibt es unzählige Gourmet-Tempel und Dutzende regionaler Küchen. Kollege Richard Vines hat mit führenden Köche und Gastronomen wie Gordon Ramsay, Daniel Boulud, Danny Meyer und Yotam Ottolenghi gesprochen und sie nach ihren Favoriten unter den Restaurants gefragt. Und natürlich gibt es auch eine Bloomberg-Funktion, die die Wahl erleichtern kann.Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.netKontakt verantwortlicher Editor: Erhard Krasny ekrasny@bloomberg.netFor more articles like this, please visit us at bloomberg.com©2019 Bloomberg L.P.

(Bloomberg) -- Daimler senkt den Ausblick, Notenbank-Wettlauf könnte Euro stärken, Zinshoffnungen stützen Europas Aktienmärkte, fast niemand hat Libra lieb, und Restaurant-Tipps für London Besucher. Marktteilnehmer könnte heute beschäftigen:

Daimler senkt Ausblick, VW setzt auf AI

Daimler hat im zweiten Quartal auf Konzern-Ebene einen Ebit-Verlust von 1,6 Mrd. Euro verzeichnet, verglichen mit einem Gewinn von 2,6 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum, und damit ein Ergebnis “signifikant unter den Markterwartungen”, wie der Stuttgarter Autokonzern am Freitag mitteilte. Im Gesamtjahr werde das Konzern-Ebit “deutlich unter dem Vorjahreswert” liegen. Aktien im europäischen Autosektor reagierten zunächst mit Verlusten, ehe ab 10.00 Uhr Käufe einsetzten. VW vertieft die Zusammenarbeit mit Ford, beider KI-Tochter Argo AI investiert und die Wolfsburger bringen dazu auch die entsprechenden Aktivitäten der Tochter Audi ein. Aktien von VW und Audi legten je rund ein Prozent zu, Aktien von Ford rückten in Frankfurt 1,8% vor. Daimler waren im Mittagshandel 0,9% leichter. Die Reaktion der BI-Analysten zu Daimler findet sich hier, Kolumnist Chris Bryant ist schockiert über die vierte Gewinnwarnung binnen 12 Monaten.

Notenbank-Wettlauf könnte Euro stärken

Die besten Währungsprognostiker gehen davon aus, dass der Dollar sich in diesem Jahr abschwächt und der Euro hiervon profitiert, da im Wettlauf der geldpolitischen Lockerung die Fed der EZB davongaloppiert. Auch ein Ende des Handelskriegs zwischen den USA und China könnte unterstützend wirken beim Anstieg der Gemeinschaftswährung auf 1,17 Dollar bis Jahresende, so Kyriakos Pavlou von der Eurobank Zypern, der Bloombergs Rangliste der Devisenprognosen im zweiten Quartal anführte. Rabobank und Julius Bär, die auf den Plätzen zwei und drei folgen, teilen die Sicht, erwarten für den Dollar aber einen nicht ganz so kräftigen Rückgang. Der Euro werde in den nächsten Monaten wegen der jüngst taubenhaften EZB auf 1,11 Dollar fallen und zum Jahresende wieder steigen, so Pavlou.

Zinshoffnungen stützen Europas Aktienmärkte

Aktien in Europa stiegen zusammen mit US-Aktienfutures, da die Anleger an ihrem vorsichtigen Optimismus bezüglich einer Lockerung der Geldpolitik in den größten Wirtschaftsräumen der Welt festhielten. Der Stoxx Europe 600 legte bei einer Erholung von Bergbau- und Automobilwerten zu. Während die Rallye der Risikoaktiva durch die taubenhaften Kommentare des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell einen neuen Schub erhielt, zeigten die starken US-Inflationsdaten vom Donnerstag mögliche Komplikationen für die Zentralbank auf. Der Dax zeigte sich kaum verändert. Siemens Healthineers verloren nach einer Abstufung bei HSBC. Krones drehten trotz einer Abstufung bei Kepler am Freitag nach zweistelligen Verlusten am Donnerstag in die Gewinnzone. Die jüngsten Prognosen von Strategen zum DAX bis Jahresende hier, zum Euro Stoxx 50 und Stoxx 600 hier.

Fast niemand hat Libra lieb

US-Präsident Donald Trump hat Facebook wegen seiner Pläne gewarnt, eine digitale Währung namens Libra zu schaffen. Facebook brauche eine Zulassung und müsse sich der Regulierung unterwerfen, “genau wie andere Banken auch”, twitterte Trump am Donnerstagabend. Er sei kein Freund von Bitcoins und anderer Kryptowährungen, die auf “heißer Luft” basierten, so Trump. Zuvor hatte Fed-Chef Jerome Powell mit Blick auf Libra gesagt, diese werfe “viele ernsthafte Bedenken in Bezug auf Privatsphäre, Geldwäsche, Verbraucherschutz und Finanzstabilität auf”. Für das Eurosystem hatte der Franzose Francois Villeroy de Galhau am Donnerstag von “ernsthaften Fragen und möglichen Vorbehalten” gesprochen. Libra bedroht das Monopol der Gelddrucker. Der Blockchain-Bundesverband begrüßt Facebooks Initiative.

Restaurant-Tipps für London-Besucher

Bloomberg-Leser, die das anstehende Wochenende in London verbringen möchten, stehen womöglich vor dem Problem, dass es so viele neue Restaurants in der britischen Hauptstadt gibt, dass man gar nicht weiß, wohin man gehen soll. In der Stadt gibt es unzählige Gourmet-Tempel und Dutzende regionaler Küchen. Kollege Richard Vines hat mit führenden Köche und Gastronomen wie Gordon Ramsay, Daniel Boulud, Danny Meyer und Yotam Ottolenghi gesprochen und sie nach ihren Favoriten unter den Restaurants gefragt. Und natürlich gibt es auch eine Bloomberg-Funktion, die die Wahl erleichtern kann.

Kontakt Reporter: Rainer Buergin in Berlin rbuergin1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Erhard Krasny ekrasny@bloomberg.net

For more articles like this, please visit us at bloomberg.com

©2019 Bloomberg L.P.